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Aufführung

21.11.2017

Freude über die Weltpremiere

Im Schrank-Versteck wird es eng für Markus Nimführ und Florian Schwarzenbrunner von den Theaterfreunden.
Bild: Peter Stöbich

Theaterfreunde Ried meistern mit ihrem Stück „Der gierige Grantler“ die Herausforderung mit Bravour

Mit der Wahl ihres neuen Stücks „Der gierige Grantler“ ist den Theaterfreunden in Ried ein Glücksgriff gelungen. „Wir sind damit aber auch an unsere Grenzen gestoßen“, sagte Hauptdarsteller Alois Bachmeir nach der viel bejubelten Premiere, die dieses Jahr auch noch eine ganz Besondere war: Es war weltweit die erste Aufführung von Alexandra Stiglmeiers erstem Bühnenwerk.

Die Autorin aus Peiting hat sich allerhand originelle Gags einfallen lassen, um das Publikum einen Abend lang aufs Beste zu unterhalten, und dürfte wohl bald auf vielen bayerischen Bühnen zuhause sein. Am Samstag, 25. November, will sie um 19.30 Uhr zur Aufführung nach Ried kommen. „Ich bin schon sehr gespannt, wie dort meine Ideen umgesetzt worden sind“, sagt sie.

Schon als Kind hatte die 48-Jährige gern kleine Geschichten geschrieben und ist heute auch mit einem Solo-Kabarettprogramm unterwegs. „Mein zweites Stück ist bereits in Arbeit und wird Rahmschwammlerl heißen“, verrät sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

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Der Grantler ist weitaus mehr als eine der üblichen Bauerntheater-Schwänke, wie sie landauf, landab regelmäßig zu sehen sind, und überrascht mit Elementen einer Boulevard-Komödie, was an ein Amateur-Ensemble hohe Ansprüche stellt. Denen wurden die Rieder trotz Lampenfiebers mit exaktem Timing und enormer Spielfreude gerecht.

Auch die Bühnenbauer haben alle Hände voll zu tun, wenn sie in der Pause zwischen zweitem und dritten Akt eine eindrucksvolle neue Kulisse aufbauen müssen, in der ein Klohäuschen eine wichtige Rolle spielt. Darin soll Klempnermeister Sixtus Grollhofer um die Ecke gebracht werden, weil er ständig seine Familie und Mitmenschen tyrannisiert – ähnlich wie Ekel Alfred in der Fernsehserie „Ein Herz und eine Seele“.

Wie Alois Bachmeir nörgelnd und unausstehlich durch den Abend poltert, ist ebenso sehenswert wie sein humoriger Gegenpart Brigitte Helfer als ungeschicktes Dienstmädchen. Als Spielleiter führen Helfer und Andreas Seidel das Ensemble effektvoll durch den Abend; sie können sich dabei auf die Erfahrung der alten Theater-Hasen verlassen, die schon viele Jahre mit dabei sind. „Schauspielerisch und bühnentechnisch war die neue Inszenierung aber eine echte Herausforderung für uns alle“, räumt Bachmeir ein.

Als naiver Lehrbub bei den Grollhofers weckt Florian Schwarzenbrunner Erinnerungen an die kindliche Komik des genialen Stan Laurel. Ebenso können alle übrigen Darsteller ihre Rollen überzeugend verkörpern: Jenny Wagner, Sandra Erhard, Johann Wittkopf sowie Renate und Markus Nimführ. Auf einer zweiten Spielebene wird das Geschehen am Bühnenrand von zwei moralischen Instanzen beobachtet und kommentiert, sodass es bei aller Gaudi auch einen spirituellen Hintergrund gibt.

Als durchtriebenes Ego ist Johanna Mair zu sehen, als sanftmütiges Gewissen die junge Lena Häckl, die damit ihren Sprung ins Erwachsenen-Theater gut geschafft hat. Im Gegensatz zu vielen ähnlichen Aufführungen gelingt es der Autorin, die Spannung bis zum Ende des dritten Akts aufrecht zu erhalten. Ob der gierige Grantler im Klohäusl tatsächlich sein Ende findet, wird hier nicht verraten.

Die Zuschauer erfahren es bei den Vorstellungen am kommenden Freitag und Samstag jeweils um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 26. November, um 18 Uhr. Die Jugendgruppe wird am Sonntag auch das Märchen „Die kleinen Leute von Swabedoo“ zeigen.

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noch mehr Bilder zum Theaterstück unter

friedberger-allgemeine.de/bilder

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