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Aichach-Friedberg

07.04.2016

Freibier nach der Darmspiegelung

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Nach der Darmspiegelung zur Vorsorge in den Krankenhäusern Friedberg und Aichach sowie bei niedergelassenen Kooperationspartnern spendiert die Brauerei Kühbach ein alkoholfreies Bier. Darüber freuen sich (von links) Dr. Albert Bauer, Umberto Freiherr von Beck-Peccoz und Landrat Klaus Metzger.
Bild: Andreas Schmidt

Gerade für Männer, die sich gerne vor Voruntersuchungen drücken, ist das ein gutes Angebot: Nach der Darmspiegelung gibt es im Friedberger Krankenhaus alkoholfreies Weizen.

Gerade Männer drücken sich gerne vor Vorsorgeuntersuchungen. Dabei werden die Spezialisten des Darmzentrums Friedberg-Augsburg mit Sitz im Friedberger Krankenhaus nicht müde zu betonen, wie lebensrettend Darmspiegelungen zur Krebsvorsorge sein können. Auch Landrat Klaus Metzger hat sich vorgenommen, sich spiegeln zu lassen, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Und er freut sich schon auf „das Bier danach“. Es wird ein alkoholfreies Schloss-Weizen sein – spendiert von der Brauerei Kühbach. Das ist kein Sonderservice für den Landrat, sondern soll vielen Patienten im Raum Augsburg nach der Spiegelung zugutekommen. Mindestens ein Jahr gibt es dann auf Wunsch das Freibier in den Krankenhäusern in Friedberg und Aichach sowie in den Augsburger Fachpraxen Dr. Schiffelholz, Dres. Burgstaller und Zilly sowie Dr. Gumpel. Sie zählen zum Netzwerk des Darmzentrums Friedberg-Augsburg mit Sitz im Krankenhaus Friedberg.

Eine bayerische Idee

Dort erklärt der Zentrums-Koordinator, Chefarzt Dr. Albert Bauer, was es mit dem Bier danach auf sich hat. Vorreiter war 2012 zunächst eine Brauerei in Kelheim. Seit 2014 macht die Idee bayernweit die Runde. „Da springen wir gerne auf“, sagt Chefarzt Bauer. Ihm sei fast jedes Mittel recht, um gerade vorsorgeunwillige Männer zur Spiegelung zu bewegen. Bislang nutzt nur etwa jeder Zehnte das Angebot der Krankenkassen zur Früherkennung, das üblicherweise ab dem 55. Lebensjahr empfohlen wird. Nach einer Anfrage des Krankenhauses brauchten die Freiherren von Beck-Peccoz als Geschäftsführer der Brauerei Kühbach keine Bedenkzeit. Gerne unterstütze man die Gesundheitsvorsorge, begründet dies Umberto Freiherr von Beck-Peccoz.

Gestartet wurde die Aktion im Friedberger Krankenhaus in der vergangenen Woche – noch im Darmkrebsmonat März. „Das Freibier kommt sehr gut an“, weiß Chefarzt Bauer. Er empfiehlt das alkoholfreie Bier danach ohne Bedenken – nur nicht trockenen Alkoholikern. Denn eine geringe Menge Restalkohol ist noch enthalten. Es dient laut dem brauenden Freiherr als Geschmacksträger.

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Alternative zur Apfelschorle

Üblicherweise trinken die Patienten nach der Spiegelung Tee oder Apfelschorle. Empfohlen wird dies, um den Flüssigkeitsverlust aufgrund der zuvor eingenommenen Abführmittel auszugleichen. Alkoholfreies Weißbier sei dafür mindestens so gut geeignet wie Apfelschorle, sagt Chefarzt Bauer.

Dass sich die Vorsorge nicht nur wegen des Biers danach lohnt, belegt Bauer mit Statistiken des Darmzentrums Friedberg-Augsburg. Seit das Netzwerk von Spezialisten im Raum Augsburg 2009 gestartet ist, sind die Heilungschancen für Patienten überdurchschnittlich gestiegen. Mittlerweile verzeichnet der Geschäftsführer der Kliniken an der Paar (Friedberg und Aichach), Dr. Krzysztof Kazmierczak, in diesem Bereich weniger chirurgische Eingriffe. Für die Patienten zahlt es sich aus, dass Polypen als mögliche Vorstufen von Tumoren schon bei den Vorsorge-Spiegelungen entfernt werden. Erste Anlaufstellen für die Krebsvorsorge sind niedergelassene Ärzte.

Nun kann sich Umberto Freiherr von Beck-Peccoz darauf gefasst machen, viele Tausende Flaschen alkoholfreies Weizen zu spendieren. „Eine Obergrenze gibt es nicht“, sagt der Geschäftsführer. Je mehr mitmachen bei der Darmkrebsvorsorge, umso lieber wäre es ihm.

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