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Mering

16.09.2018

Feuerwehr Mering: Sie haben das Helfer-Gen geerbt

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2 Bilder
Franz Guha und Markus Regau (von links) zeigten, was sie als Notfallsanitäterschüler gelernt haben.
Bild: Peter Stöbich

Für Familie Regau hat die Arbeit in der Meringer Feuerwehr Tradition. Viele Besucher sind beeindruckt vom Angebot der Retter

Rund um das Meringer Feuerwehrhaus an der Friedenaustraße gab es am Wochenende eindrucksvolle Schauübungen und interessante Informationen für zahlreiche Besucher, die zum Tag der offenen Tür gekommen waren. Der richtige Umgang mit Feuerlöschern, der schnelle Einsatz im Ernstfall, die Ausbildung der Nachwuchskräfte - all das wurde in der Praxis anschaulich gemacht und zeigte die hochprofessionelle Arbeit der ehrenamtlichen Helfer.

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„Wenn der Alarm losgeht, dann stürmen wir daheim alle los“, erzählt Kommandant Andreas Regau. Schon sein Vater Anton war bei der Wehr und hatte als Gerätewart eine Wohnung im alten Feuerwehrhaus an der Bachstraße, in dem heute die Gemeindebücherei untergebracht ist. „Dort bin ich bis zu meinem 13. Lebensjahr groß geworden“, sagt Regau. Kein Wunder, dass auch seine Söhne Markus (17) und Tobias (21) ein Helfer-Gen haben und beide nicht nur Mitglied der Meringer Wehr sind, sondern wie ihr Vater bei der Münchner Berufsfeuerwehr arbeiten. Karin Regau unterstützt ihre Männer im Hintergrund, organisiert und dekoriert bei Festen oder wie am Wochenende beim Tag der offenen Tür. Der Kommandant ist gelernter Elektriker und sitzt fast öfter im Büro als im Einsatzwagen: „Denn die ganze Dokumentation und Schreiberei kostet ziemlich viel Zeit!“ Dafür bekommt er von der Gemeinde Mering zwar eine Aufwandsentschädigung, trotzdem ist die Führung der mehr als hundert Mitglieder ein freiwilliges Ehrenamt.

„Wenn die Katastrophe kommt, sind wir bereit“. So steht es in einer Broschüre, die alle Besucher über die vielfältigen Aufgaben informierte. Fast 140 Jahre ist es her, dass Freiherr Edmund von Boutteville der Meringer Wehr eine Handdruckspritze stiftete. Dagegen war die Beschaffung einer Saug- und Druckspritze im Jahr 1885 schon ein deutlicher Fortschritt, denn man musste das Löschwasser jetzt nicht mehr in die Druckspritze einschütten, sondern konnte an einer Wasserstelle ansaugen.

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Heute kosten die Fahrzeuge samt Anhängern, Alu-Boot und Drehleiter mehrere Millionen. Dass die Meringer Wehr dank Atemschutz-, First Responder- und Höhensicherungsgruppen für alle Fälle bestens gerüstet ist, zeigt ein Blick in die Einsatzliste der vergangenen Wochen. Sie notiert unter anderem einen Rettungskorbeinsatz, Amtshilfe für Polizei mit Drehleiter, vollgelaufene Bahnunterführung und Kraftstoffaustritt an einer Tankstelle, Türöffnung bei akuter Gefahr, Ölspuren und Fehlalarme. Kurz gesagt, geht es immer ums Bergen, Löschen, Retten und Schützen und das alles nicht selten unter Lebensgefahr in der Freizeit. Wie das in der Praxis aussieht, konnten die Zuschauer bei einem simulierten Verkehrsunfall erleben. Dabei wurde für die zahlreichen Kinder eigens angesagt, dass den geschminkten Opfern nicht wirklich etwas fehlt, denn wie im Ernstfall rückten die Helfer sehr realistisch mit Blaulicht und Sirene an. Mit vereinten Kräften und dank vieler Übungen klappte alles wie am Schnürchen: Das Auto wurde aufgeschnitten, die Verunglückten auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus versorgt - ideale Bedingungen bei Sonnenschein, aber in der Realität sieht die Situation oft anders aus. Denn ob es stürmt oder schneit und auch nachts heißt es für die freiwilligen Helfer: Allzeit bereit!

Wer selbst bei der Feuerwehr mitmachen will, kann ab 14 Jahren mit der theoretischen Ausbildung beginnen und ab 16 in einen der Löschzüge „Rettung“ übernommen werden. Es gibt eine Menge zu lernen: das richtige Aufstellen von Steck- und Schiebeleitern, den Löschgruppenaufbau, den Umgang mit technischen Geräten wie Schere und Spreizer oder auch die Wasserförderung über lange Schlauchstrecken. Ab dem 18. Lebensjahr besteht dann nach Absolvierung der notwendigen Übungen und Ausbildungen volle Einsatzfähigkeit. Je nach Interesse kann man sich zum Truppführer, Atemschutzgeräteträger, Sprechfunker oder Maschinisten weiterbilden.

Musikalisch begleitet wurde der Tag der offenen Tür von der Hauskapelle: Mering hat als einzige Feuerwehr im Landkreis auch eine eigene Blaskapelle.

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