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Porträt

27.07.2019

Friedberg: Bayerns beste Abiturientin bleibt bescheiden

Melanie Jung hat gerade ihr Abitur im Wirtschaftszweig an der Fachoberschule Friedberg gemacht. Bayerns beste Abiturientin hat den Notenschnitt 0,98. Das Foto zeigt sie bei einem Pfadfinderlager zum Thema „Mittelalter“.
Bild: Melanie Jung

Bayerns beste Abiturientin, Melanie Jung aus Friedberg, hilft Schülern, bessere Noten zu schreiben. Außerdem engagiert sie sich bei den Pfadfindern.

Melanie Jung aus Friedberg ist Bayerns beste Abiturientin, ein absoluter Überflieger – und doch so angenehm bescheiden und aufgeschlossen, wie man es den vermeintlichen „Strebern“ oft gar nicht zutraut. Jung gönnt sich nach der anstrengenden Schlussphase ihrer Schulkarriere jetzt ein paar Wochen mehr Ruhe und hat für die Zeit danach schon genaue Vorstellungen. In ein Hobby investiert sie viel Zeit und übernimmt kommendes Jahr mehr Verantwortung.

Friedbergerin Melanie Jung macht Abitur mit Notenschnitt von 0,98

Jung hat gerade ihr Abitur im Wirtschaftszweig an der Fachoberschule Friedberg (FOS) gemacht. Der Notenschnitt: 0,98. Da das gar nicht vorgesehen ist, „muss“ sie auf dem Zeugnis mit einer glatten Eins leben. „Das passt schon auch“, sagt sie schmunzelnd. Wer glaubt, dass die 18-Jährige in den vergangenen Monaten nichts als Lernen im Sinn hatte, täuscht sich. „Klar, die letzten zwei Wochen vor den Prüfungen wurde es schon mehr Aufwand, aber wir hatten ja auch noch Schule und dort eigentlich das meiste schon ausreichend behandelt“, sagt Jung.

In der Schule gute Noten zu schreiben, fiel der Abiturientin immer leicht. Daher kam ihr starker Abschluss zwar wenig überraschend, „aber dass er so super wird, hätte weder ich gedacht noch meine Familie“, sagt sie. Prüfungsangst habe sie nie gehabt. Hilfreich sei vor allem gewesen, dass sie die Situation schon von ihrem Realschulabschluss kannte. „Damals war ich doch deutlich aufgeregter“, erzählt Jung. Dennoch fürchtete sie diesmal, ihre Deutschklausur „verhauen“ zu haben. Am Ende lief aber alles hervorragend und die Familie war mächtig stolz. Jung sagt: „Wir haben mit einem Glas Sekt angestoßen und sind Essen gegangen auf den Erfolg.“

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Melanie Jung aus Friedberg möchte in Augsburg studieren

Blöde Sprüche wegen ihrer guten Noten musste sich Jung in der Schulzeit so gut wie nie anhören. Dazu trug sicher auch ihre große Hilfsbereitschaft bei. „Ich habe meinen Klassenkameraden gerne Nachhilfe gegeben und mache das auch jetzt weiter für andere Schüler“, erklärt sie. Ob sie wirklich an allen Fächern Spaß habe, wo sie doch offenbar überall den Stoff verstehe? „Nein, sicher nicht. Aber Englisch und Fremdsprachen generell taugen mir echt gut“, sagt Jung.

Genau deshalb hat sich die 18-Jährige auch entschieden, diese Affinität beruflich zu nutzen und sich an der Fachhochschule Augsburg zum Wintersemester für den Studiengang „International Management“ anzumelden. „Einfach gesagt ist das BWL auf Englisch“, erläutert Jung. Ihr Bruder belege den klassischen BWL-Studiengang, das sei ihr aber ein bisschen „zu langweilig“. In ihrem anvisierten Studium muss sie unter anderem eine zweite Handelssprache wählen. „Das passt, ich wollte sowieso schon länger eine neue Sprache richtig lernen“, sagt Jung. Wahrscheinlich werde sie sich für Französisch entscheiden.

Einen konkreten Berufswunsch hat Jung noch nicht: „Da ist ja noch etwas Zeit.“ Wo sie ihr verpflichtendes Auslandssemester verbringen wird, steht zwar auch noch nicht fest, aber Jung hat erste Ideen: „Von der Sprache bieten sich England oder Frankreich an, aber eigentlich reizt mich Skandinavien auch total, ich war nämlich noch nie in Schweden oder Norwegen.“

Abiturientin: Melanie Jung aus Friedberg mag Frauenfußball

Privat hat Melanie Jung vor allem eine Leidenschaft: Ihre Aufgaben bei den Kissinger Pfadfindern. „Da organisiere ich immer wieder Aktionen mit, damit wir die Auslandsfahrten finanzieren können. Die nächste Reise steht schon bald an: Mitte August wandert Jung mit den Pfadfindern einige Tage in der Nähe der Côte d’Azur. „Und nach der Anstrengung haben wir dann dort noch eine Woche lang ein Ferienhaus zum Entspannen. Wir unternehmen aber auch verschiedene Ausflüge“, so Jung. Kommendes Jahr übernimmt sie noch mehr Verantwortung bei den Pfadfindern. „Ich leite dann schnupperweise die Gruppe der kleineren Kinder ab der ersten Schulklasse, darauf freue ich mich.“

Jung ist nicht nur selbst gern in Bewegung, sondern schaut auch gerne Sport im Fernsehen an – besonders Frauenfußball. „Als zuletzt die Weltmeisterschaft war, habe ich schon immer mitgefiebert“, erzählt sie. „Vor vier Jahren habe ich bei der Frauen-Weltmeisterschaft ein Spiel gesehen und das hat mir total gefallen. Ich schaue das wirklich mindestens genauso gern wie die Spiele der Männer.“

Bayerns beste Abiturientin aus Friedberg gibt Nachhilfe

Bis zum voraussichtlichen Start ihres Studiums im Oktober hat Melanie Jung zwar vor, ein wenig zu entspannen, wird aber auch weiter Nachhilfe geben. „Wenn man da jemandem helfen kann, ist das toll. In mehreren Fällen hat das schon ziemlich gut funktioniert“, sagt sie. Möglicherweise kommt sie sogar in den Genuss eines Stipendiums für ihr Studium. „Das steht noch nicht fest, die Eliteprüfung des Kultusministeriums ist jetzt und danach erfahre ich das“, so Jung. Sie sei nicht sicher, ob sie die nötige Leistung dafür erbringen könne. Doch vielleicht ist Melanie Jung auch einfach nur viel zu höflich und bescheiden, um zuzugeben, dass sie wohl auch diese Hürde nehmen wird.

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