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Mering

31.01.2021

Frau aus Mering erleidet heftige Hautreaktion durch Corona-Maske

Eine schmerzhafte Hautreaktion machte der Meringerin Margit Hummel nach dem Tragen einer Maske gemäß FFP2-Standard zu schaffen. Noch etliche Tage später ist die Rötung zu sehen.
Foto: Hummel

Plus Schmerzhaft hat die Haut von Margit Hummel auf die dicht schließende Corona-Maske reagiert. Eine Dermatologin erklärt, wie häufig solche Probleme vorkommen.

Eigentlich sollte die Maske sie und andere schützen. Doch der Meringerin Margit Hummel, unter anderem bekannt durch ihre Schneiderei, bescherte sie einen äußert schmerzhaften und lang anhaltenden Ausschlag. Expertin Prof. Dr. Julia Welzel, Direktorin an der Klinik für Dermatologie und Allergologie und Leiterin des Allergiezentrums am Universitätsklinikum Augsburg, ordnet das Problem aus hautärztlicher Sicht ein.

Corona: Meringerin mit Schmerzen und Rötung durch Maske

Es war eine sogenannte KN95-Maske, die die Meringerin von ihrem Arbeitgeber ausgehändigt bekam. Dieser Typus entspricht in etwa dem Schutzstandard von FFP2-Masken, ist jedoch nach einem anderen Normsystem klassifiziert. Der TÜV rät, bei den Masken auf Prüfnorm (DIN EN 149:2009-08), CE-Kennzeichen sowie eine vierstellige Nummer zu achten, die Rückschlüsse auf das Prüf-Institut zulasse. Dies gelte auch für diese sogenannten KN95-Masken, die oft anstelle von FFP2-Masken verkauft werden.

Bei der Maske, die Margit Hummel, etliche unangenehme Tage bescherte, fehlte beispielsweise das CE-Kennzeichen - wie sie hinterher feststellte. Als Schmerzen und Rötung auftraten, ging sie zunächst von einer allergischen Reaktion aus. Ein entsprechender Allergietest bei ihrem Hautarzt bestätigte dies jedoch nicht.

Reaktion auf Maske: So ähnlich wie ein wunder Windelpopo

"Das ist kein Spaß, das tut sehr, sehr weh", sagt sie. Die Entzündung sei entstanden, weil ihre Haut auf die Wärme und Feuchtigkeit, die unter der dicht schließenden Maske entsteht, reagiert habe. "Es handelt sich um eine Kontaktdermatitis, so ähnlich wie bei einem wunden Windelpopo. Die Maske wirkt wie eine Windel im Gesicht", veranschaulicht Margit Hummel.

Außerdem habe sie sich damit beschäftigt, aus welchen Materialien FFP2-Masken bestehen. "Unter anderem können diese Masken auch aus Glasfaser bestehen", erfuhr sie. Margit Hummel geht davon aus, dass das bei ihrer Maske der Fall gewesen ist. Über zwei Wochen dauerte es, bis die Entzündung wieder abgeklungen war.

Nach der schmerzhaften Hautreaktion hat sich die Schneiderin Margit Hummel einen Unterzieher zu ihrer FFP2-Maske genäht. Ich lasse nur noch Naturmaterialien an mein Gesicht!, sagt sie.
Foto: Hummel

Die Meringerin geht davon aus, dass sie nicht die einzige ist, der das Tragen der dicht schließenden Maske Probleme bereitet. Sie schneidert jetzt dünne Baumwoll-Unterziehmasken, die vor den FFP2-Masken schützen sollen: für sich selbst und auf Wunsch auch für andere Betroffene. Diese sind genau eingepasst, sodass laut der Meringerin die Schutzfunktion der FFP2-Masken nicht beeinträchtigt wird. Als weiterer Tipp rät sie, Zinksalbe unter der Atemschutzmaske aufzutragen. "Bei mir funktioniert das zumindest gut."

