1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Feuerwehr in Mering plant den Großen Zapfenstreich

Mering

29.04.2019

Feuerwehr in Mering plant den Großen Zapfenstreich

Eine Festmesse am Florianstag in der St. Michaelskirche – hier beim 140-jährigen Jubiläum vor zehn Jahren – ist für die freiwillige Feuerwehr Mering gute Tradition. Zudem proben die Mitglieder bereits den Großen Zapfenstreich.
Bild: Heike John

Plus Am Florianstag starten die Mitglieder in Mering ihre Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen. Warum bei den Proben ein Putzlappen die Fahne ersetzt.

Wer derzeit abends am Meringer Feuerwehrhaus vorbeifährt, könnte Zeuge eines ungewohnten Spektakels werden. Übungen zum Löschen und Bergen finden gelegentlich dort im Freien statt, aber eine rund um das Gebäude zu zackiger Marschmusik marschierende Truppe? Das sorgt doch eher für Erstaunen.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Bei diesem ungewöhnlichen Einsatz, der in diesen Tagen öfter zu beobachten ist, handelt es sich um die Probe für den Festabend am Samstag, 4. Mai. Denn zum 150-jährigen Jubiläum hat sich die Freiwillige Feuerwehr etwas besonderes vorgenommen. Nicht nur das große Open-Air-Konzert mit der Bayern-3-Band am 20. Juli am Meringer Badanger soll für eine bleibende Erinnerung sorgen. Für den Festabend ist auch eine besondere Zeremonie geplant. Denn dieser soll mit einem Großen Zapfenstreich zur Krönung des Anlasses enden. Und so ein historisches Ritual mit höchsten Ehren will eingeübt sein.

Ganz Mering ist zum Zapfenstreich auf dem Areal beim Rathaus eingeladen

Am Florianstag finden die ersten Feierlichkeiten zum Festjahr der Meringer Feuerwehr statt. Zunächst ist die Öffentlichkeit zu einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Michaelskirche eingeladen. Musikalisch gestaltet wird er zusammen mit der Feuerwehrkapelle, die in diesem Jahr ihr siebzigjähriges Bestehen feiern kann. In diesem Rahmen wird auch das neue Fahnenband mit dem Feuerwehrhaus als Motiv gesegnet.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Der anschließende Festabend in der Mehrzweckhalle ist aus Platzgründen geladenen Gästen vorbehalten. Doch dann wird es spannend und die ganze Öffentlichkeit ist zum abschließenden Zapfenstreich am Areal zwischen Rathaus, Kirche und Grundschule eingeladen. „Der Große Zapfenstreich zählt zu den ranghöchsten Abhandlungen bei der Krönung eines festlichen Anlasses“, erklärt Felix Heine. Der Zweite Vorsitzende der Meringer Wehr ist dafür verantwortlich, dass dieses historisch begründete Ritual in einem würdigen Rahmen stattfindet. Er hat es für Mering ausgearbeitet und einstudiert und wird bei der Aufführung selbst als Solist an der Trompete auftreten.

„Wir haben lange gezögert, ob wir so eine feierliche Zeremonie wirklich angemessen bewältigen können“, erzählt Heine. „Aber jetzt haben wir uns dafür entschieden und es gibt kein Zurück mehr.“ In Vorbereitung auf das denkwürdige Event hat Felix Heine Handbücher gewälzt, Filmsequenzen angeschaut und das Areal vor Ort ausgemessen und Schrittfolgen berechnet. „Bereits im Dreißigjährigen Krieg gab es einen Zapfenstreich, nur handelte es sich dabei nicht um eine musikalische Darbietung, sondern um ein strenges Ordnungsritual. Durch die Signale der Spielleute wurde abends die Bettruhe angezeigt“, berichtet Felix Heine über seine Nachforschungen.

Der Begriff „Zapfenstreich“ hat seinen Namen vom Zapfen der Fässer. Mit einem Stockschlag oder -streich auf den Zapfen wurde das Ausschankende in den Schänken angedeutet. In Deutschland hat sich der Große Zapfenstreich zum höchsten militärischen Zeremoniell der Bundeswehr entwickelt.

Meringer Feuerwehr übt das das Losmarschieren und das Anhalten

Am Festabend in Mering wird Bürgermeister Hans-Dieter Kandler diese Ehre zuteil und er wird die Zeremonie zusammen mit Kommandant Andreas Regau als Überbringer abnehmen. Ehrenkommandant Robert Wankmüller übernimmt dann die Moderation im Fackelschein. Präsentiert wird die Zeremonie mit ihren vielfältigen Bestandteilen von Serenade, Marschmusik übers Gebet bis zur Nationalhymne von Mitgliedern verschiedener Meringer Vereine, dem Spielmannszug unter Tambourmajor Klaus Neumeir, der Feuerwehrkapelle Mering mit ihrem Dirigenten Stefan Nerlich und der Unterstützung von Martin Lichtenstern von der Kolpingkapelle an den Pauken und nicht zuletzt dem Jubelverein unter Führung des Zweiten Kommandanten Thomas Henl.

„Achtung, im Gleichschritt marsch!“, ertönt es derzeit bei den Proben aus seinem Munde und die Teilnehmer setzen sich rund um das Feuerwehrhaus in Bewegung. „Rechter Fuß halt, eins, zwei“ gibt Felix Heine beim Einstudieren das Kommando. Wenn man erst mal in Bewegung ist, dann klappt das mit dem Gleichschritt schon ganz gut. Aber das Losmarschieren und das Anhalten ist gar nicht so einfach. Und wie schafft man es, als Truppe links und rechts herum abzubiegen? Zunächst proben die Feuerwehrkameraden und die Musiker getrennt voneinander, nach einigen Proben wird dann alles zusammengeführt.

Ganz stolz marschieren der 13-jährige Maxi vom Spielmannszug und der zwölfjährige Sebastian von der Feuerwehrkapelle mit ihren Marschtrommeln der Truppe voran. Dabei kommt auch der Spaß nicht zu kurz, beispielsweise wenn aufgrund des Regenwetters bei der Probe statt der Feuerwehrfahne der Schrubber mit dem Putzlappen in die Höhe gehalten wird. Für den großen Festtag am 4. Mai hofft die Feuerwehr Mering aber auf bestes Wetter, denn sonst müsste der Große Zapfenstreich ausfallen.

Lesen Sie auch diesen Artikel: Sie brennen für die Meringer Feuerwehr

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren