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Energie

19.02.2018

Friedberg heizt künftig mit Ökogas

Die Stadt Friedberg will künftig ihre LIegenschaften mit Biogas beheizen.

Kostengünstig oder umweltbewusst? Bei der Ausschreibung des Liefervertrags für die nächsten vier Jahre schlägt Friedberg einen Mittelweg ein

Fast 300000 Euro – so hoch ist die Gasrechnung, die die Stadt Friedberg alljährlich für ihre Liegenschaften zu begleichen hat. Im Herbst läuft der Liefervertrag mit den Stadtwerken Augsburg aus, und so stand jetzt im Finanzausschuss des Stadtrats die Frage zur Entscheidung an, ob und in welcher Form auch ein ökologischer Gedanke in die künftigen Ausschreibungsmodalitäten einfließen soll. Zuletzt hatte die Stadt nur konventionelles Erdgas aus nicht regenerativen Quellen bezogen. Denn die finanziellen Auswirkungen sind nicht unerheblich. Für konventionelles Erdgas muss die Stadt bei den derzeit gültigen Konditionen zwei bis drei Cent pro Kilowattstunde zahlen. Rund ein Drittel teurer ist nach Angaben des Finanzreferates dagegen Biogas. Für dessen Herstellung wird Biomasse jeder Art vergoren. Der Zusatz „Bio“ stellt dabei allerdings keinen Bezug zum ökologischen Landbau her; vielmehr wird damit der Gegensatz zum fossilen Erdgas bezeichnet. Wegen der deutlich höheren Kosten wird Biogas dem konventionellen Erdgas nur beigemischt. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass beim Abnehmer nicht das Biogas ankommt, sondern ein regional typischer Gasmix. Der Umweltnutzen eines Biogastarifs ergibt sich nach Darstellung der Stadtverwaltung aus der Gesamt-Ökobilanz: Der Anbieter muss die Menge in das öffentliche Gasnetz einspeisen, die seine Kunden verbrauchen.

Angesichts des Mehrpreises sprach sich im Ausschuss nur Johanna Hölzl-Dibba für den Bezug von Biogas aus regenerativen Quellen aus. Allerdings gibt es noch einen Mittelweg, für den sich eine Mehrheit der Stadträte erwärmen konnte: Ökogas über Emissionszertifikate, das einen Mehrpreis von 0,2 bis 0,5 Cent pro Kilowattstunde kostet.

Die CO2-Neutralität können Gasversorger erreichen, indem sie Emissionszertifikate erwerben oder Klimaprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützen. Der Kunde fördert also durch seinen Gasverbrauch Projekte, die künftig zu einem größeren Angebot von umweltfreundlichem Gas beitragen sollen – auch wenn dies für den Endverbraucher nicht lückenlos nachvollziehbar ist. Diese Variante wird nun zur Grundlage für die Ausschreibung, für die sich die Stadt der Hilfe eines Fachbüros bedient. Der Vertrag soll wieder über vier Jahre laufen. Weil die Auftragssumme den Schwellenwert von 221000 Euro überschreitet, muss der Auftrag europaweit ausgeschrieben werden. Knapp 3000 Euro muss die Stadt für die Beratungsleistung bezahlen. An einer Bündelausschreibung zusammen mit anderen Kommunen will sich Friedberg nicht beteiligen, weil dort meist nur konventionelles Erdgas angefragt wird.

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