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Asyl in Fiedberg

03.04.2015

Flüchtlinge lernen Backstube kennen

Aus dem Senegal stammende Asylbewerber unternahmen mit ihrer „Deutschlehrerin“ Mathilde Renner-Redl einen Unterrichtsgang in die Friedberger Bäckerei von Rainer Scharold.

Senegalesen können in Firmen hineinschnuppern. Sie vergleichen die Brotpreise mit denen in der Heimat und können sich vorstellen, dort mitzuarbeiten.

Friedberg Einblicke in eine deutsche Backstube hat der Friedberger Bäckermeister Rainer Scharold Asylbewerbern aus dem Senegal ermöglicht. Es war eine Art Unterrichtsgang, bei dem Mathilde Renner-Redl für die jungen Afrikaner übersetzte. Die frühere Realschullehrerin ist für die 19- bis 28-Jährigen zur Deutschlehrerin geworden. Dies kam zustande, nachdem Jürgen Pfennig vom Asylhelferkreis auf Suche nach Engagierten mit Französischkenntnissen war. Er wandte sich darum an das Partnerschaftskomitee für Bressuire, wo sich Mathilde Renner-Redl als Vize-Vorsitzende engagiert.

Die frühere Französisch-Lehrerin entschied sich, zweimal in der Woche in der Asylunterkunft im früheren Autefagebäude an der Afrastraße Deutsch zu unterrichten. Für sie ist das die sinnvollste Art, die Senegalesen zu unterstützen. Wobei der Sprachunterricht für die Asylbewerber nicht gerade einfach ist. Meistens haben sie Französisch nur in der Schule gelernt und teilweise sind sie Analphabeten. Mathilde Renner-Redl ist überzeugt, dass die Senegalesen Deutsch am besten durch persönlichen Kontakt lernen. Gleichzeitig hat sie mitbekommen, wie traurig und frustriert die Asylbewerber darüber sind, dass sie meistens den ganzen Tag über nichts zu tun haben.

Froh sind Renner-Redl und Jürgen Pfennig deshalb darüber, dass Asylbewerbern vierwöchige Praktika ermöglicht werden. In Friedberg übernehmen dabei die Bäckerei Scharold, die Firma Fliesen Bretschneider und die Familie Ufertinger vom Brauereigasthof St. Afra im Felde laut Renner-Redl eine Vorreiterrolle. Und Jürgen Pfennig verweist „auf eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Talenten und Kenntnissen“. Unter den Asylbewerbern gibt es demnach Elektriker, Maurer, Sanitärarbeiter, Schreiner, Bauer, Automechaniker, Maler, Schuhmacher, Fliesenleger, Reinigungskräfte und Schweißer.

Wie interessiert die Flüchtlinge an deutschen Betrieben sind, zeigte sich beim Besuch in der Bäckerei Scharold. Sie informierten sich darüber, wie dort gearbeitet wird und verglichen die Brotpreise mit denen in Senegal. Um in einer Bäckerei mitarbeiten zu können, versicherte ein Afrikaner, gerne auch mitten in der Nacht aufzustehen.

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