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Schloss

20.06.2011

Freunde des Barock machen sich selber hoffähig

Eigentlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Im Unterrock probten die Tänzerinnen erstmals im Schlosshof für die „Nacht des Barock“ am 1. Juli.
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Eigentlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Im Unterrock probten die Tänzerinnen erstmals im Schlosshof für die „Nacht des Barock“ am 1. Juli.
Bild: Gudrun Opladen

Friedberger Gruppe will mit Tänzen und Kostümen an prächtige Zeiten erinnern

Im weit ausladenden Unterrock und trotzdem ganz züchtig – weil sie darunter noch etwas angezogen hatten – probten Damen dieser Tage im Schlosshof Tänze ein. Richtig hoffähig mit aufwendigen Kostümen werden sie erst in der „Nacht des Barock“ am Freitag, 1. Juli, ab 20 Uhr im Hof des Wittelsbacher Schlosses in Friedberg. Erstmals werden die „Freunde des Barock Friedberg“ dann öffentlich tanzen – ergänzt durch Musik und Geschichten.

Lange schon fiebert Initiatorin Hannelore Bartikowski diesem Abend entgegen. Die Idee zu einer Gruppe mit barocken Gewändern und höfischen Tänzen hatte die Friedberger Stadtführerin schon 2007 beim vorletzten historischen Altstadtfest. Sie war damals in so guter Feierlaune, dass sie sich dachte: „Nur alle drei Jahre feiern ist schon ein bisschen wenig.“ Ihr Ziel lautete, auch zwischendrin barocke Pracht im Wittelsbacher Schloss wieder aufleben zu lassen.

Wie sehr sie vom Barock fasziniert ist, merkt man der Friedbergerin an: „Es war bei Hofe wirklich eine prächtige Zeit.“ Für Bartikowski gehören – neben gehobenen Umgangsformen – das Überladene und auch ein bisschen Kitsch dazu. Das Wittelsbacher Schloss ist aus Sicht der Stadtführerin der richtige Platz für eine barocke Nacht. Sie erinnert daran, dass dort die bayerische Kurfürstin und polnische Königstochter Therese Kunigunde (1676-1730) um 1720 fünf Monate lang gewohnt hat.

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In die Rolle einer höfischen Gesellschaft werden elf Barock-Freunde schlüpfen. Sie sind nach und nach zu Hannelore Bartikowski dazugestoßen. Diese hatte sich 2008 erstmals ein Barockgewand genäht, vier weitere Kleider sind mittlerweile dazugekommen. Nähen ist für sie schon seit Jahrzehnten ein Hobby. Anfangs hatte die Friedbergerin noch manches verschnitten. Doch daraus hat sie längst gelernt. Bei den Barockkleidern passiert ihr das nicht mehr. Viel Zeit steckt sie in ein solches Gewand, das nach historischen Vorbildern entsteht. Es vergeht etwa ein Monat, bis ein barockes Gewand wirklich ihren Wünschen entspricht. Auch weitere Freudinnen des Barock haben selber genäht.

Die Freunde des Barock, unter denen die Freundinnen in der Überzahl sind, fiebern ihrer Premiere entgegen. Es ist ein rein ehrenamtliches Engagement. Der Erlös ist für den geplanten Schloss-Umbau gedacht.

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