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Friedberg

21.09.2020

Friedberg investiert Millionen für die Kinderbetreuung

Immer wieder wird der ehemalige TSV-Sportplatz an der Pater-Franz-Reinisch-Straße zum Standort für Interimseinrichtungen für die Kinderbetreuung. 2013 wich der evangelische Kindergarten dorthin aus (unser Foto), dann der Kindergarten St. Christophorus und jetzt kommt eine Übergangsstätte, bis der geplante Kita-Neubau an der Bozener Straße bezugsfertig ist.
Bild: Büro Hicker (Archiv)

Plus Friedberg stemmt ein großes Programm, um den wachsenden Bedarf an Kita-Plätzen zu decken. Das Geld ist dabei nicht das einzige Problem.

Millionenbeträge muss die Stadt Friedberg in den kommenden Jahren für die Kinderbetreuung investieren. Schließlich fehlten nach der Anmeldung im Frühjahr mehr als 120 Plätze. Der Stadtrat gab jetzt einstimmig grünes Licht für eine fünfgruppige Interimseinrichtung an der Pater-Franz-Reinisch-Straße. Sie soll den Zeitraum überbrücken, bis ein Neubau an der Bozener Straße in Betrieb gehen kann.

Der Kinderheimverein hat als Träger der Interims-Kita bereits ein Architekturbüro beauftragt, die Planung ist mit der Regierung von Schwaben abgestimmt und von dieser freigegeben. Auch die Baugenehmigung wurde bei der Stadtverwaltung beantragt. Dennoch wird sich die ursprünglich angepeilte Inbetriebnahme noch in diesem Jahr nicht verwirklichen lassen. Mit einer Übergabe an den Kinderheimverein ist wohl erst im Februar 2021 zu rechnen.

Friedberg kauft Container für die Kita

Die drei Krippen- und zwei Kindergartengruppen für die Interims-Kita werden in Containern untergebracht. Die Module will die Stadt kaufen. Der Preis von 3,2 Millionen einschließlich Einrichtung und Außenanlagen kommt laut Finanzreferent Wolfgang Schuß über 200 000 Euro günstiger als eine Miete über fünf Jahre und schafft auch zeitliche Flexibilität. Schließlich ist nicht klar, wann die weiteren geplanten Betreuungsgruppen in Betrieb gehen können:

  • Auf einem kircheneigenen Grundstück an der Bozener Straße soll eine neue fünfgruppige Betreuungseinrichtung geschaffen werden. Träger ist auch hier der Kinderheimverein, der nach der Sommerpause die Planungsleistungen EU-weit ausschreibt.
  • Der Kindergarten Maria Alber in Friedberg-West soll um eine Krippen- und eine Kindergartengruppe erweitert werden. Der Stadtrat befasst sich mit der Planung in seiner nächsten Sitzung am 8. Oktober und gibt möglicherweise das Projekt bereits frei. Dazu ist ein vorheriger Ortstermin vorgesehen, bei dem die Nachbarn ihre Bedenken gegen die steigende Verkehrsbelastung vortragen können.
  • An der Afrastraße will die Stadt ein Grundstück erwerben, das demnächst im Rahmen einer Zwangsversteigerung unter den Hammer kommt. Darauf könnte eine fünfgruppige Kita entstehen, für die das Rote Kreuz als Träger im Gespräch ist. Der Kreisverband des Roten Kreuzes will dazu in Kürze einen Grundsatzbeschluss fassen; generell besteht Interesse beim BRK Aichach-Friedberg, sich bei Bedarf in diesem Aufgabenfeld zu engagieren.
  • Die Stadt führt bereits Gespräche mit der örtlichen Kirchenstiftung über eine Erweiterung des Kinderhauses Wulfertshausen. Die Stadt finanziert eine Machbarkeitsstudie, ein Gespräch aller Beteiligten mit der Diözese Augsburg soll noch diesen Herbst stattfinden.
  • Ebenfalls mit der katholischen Kirchenstiftung verhandelt die Stadt über die Betriebsträgerschaft des geplanten Kinderhauses in Rinnenthal. Es ist eigentlich zweigruppig gedacht, doch ist eine Erweiterung auf drei Gruppen möglich. Auch die veraltete Einrichtung St. Laurentius soll weiter in Betrieb bleiben, allerdings ein- statt zweigruppig.
Unmittelbar an der Hauptstraße liegt der Kindergarten St. Laurentius. Weil es dort keine Entwicklungsmöglichkeiten gibt, plant die Stadt einen Neubau am westlichen Ortsrand.
Bild: Elisa Glöckner

Die Stadt veranschlagt für dieses Ausbauprogramm einen zweistelligen Millionenbetrag. Zwar wurde mit dem Haushaltsüberschuss des Jahres 2019 eine Kita-Sonderrücklage in Höhe von 6,9 Millionen Euro gebildet, doch bereits jetzt ist klar, dass dieses Geld nicht ausreichen wird.

Gleichwohl sieht Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) dazu keine Alternative. Ähnlich beurteilte es Simone Losinger (CSU), die die Stadt auf einem guten Weg sieht. Ulrike Sasse-Feile (SPD) bezeichnete es als wichtige Erfolgsmeldung, dass alle Kinder einen Platz bekommen hätten, die einen wollten.

Bekommen die Kita-Träger das nötige Personal in Friedberg?

Und ein zweites Problem zeichnet sich laut Finanzreferent Schuß ab. Allein für den Betrieb einer fünfgruppigen Einrichtung seien 20 Personen nötig. „Alle Gesprächspartner sehen trotz größter Bemühungen ein hohes Risiko, kein Fachpersonal zu gewinnen“, erläuterte er. Der Markt dafür sei leer gefegt.

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