Dermatologin: FFP2-Masken können scheuern und drücken

Dermatologin Julia Welzel erklärt aus hautärztlicher Sicht, was beim Tragen der Maske geschehen kann. "FFP2-Masken sind sehr okklusiv, das heißt, dass sich darunter Feuchtigkeit sammelt ", sagt sie. Durch die Überfeuchtung der Haut könne eine periorale Dermatitis mit kleinen Pickeln um den Mund herum auftreten. "Das sehen wir öfters, ist harmlos, aber manchmal etwas hartnäckig zu behandeln", so die Expertin.

Außerdem gebe es öfters mechanische Probleme durch die Maske, die durch das enge Anliegen besonders im Wangenbereich scheuern und eindrücken könne. "Die Haut ist an diesen Stellen trocken, teils auch gerötet und schuppt", schildert Welzel. Hier könne tatsächlich - wie von Margit Hummel vorgeschlagen - eine weiche Baumwollinnenmaske oder eine Hautschutzcreme an den Auflagestellen helfen.

Sehr selten gibt es laut der Dermatologin echte Allergien auf Maskenbestandteile und sie selbst habe einen solchen Fall noch nie diagnostiziert. "Hier ist insbesondere der Metallbügel am Nasensteg kritisch zu sehen, wenn er direkt auf der Haut liegt, was vermieden werden sollte, weil er bestimmt Nickel enthält", rät sie. Nickel sei ein sehr häufiges Allergen, auf das Menschen beispielsweise auch bei Modeschmuck reagieren. "Allergien zeichnen sich dadurch aus, dass sie jucken, die Haut rot ist und schuppt und dass die Rötung in die Umgebung streut, also auch an Stellen auftritt, wo die Maske gar keinen Hautkontakt hat", erklärt die Expertin.

Insgesamt sei das Tragen einer FFP2-Maske zwar nicht angenehm. Es sei aber fast nie so, dass es medizinische Argumente seitens der Haut gebe, die ein Tragen der Maske verbieten. "Wir am Universitätsklinikum Augsburg arbeiten seit vielen Monaten den ganzen Tag, oft ohne Unterbrechung, mit FFP2-Masken, ohne dass es größere Probleme damit gegeben hat", berichtet sie aus eigener Erfahrung in einer Einrichtung mit mehreren Tausend Mitarbeitern.

Kontakt Wer Interesse an den Unterziehmasken von Margit Hummel hat, kann sie unter Tel. 0162-9028486 erreichen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

02.02.2021

@Thomas S. Diesen Satz habe ich tatsächlich überlesen, auch wenn ich des Lesens durchaus kundig bin ;-)
Was aber immer noch die restlichen Fragen offenlässt, und zusätzlich die Frage aufwirft: Woher stammen die Informationen.
Welche Masken werden / wurden eingesetzt und woher (von welchem Anbieter) stammen die.

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01.02.2021

Es ist schon sehr merkwürdig, welche Plattform hier bei der Friedberger Allgemeinen dieser Dame für ihre kruden Thesen zu FFP2-Masken geboten wird.
Da wird munter behauptet, manche Masken würde Glasfasern enthalten, ohne dass Widerspruch oder Aufklärung erfolgt.(edit/mod/NUB 7.3) Dass dann noch ihre "Erfindung", nämlich dieser "Unterzieher" mit Bild angepriesen wird und die Dame zitiert wird, diese "Unterzieher" seien genau eingepasst, sodass laut der Meringerin die Schutzfunktion der FFP2-Masken nicht beeinträchtigt sei, kann ja wohl nur ein Witz sein.
Unter der FFP2 Maske ist überhaupt nichts zu tragen, da sonst die Schutzfunktion nicht gewährleistet wird. Dass diese "Unterzieher" überhaupt nicht praktikabel sind und sich mit diesen eine Maske nicht mehr dicht abschließen lässt, sieht man schon an dem Bild.
Dass am Ende des Artikels dann noch die Telefonnummer der Dame publiziert wird, unter der man diese zweifelhaften "Unterzieher" bestellen kann, hat wirklich schon einen besonderen Geschmack.
Ich bin wirklich sehr entsetzt über diese Art der Berichterstattung!

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02.02.2021

Dass was Sie schreiben ist ich auch entsetzlich.
Wo steht etwas von Behauptungen dass "... manche Masken würde Glasfasern enthalten..."?
Woher beziehen Sie Ihre Informationen dass dem so sein soll?
Und was ist verwerflich oder "entsetzlich" wenn jemand versucht eine Lösung anzubieten?

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02.02.2021

@ Gerd R
Tja, wer lesen kann, ist klar im Vorteil ;)

Außerdem habe sie sich damit beschäftigt, aus welchen Materialien FFP2-Masken bestehen. "Unter anderem können diese Masken auch aus Glasfaser bestehen", erfuhr sie. Margit Hummel geht davon aus, dass das bei ihrer Maske der Fall gewesen ist.

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01.02.2021

@Robert M.
Sie sind da etwas auf Abwegen unterwegs.
Was Sie als Link (EU-Parlament) angeben ist aus dem Jahr 2008. Und der Eintrag aus Wikipedia ebenfalls.
Wie Sie in den Logos unschwer erkennen können existiert doch ein Unterschied. Auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen.


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01.02.2021

Es hat sich aber seit 2008 nichts geändert. Ein CE-Zeichen ist und bleibt ein CE-Zeichen, auch wenn es nicht 100 %ig der Vorlage entspricht.

Hören Sie doch bitte auf, hier die Räuberpistole vom "China Export" zu erzählen!

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02.02.2021

@Robert M.
Zur Information CE Zeichen werden nicht deswegen eingeführt damit Richtlinien dazu weitläufig ausgehebelt werden.
Wenn ein nicht korrektes CE Zeichen ihre Zustimmung findet, sind dann auch Plagiate und Produktfälschungen mit einem nicht 100%igen Markennamen für Sie ok?

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02.02.2021

Sie messen dem CE-Zeichen viel zu viel Bedeutung bei. Mit dem CE-Zeichen erklärt der Hersteller eines Produkts lediglich, daß er der Meinung sein, es hielte die zuständigen Normen und Vorschriften ein. Mehr nicht. Wiki schreibt dazu:
"Die CE-Kennzeichnung ist daher kein Qualitätssiegel, sondern eine Kennzeichnung, die durch den Inverkehrbringer in eigenem Ermessen aufzubringen ist und mittels der er zum Ausdruck bringt, dass er die besonderen Anforderungen an das von ihm vertriebene Produkt kennt und dass selbiges diesen entspricht.[1]" (https://de.wikipedia.org/wiki/CE-Kennzeichnung). Es gibt genug Produkte, auf denen so ein CE-Zeichen prangt, obwohl das Produkt gar keins nötig hätte, zum Beispiel https://youtu.be/cpvHdS9xmb0

Und ein CE-Zeichen ist ein CE-Zeichen ist ein CE-Zeichen, auch wenn nicht jeder Strich auf den Hundertstel Millimeter genau der Vorgabe entspricht.

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31.01.2021

Die Verwirrung bezüglich FFP2, KN95 und/oder N95 Masken ist eigentlich einzig durch die Regierung aufzuklären.
Es gibt übrigens zwei "CE" Zeichen. Das richtige CE-Zeichen bedeutet "Conformité Européenne", das "angepasste" CE-Zeichen wurde von findigen Chinesen auf Produkte gedruckt, hat aber ausser den 2 Buchstaben nicht mit dem korrekten CE-Zeichen zu tun.
Den Unterschied zwichen den Zeichen kann man sich ansehen unter:
https://de.wikipedia.org/wiki/CE-Kennzeichnung#/media/Datei:Comparison_of_two_used_CE_marks.svg

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31.01.2021

Ich habe Vergessen zu erwähnen dass das nicht korrekte CE-Zeichen "China-Export" bedeutet.

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31.01.2021

"Ich habe Vergessen zu erwähnen dass das nicht korrekte CE-Zeichen "China-Export" bedeutet."

Nein, bedeutet es nicht. Das ist eine urbane Legende:
https://en.wikipedia.org/wiki/CE_marking#China_Export
https://www.europarl.europa.eu/sides/getAllAnswers.do?reference=P-2007-5938&language=EN

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