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Dasing

10.04.2019

Feuerwehrhaus Dasing: Gemeinderat ringt um jeden Euro

Die Freiwillige Feuerwehr in Dasing braucht dringend größere Räumlichkeiten. Außerdem müssen unter anderem das bestehende Gebäude saniert und neues Material angeschafft werden. Insgesamt kostet das nach dem aktuellen Entwurf rund eine Million Euro. Aus Sicht vieler Dasinger Gemeinderäte zu viel Geld für eine Kommune, die sich dieses Jahr mit 3,4 Millionen Euro neu verschuldet.
Bild: Mareike König

Das Dasinger Feuerwehrhaus soll erweitert werden. Die Kosten sind vielen Gemeinderäten aber angesichts der Neuverschuldung zu hoch. Noch gibt es keine Lösung.

So voll wie diesmal war es lange nicht mehr im Dasinger Gemeinderat. „Wird Zeit, dass wir das neue Rathaus bauen“, scherzte Bürgermeister Erich Nagl angesichts der rund 15 anwesenden Zuhörer. Doch das Anliegen der Gäste war ernst: Sie sind allesamt Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Dasing, die seit Jahren auf ein neues Feuerwehrhaus wartet. Es entwickelte sich eine lange und hitzige Diskussion zum Thema.

Eine Million Euro für Dasinger Feuerwehrhaus

Karl Gamperl vom Bauamt und Michael Haid vom Ingenieurbüro Haid aus Aichach stellten zu Beginn der Gemeinderatssitzung den finalen Entwurf für die Erweiterung und Sanierung des Dasinger Feuerwehrhauses vor. Kostenpunkt insgesamt: rund eine Million Euro. Die Summe teilt sich hauptsächlich in 665.000 Euro für die Anbauten im Süden und Westen des Bestandsgebäudes sowie 200.000 Euro für verschiedene Sanierungsarbeiten auf.

Hinzu kommen kleinere Posten wie Asphaltierarbeiten und Neuanschaffungen wie Spinde. Auch ein Aufzug für rund 45.000 Euro ist geplant. Der Kauf eines zusätzlichen Grundstücks für die Erweiterung kostet die Gemeinde obendrein über 100.000 Euro. Gefördert werden wohl ausschließlich die drei neuen Stellplätze für Einsatzfahrzeuge mit je 27.500 Euro. So bleibt eine Gesamtsumme von 872.000 Euro, die die Gemeinde neben dem Grundstückskauf investieren müsste.

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Dasinger Gemeinderäte: Kosten bei Haushalt verschwiegen

Mehrere Gemeinderäte zeigten sich erzürnt darüber, dass bei der letzten Sitzung im März, als der Haushalt für dieses Jahr und die weitere Finanzplanung besprochen wurden, keine Rede von solch hohen Kosten war. Johann Kügle (CSU) sagte Richtung Bürgermeister und Gamperl vom Bauamt: „Wollen Sie jetzt sagen, dass sich das alles erst in den letzten zwei Wochen herausgestellt hat? Ich will das Vorhaben unterstützen, aber diesen Summen kriege ich Bauchschmerzen. Ich weiß nicht, ob ich da zustimmen kann.“ Ähnlich äußerten sich weitere Mitglieder des Gremiums.

Gamperl vom Bauamt gestand, die aktualisierten Kosten nicht rechtzeitig im Haushalt und der Finanzplanung eingearbeitet zu haben. „Ich bin auch nur ein Mensch und es war sicher keine Absicht“, meinte er dazu. Im Haushalt 2019 seien aber ohnehin nur 200.000 Euro für das Feuerwehrhaus eingeplant, so Gamperl. „Und selbst die werden wir nicht abrufen, weil der Bau wohl erst im Frühjahr 2020 startet. Die Investitionen betreffen hauptsächlich die Jahre 2020 und 2021.“

Kann sich Dasing das Feuerwehrhaus trotz hoher Schulden leisten?

Für Anne Glas (Aktive Bürger) ist das kein Argument. Sie verwies auf die vorgesehene Neuverschuldung der Gemeinde Dasing von 3,4 Millionen Euro schon im laufenden Jahr: „Die Kosten werden kommen, egal wann. Ich bin nicht gegen die Feuerwehr, sondern gegen die Salamitaktik, die uns hier präsentiert wurde. Ich fände eine Lösung ohne den Zukauf eines neuen Grundstücks sinnvoller. Warum gibt es eigentlich keine alternativen Vorschläge?“

Auch andere Gemeinderäte sprachen sich dafür aus, Punkt für Punkt der Planung durchzugehen und weniger dringende Arbeiten zu verschieben oder günstigere Varianten zu entwickeln. Bürgermeister Nagl konnte die Aufregung nicht ganz nachvollziehen: „Wir legen für den Neubau mit 665.000 Euro eine Punktlandung hin. Der Rest sind ganz andere Posten, über die man diskutieren kann. Ich bin aber skeptisch, ob wir da auf einen grünen Zweig kommen. Ich denke, wir sollten am besten jetzt alles machen und das gescheit. Die Feuerwehr Dasing steht seit Jahren in der Bedarfsplanung.“ Für Nagls Position fanden sich ebenfalls Fürsprecher.

Feuerwehr Dasing: Neues Feuerwehrhaus dringend nötig

Michael Huber, Kommandant der Feuerwehr Dasing, meldete sich aus dem Publikum zu Wort. Er betonte, dass es nicht darum gehe, irgendwelche Wünsche zu erfüllen. Vielmehr beinhalte die Planung lediglich das absolut Notwendige für eine effektive Arbeit: „Meine Mannschaft ist oft genug sauer auf mich, weil ich so sparsam bin. Glauben Sie mir, ich bin auch dafür, kein Geld zu verschwenden.“

Das bestehende Gebäude sei 20 Jahre alt und seitdem wenig investiert worden. Gamperl bestätigte, dass unter anderem das Kommandantenbüro nicht mehr aktuellen Vorschriften entspreche. Bürgermeister Nagl wies zudem darauf hin, dass beispielsweise die Rolltore marode seien. „Das muss einfach gemacht werden“, so Nagl.

Letztlich fand ein Vorschlag vom Dritten Bürgermeister Markus Waschka (CSU) Zustimmung: Am 23. April treffen sich Gemeinderäte, die Verantwortlichen für den Bau sowie Vertreter der Feuerwehr in Dasing, um den bestehenden Entwurf umfassend zu prüfen. In der nächsten Gemeinderatssitzung am 7. Mai könnte dann eine geänderte Entwurfsplanung zur Abstimmung kommen. Einzelne Arbeiten werden womöglich verschoben.

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