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Friedberg

14.02.2018

Fasching in Friedberg: Mit Sicherheit gut gefeiert

Viel Security war bei der Tiefgaragenparty im Einsatz. Doch nicht jeder, der die entsprechende Kleidung trug, war ein echter Wachmann.

Polizei und Stadt ziehen positive Bilanz. Ein paar Vorkommnisse gibt es  trotz des Aufgebots an Security: Ein Mann sorgt mit einer täuschend echten Pistole für einen Schreck.

 Nach Krawallen und Alkoholexzessen in früheren Jahren liegt auf dem Friedberger Faschingsdienstag das besondere Augenmerk der Polizei. Ein Dutzend Beamte sowie über 20 Sicherheitsleute waren im Einsatz, außerdem THW, Feuerwehr und Rotes Kreuz. Ergebnis: „Durchweg positiv“, wie Peter Zimmermann, stellvertretender Leiter der Polizei Friedberg, gestern in seiner Bilanz sagte. Gerade die Einlasskontrollen der Security-Firma ICPS sorgten ihm zufolge für einen guten Ablauf der Party. Ganz ohne Vorfälle ging es trotzdem nicht ab.

Betrunkener wird aggressiv

So war ein 30-Jähriger im Rausch, den er wohl schon mitgebracht hatte, gegen 17.30 Uhr in der Tiefgarage eingeschlafen. Als Sicherheitsleute ihn weckten, wurde er aggressiv, schlug den Vorschlag aus, mit dem Taxi nach Hause zu fahren und wollte unbedingt auf der Party bleiben. Die Polizei musste ihn in Gewahrsam nehmen; er erhält eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Ein 23-Jähriger wiederum war als Mitglied der amerikanischen Polizei-Sondereinsatztruppe „Swat“ verkleidet und hatte eine täuschend echt aussehende Pistole in einem Oberschenkelholster. Die nahm man ihm ab.

Abgesehen davon meldet die Polizei ein paar Fälle, in denen ein Platzverweis erteilt oder jemand stark betrunken ins Krankenhaus gebracht werden musste. Insgesamt aber sei der Verlauf gut gewesen, so Zimmermann. Das Verbot harten Alkohols beim Umzug und der Party hat sich ihm zufolge bewährt; er würde es sich andernorts ebenfalls wünschen. Auch die anderen Sicherheitsvorkehrungen der Stadt, etwa Barrikaden an den Zufahrtsstraßen, hält der Polizeihauptkommissar für vorbildlich.

„Das Level bei Security hängt gerade hoch.“ Ein Supermarkt habe sogar eigene Sicherheitsleute im Einsatz gehabt. „Insgesamt ist Sicherheit immer eine Kostenfrage, aber es lohnt sich“, sagt er.

Jugendclub Friedberg ist zufrieden

Auf die Beine gestellt hatte die Party in der Garage Ost der Jugendclub. Mitorganisator Kai Schäfer erklärt: „Mit der Vorbereitung hatten wir alle Hände voll zu tun. Montagabend haben wir mit dem Aufbau begonnen und Mittwochmittag wird die Tiefgarage wieder freigegeben.“ Weil dieses Mal viele neue Helfer mit angepackt haben, sei aber alles nach Plan gelaufen. „Jetzt sind wir gut besucht und die Stimmung ist toll, wir sind äußerst zufrieden“, sagte Schäfer am Dienstagabend. Den Besuchern gefiel das ausgefallene Ambiente.

 Eine mobile Heizung sorgte für angenehme Temperaturen und Lichteffekte machten die Garage zur Disco. Gelobt wurde auch die Musik, die besser sei als 2017. Das überraschte Schäfer nicht. „Nach Beschwerden im vergangenen Jahr haben wir nun einen neuen DJ“, sagte er.

Zu wenig Toiletten?

Einige Gäste kritisierten zwar, dass es zu wenige Toiletten gebe, andere wünschten sich eine umfangreichere Getränkekarte. Sonst kam die Party aber sehr gut an. Gerade die Jüngeren freuten sich darüber; für sie gebe es in Friedberg sonst nur selten ausgefallene Veranstaltungen, sagten viele. Schäfer findet die Unterstützung der Stadt gut, die sich bereit erklärt habe, einzuspringen, falls sich die Veranstaltung nicht tragen sollte. Diese Sicherheit entlaste den Verein. Grund zur Sorge bestand jedoch nicht, die Tresen waren alles andere als verwaist.

Kulturamtsleiter Frank Büschel betont, man habe die zweigrößte Friedberger Veranstaltung nach dem Altstadtfest akribisch vorbereitet. Gerade beim Umzug und der Party stünden die Verantwortlichen unter Hochspannung – auch wegen der Vorkommnisse in anderen Städten, etwa dem tragischen Unfall am Wochenende, bei dem eine junge Frau starb. Büschel bewertet den Faschingsdienstag sehr positiv.

Wie berichtet, hatte SPD-Stadtrat Roland Fuchs im Vorfeld den hohen Aufwand von 80000 Euro für den Tag infrage gestellt. Und der Umzug am Dienstag konnte ihn von seiner Meinung nicht abbringen; er fand ihn schlecht – unter anderem der großen Lücken und der Party-Wagen wegen. 

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