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Verkehr in Friedberg

30.01.2019

Friedberg sagt Falschparkern den Kampf an

Entlang der Häuserzeile Ludwigstraße 1 bis 5 soll ein absolutes Halteverbot die Durchfahrt für den Linienbus erleichtern.
Bild: Thomas Goßner

Plus Immer öfter bleiben AVV-Busse in der Ludwigstraße in Friedberg stecken. Das ärgert Politiker, die von asozialem Verhalten sprechen und die Zügel anziehen wollen.

Der Augsburger Verkehrsverbund (AVV) schlägt Alarm: Immer öfter steckt der Linienbus in der Friedberger Ludwigstraße fest, weil Falschparker die Durchfahrt blockieren. „Wir müssen in den letzten ein bis zwei Jahren feststellen, dass uns der Individual- und Lieferverkehr große Sorgen bereitet“, berichtet AVV-Mitarbeiter Karlheinz Heiß im Bauausschuss des Stadtrats. Er riet zu einem absoluten Halteverbot mit sehr restriktiver Überwachung. Ein Vorschlag, dem die Politiker aber nur in Teilen nachkamen.

Zu Behinderungen kommt es fast auf allen Strecken, wenn die AVV-Busse ihre Runden durch das Stadtgebiet drehen. Die Folge sind Verspätungen und Ärger bei den Fahrgästen. Weil sich die AVV aber nicht verzetteln will, hat er sich einige besonders neuralgische Punkte herausgepickt. Und die betreffen in erster Linie die Ludwigstraße. Erst kürzlich habe dort ein Bus über 20 Minuten lang gestanden, weil er wegen eines Falschparkers vor der Strumpfinsel von der Bahnhofstraße nicht nach links einbiegen konnte, berichtete Heiß.

Mehr Personal für Strafzettel in Friedberg

Die Stadträte waren sich einig in ihrer Kritik an den Autofahrern. Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) ärgerte sich über rücksichtslose Parker und berichtete, in einem Fall schon selbst Anzeige erstattet zu haben. Für Claudia Eser-Schuberth (Grüne) zeigen solche Autofahrer ein „absolut asoziales Verhalten“. Auch für Roland Fuchs (SPD) steht fest: „Wir müssen die Zügel anziehen. Alles andere können wir vergessen.“ Jakob Eichele (Freie Wähler) forderte eine strengere Überwachung und dafür noch jemanden einzustellen, der nur entlang der Bustrassen Strafzettel austeilt. Bislang beschäftigt die Stadt zwei Teilzeitkräfte, die gemeinsam knapp 40 Wochenstunden im Dienst sind.

Sven Güntner (CSU) verwies auf das Kommunalunternehmen Verkehrsüberwachung Schwaben-Mitte, an dem Friedberg beteiligt ist. Dort könne Stadt nicht nur die Radarkontrollen beauftragen, sondern auch die Überwachung des ruhenden Verkehrs. Güntner riet zudem, das Gespräch mit der Polizei zu suchen und in einer gemeinsamen Aktion verstärkt zu kontrollieren. Für Parken mit Behinderung ist ein erhöhtes Bußgeld fällig. Ein Vorschlag, den die Mitglieder des Bauausschusses einstimmig befürworteten. Für ein halbes Jahr soll das Kommunalunternehmen zusätzlich 20 Stunden pro Woche bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs mithelfen. Bürgermeister Eichmann rechnet damit, dass die Mehrausgaben durch entsprechende Einnahmen aus den Strafzetteln gedeckt sind. Auch bei den Kosten für die beiden städtischen Mitarbeiterinnen sei das der Fall. Im Herbst soll dann Bilanz der Aktion gezogen werden. Außerdem fasste der Bauausschuss folgende Beschlüsse:

  • Im Bereich der Ludwigstraße 1 bis 5 (Blumenecke bis Strumpfinsel) wird ein absolutes Halteverbot eingerichtet. Zum Be- und Entladen können Autofahrer auf einem eigens ausgewiesenen Platz am Marienplatz vor Feinkost Schadl anhalten.
  • Die Situation im Bereich Ludwigstraße 10 bis 12 (Altstadtcafé bis ...) wird zunächst beobachtet; ein absolutes Halteverbot, wie vom AVV vorgeschlagen und von FDP und Parteifreien Bürgern befürwortet, soll es vorerst nicht geben. Geprüft wird, ob in der Umgebung eine weitere Lieferzone wie am Marienplatz eingerichtet werden kann.
  • Der Parkplatz vor dem Haus Ludwigstraße 25 (Ludwigsapotheke) bleibt entgegen der Vorstellung des AVV erhalten. Dort bleibt der Bus immer wieder stecken, wenn Falschparker auf der Südseite der Ludwigstraße stehen.

Keine Lieferwagen am P&R-Platz in Friedberg

Am Park&Ride-Platz am Bahnhof stehen mitunter große Lieferwagen, die weit in die Fahrbahn hineinragen. Die Busse kommen dann nicht mehr hindurch. Die Verkehrsüberwachung soll künftig verstärkt ein Auge darauf haben.

Lesen Sie hier auch unseren Beitrag Hat das Chaos in der Ludwigstraße bald ein Ende?

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