Newsticker
6729 Corona-Neuinfektionen und 217 neue Todesfälle gemeldet
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Fotograf Klaus Theilacker veröffentlicht neues Fotobuch über Friedberg

Friedberg

24.08.2020

Fotograf Klaus Theilacker veröffentlicht neues Fotobuch über Friedberg

Der Fotograf Klaus Theilacker dokumentiert in einem neuen Buch, wie sich Friedberg entwickelt hat.
Bild: Elisa Glöckner

Plus Klaus Theilacker spürt in dem Bildband den Veränderungen im Friedberger Stadtbild nach. Mit digitaler Technik rekonstruiert er historische Ansichten ganzer Straßenzüge von Friedberg.

Wie hat sich Friedberg im Laufe der Jahrhunderte verändert? Begleitend zur Bayerischen Landesausstellung über die Wittelsbacher Gründerstädte geht Klaus Theilacker dieser Frage in einem neuen Bildband nach. In Großpanoramen stellt er historische Stadtansichten, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, dem heutigen Bild Friedbergs gegenüber.

Klaus Theilacker ist pensionierter Diplom-Ingenieur und passionierter Fotograf. Fast die Hälfte seines Lebens, 36 Jahre, war er Vorsitzender der Fotofreunde Friedberg. Seine Motive findet er auf Reisen durch Europa, Afrika, Nordamerika oder bei einem Spaziergang durch Friedberg – der Stadt, in der der gebürtige Franke längst heimisch geworden ist. Ihr hat er bereits zur 750-Jahr-Feier ein Buch gewidmet, das „Friedberg im Wandel der Zeit“ beschreibt.

Friedbergs historische Straßenansichten erstellt Theilacker am Computer

Die Panoramen erstrecken sich teilweise über Doppelseiten des querformatigen Buchs und zeigen ganze Straßenzüge, etwa die Ludwigstraße vom ehemaligen Gasthaus Hohes Glas an der Ecke Haagstraße bis zur Einmündung in die Jungbräustraße. In der Einleitung verrät Theilacker seine Arbeitsmethode: Aus einzelnen Fotografien werden die schräg verlaufenden Hauskonturen am Computer in waagrechte und senkrechte Linien umgewandelt.

„Dann werden alle nicht zum Bild gehörenden Details wegretuschiert“, berichtet Theilacker weiter. Es folgt die Korrektur der Helligkeit und der Kontraste, um alle Einzelheiten sichtbar zu machen. Schließlich werden die Größen angepasst, die Teilbilder zusammengefügt und Lücken geschlossen.


Die alte Panoramafotografie zeigt den Marienplatz Richtung Jungbräustraße.
Bild: Klaus Theilacker

„Rechnet man den Gesamtaufwand für eine Buchseite, nämlich das alte und das neue Panorama zusammen, so darf man für die Fotografie, das Zusammentragen und Auswählen der Altbilder, deren digitale Reproduktion und die gesamte Montage etwa eine Arbeitswoche im Fulltime-Job je Straßenzug ansetzen“, rechnet der Fotograf vor.

Und Theilackers Buch enthält eine ganze Reihe solcher Gegenüberstellungen – vom Marienplatz über die Bauernbräustraße bis zur Luitpoldstraße mit Blick auf den Bahnhof und die Innenstadt. Wie sich die Ansicht von Augsburg her durch die Jahrhunderte veränderte, zeigen die Reproduktionen historischer Panoramen, deren älteste von Michael Müller aus dem Jahr 1571 datiert.

Schon früher wurde abgekupfert

Dass Plagiate und Fälschungen kein Phänomen unserer Zeit sind, belegt Klaus Theilacker mit seinen Untersuchungen. Schon Matthäus Merian „kupferte“ für seinen Stich aus dem Jahr 1644 im Wortsinne ab und übernahm dabei auch Fehler früherer Darstellungen. Selbst 180 Jahre nach der Zerstörung zeigte ein weiterer Stich von Gabriel Bodenehr noch das alte Friedberger Schloss. Fehlerhafte Positionierungen und Darstellungen von Gebäuden lassen für Theilacker nur den Schluss zu, dass meist nicht vor Ort gestochen, sondern im Atelier nach Vorlagen einzelner und falscher Zeichnungen gearbeitet wurde.

Friedberg – Entwicklung der Stadt in Großpanoramen“ kann bestellt werden über klaus.theilacker@web.de

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren