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Engagement

15.02.2018

Frauenbund ist mehr als Kaffeekränzchen

Anneliese Herter
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Anneliese Herter

Der Wandel des Frauenbilds stellt die Organisation vor neue Herausforderungen. Dabei waren die Gründerinnen damals revolutionär

So wie sich in den vergangenen Jahrzehnten das Frauenbild geändert hat, so änderte sich auch die inhaltliche Arbeit im Frauenbund. Lag früher gesellschaftsbedingt das Hauptaugenmerk auf den drei großen K (Kinder – Küche – Kirche), so bietet der Veranstaltungskalender der Vereinigungen seit Jahren neben religiösen Themen auch kulturelle Aspekte, kreatives Gestalten und geselliges Miteinander. Doch ist es überhaupt noch „in“, sich im Frauenbund zu engagieren?

Gerti Wiedemann vom Frauenbund Merching räumt gleich mal mit Vorurteilen wie tratschende Kaffeeklatschrunde oder veralteter Omaverein auf. „Wir sind ganz anders“, sagt sie und lacht. Die Jüngsten des Vereins sind um die 30 und in der Mutter-Kind-Gruppe engagiert, die „Golden Agers“ um die 80 und halten sich beim Turnen zweimal die Woche fit. „Wir bringen uns ein“, sagt Wiedemann. Das geschehe dadurch, dass der Merchinger Frauenbund, da er im Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) integriert ist, politische Themen wie Umwelt oder Ernährung angehe. „Was interessiert den Großteil unserer Mitglieder?“ Danach richte sich das Programm.

Auch komme es auf die Strukturen des Vereins an. „Veranstaltet der Verein schon immer Seniorennachmittage, wird er es auch weiter tun“, so die Ansprechpartnerin des Frauenbundes. Eine Aktion, auf die sie sich besonders freut, ist die Soli-Brot-Aktion vom 14. Februar bis 2. April. Gemeinsam mit dem Hilfswerk Misereor sollen durch den Verkauf von Soli-Broten Spenden für Misereor-Projekte zur Verfügung gestellt werden. Einen aktuellen Trend, nämlich den des In-sich-Kehrens und Meditierens, greifen die Frauen auf, indem sie am Gründonnerstag eine „Nachtwache“ in der Anna-Kapelle einrichten. „Alle, die zur Ruhe kommen wollen, werden hier mit Liedern und Gebeten begleitet“, sagt Wiedemann. Zusammen mit ihrem Team ist sie überzeugt: „Wir machen uns stark für Frauen.“ Diese Überzeugung war und sei heute noch das Fundament des KDFB.

Auch die Meringer Teamleiterin Anneliese Herter erzählt von einem Angebot, das in der heutigen stressigen Zeit hochaktuell ist: der meditative Tanz, der Anfang Februar im Angebot war. Die Tänze vermitteln symbolhaft Lebensweisheiten und führen die Besucherinnen in ihre eigene Mitte. Sie kommen während dieser knappen zwei Stunden zur Ruhe und können Abstand gewinnen von Alltag und Stress.

Der Frauenbund sei immer aktuell, da bei der Planung des Programms berücksichtigt werde, welche Themen gerade interessant sind und wo Frauen und Familien in allen Altersstufen Bedarf an Unterstützung und Info haben. Herter: „Dadurch ist unser Programm sehr breit gefächert. Es beginnt mit Informationsveranstaltungen, bei denen wir uns mit zeitkritischen Fragestellungen, die unser Handeln als Frauen beeinflussen, beschäftigen. Mit dem Verbraucherservice Bayern im KDFB haben wir eine Institution, die hier vielfältige Möglichkeiten bietet.“

So wurden im vergangenen Jahr die Themen „Wasser, kostbares Gut“, „Plastik – Fluch oder Segen?“ und „Lebensmittelkennzeichnung“ behandelt. Ein weiterer Trend ist der Babysitterdienst. Die Vermittlungsstelle beim Frauenbund versucht, die Interessen der Jugendlichen mit den Bedürfnissen der Einsatzfamilien in Einklang zu bringen und so den bestmöglichen Babysitter für ein oder mehrere Kinder einer Familie zu finden.

Auch in Ried gibt es einen Frauenbund, der Frauen ein Forum bietet, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren und auch auf gesellschaftliche Themen wie Lohngleichheit zwischen Frau und Mann, Rentenanpassung und familienfreundliche Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. „Unser Verein ist nach wie vor sehr aktuell“, sagt Brigitte Helfer auf die Frage, ob denn so ein Frauenbund nicht längst überholt sei. Sie kommt nämlich gerade vom sogenannten Kalt-Wasser-Grillen – zurzeit ein Riesentrend bei Vereinen. Seit 1995 gehört auch eine Mutter-Kind-Gruppe zum Katholischen Frauenbund Ried. Kleinkinder von etwa einem halben Jahr bis zum Kindergartenalter mit ihren Müttern und Omas treffen sich hier wöchentlich, um sich bei Brotzeit und gemeinsamen Spielen besser kennenzulernen.

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