Newsticker
FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae: "Konzeptlose Öffnungen werden vor Gericht kaum Bestand haben"
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Friedberg braucht Taten, nicht Worte

Friedberg braucht Taten, nicht Worte

Kommentar Von Thomas Goßner
04.01.2019

Vor einem Jahr gab es Wutreden und Mahnungen im Stadtrat. Was hat sich seither getan?

Museumseinweihung, Konzerte, Jubiläum der Jugendkapelle und der Völs-Partnerschaft, Altstadtfest, Ausstellungen und Konzerte – der Friedberger Veranstaltungskalender 2019 ist gut gefüllt und bringt viel Lebensqualität für Bewohner und Gäste. Bei aller Freude am Feiern darf jedoch nicht vergessen werden: Es gibt auch viel zu tun in dieser Stadt.

Es sei an dieser Stelle an die Wutrede erinnert, die die SPD-Stadträte Roland Fuchs, Peter Feile und Franz Reißner vor mehr als einem Jahr im Rathaus hielten. Gemeinsam prangerten sie an, wie mühsam es in Friedberg vorangehe und dass man bei der nächsten Kommunalwahl wenig werde vorweisen können. Auch 2. Bürgermeister Richard Scharold (CSU) schloss sich dem kurz darauf an mit der Aufforderung, endlich mal anzupacken.

Und jetzt, gute zwölf Monate später? Außer dem Schloss, das Bürgermeister Roland Eichmann bekanntlich noch in letzter Minute zu verhindern suchte, wird in der laufenden Periode kein einiges größeres Projekt mehr abgeschlossen. Mit dem seit Jahrzehnten diskutierten neuen Bauhof am Lueg ins Land wird nicht vor 2021 begonnen, während am alten Standort noch sechsstellige Beträge in die Betriebssicherheit fließen müssen. Das sagenumwobene Immobilienkonzept, von dem sich die Stadt eine wirtschaftlich sinnvolle Neuordnung ihrer Liegenschaften erhoffte, verläuft mehr oder minder im Sande. Der einzig sichtbare Ausfluss des vor einem Jahr installierten Citymanagements ist ein dekoriertes Schaufenster in der Ruine an der Ludwigstraße. Und selbst die simple Treppenanlage am Bahnhof beschäftigt die städtischen Gremien über Monate hinweg, um dann doch alles beim Alten zu lassen.

Statt endlich einmal begonnene Dinge zu einem guten Ende zu führen, werden ständig neue Fässer aufgemacht. Da erwirbt man den Hagerturm, der dann entgegen der ursprünglichen Pläne bis zur Landesausstellung 2020 doch nicht gerichtet wird. Da will man den Bahnhof kaufen, nur weil man sich mit dem Privateigentümer nicht einigen kann. Da weist man neue Sanierungsgebiete in der Innenstadt aus, während alte Projekte wie die Erneuerung der Bahnhofstraße nicht abgearbeitet sind.

„A little less conversation, a little more action, please“, sang schon Elvis Presley. Was Friedberg braucht, sind Taten, nicht Worte.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren