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Friedberg

05.04.2015

Feng Shui im Schloss: Bürgermeister will nicht in Esoterik-Ecke gerückt werden

Feng Shui im Schloss? Die Veröffentlichung unserer Zeitung hat in den vergangenen Tagen für einige Diskussionen gesorgt.
Bild: Foto: Michael Hochgemuth

Bürgermeister Roland Eichmann will nicht in die esoterische Ecke gerückt werden. Er stellt klar, wie und warum es zu dem Auftrag an eine Beraterin mit medialen Fähigkeiten kam.

Die Feng-Shui-Beratung für das Wittelsbacher Schloss hat Friedberg in den vergangenen Tagen einige Bekanntheit beschert – sehr zum Ärger von Bürgermeister Roland Eichmann. Der er sieht sich durch die Berichterstattung unserer Zeitung und die nachfolgenden Beiträge in zahlreichen Medien in ein falsches Licht gerückt. „Der Auftrag beruht nicht auf den Erfahrungen meines Hundes“, stellt er klar.

Bürgermeister: Mit Feng-Shui wenig zu tun

Eichmann hatte, wie berichtet, Anfang März beim offiziellen Baubeginn im Schloss von der kriegerischen Vergangenheit des Gebäudes gesprochen, die offenbar die schwierigen Diskussionen um die künftige Nutzung geprägt habe. Auch sein Hund Ares habe sich bei zwei Veranstaltungen entgegen seines sonstigen Verhaltens kaum beruhigen lassen.“ Diese laut Eichmann mit Augenzwinkern gemeinte Bemerkung mit der Auftragsvergabe an die Feng-Shui-Beraterin aus dem Raum München zu verbinden, geht für Eichmann aber zu weit.

„Die Idee dazu war schon länger in der Verwaltung vorhanden“, betont er mit Blick auf die Zeit vor seinem Amtsantritt vor knapp einem Jahr. Eichmann unterstreicht, dass er selbst mit Feng Shui wenig zu tun habe und das Thema mit einer gewissen Skepsis sehe. „Ich habe in dieser Beziehung wenig Karten im Spiel“, sagt er. Er behaupte aber auch nicht, dass es so etwas nicht gebe. Der Bürgermeister verweist auf das Beispiel des Landkreises, der das Foyer des Friedberger Krankenhauses schon vor einigen Jahren nach Feng-Shui-Kriterien gestalten ließ. Auch die Gemeinde Mertingen im Landkreis Augsburg hat nach seinen Worten ein Baugebiet geomantisch optimiert.

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Die Beraterin, die im Internet mit ihrer medialen Berufung wirbt und neben Feng Shui auch die Chinesiche Quantum Methode und Geomantie im Portfolio hat, ist laut Eichmann von sich aus auf die Stadt zugekommen. Dabei habe sie Empfehlungen professioneller Immobilienunternehmen vorgelegt. Demnach sei es gelungen, schwierige Objekte, für die sich zunächst keine Interessenten fanden, durch ihren Einsatz doch zu vermarkten. Darum habe er den Auftrag für die Untersuchung des Schlosses auch unterschrieben. Erst durch eine Veröffentlichung unserer Zeitung wurde der Vorgang publik.

5000 Euro Honorar

Angesichts der Referenzen müsse man mit dem Honorar von 5000 Euro leben, das man auch als zu hoch empfinden könne, findet der Bürgermeister: „Für sich ist das ein ordentlicher Betrag.“ Dennoch liege er nach der Geschäftsordnung weit unterhalb dem Wert, den der Schlossausschuss beschließen müsse“, Aufträge in dieser Höhe würden in großer Zahl erteilt.

„Wir haben auch nicht über die Umsiedlung der Fledermäuse informiert, obwohl das mehr kostet.“ Eichmann ist sich im Klaren darüber, dass die Feng-Shui-Beratung eine Gratwanderung ist. „Ich bin aber angetreten, dass ich Dinge anpacke, die nicht jeder anpackt“, sagt er. In diesem Fall habe er das Risiko für überschaubar gehalten und sei vom Medienecho überrascht worden.

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