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Stadtverwaltung

30.07.2018

Friedberg sucht neuen Chef fürs Bauamt

Baureferent Carlo Haupt geht 2020 in Ruhestand. Die Stadt sucht einen Nachfolger.
Bild: Werner Miller (Archiv)

Carlo Haupt geht 2020 in Ruhestand. Sein Nachfolger soll nächstes Jahr kommen. Eine Frage ist noch offen.

Mit Ablauf der Wahlperiode geht Friedbergs Baureferent Carlo Haupt in den Ruhestand. Angesichts des Fachkräftemangels im Bereich der Architekten, den auch andere Kommunen bei der Suche nach geeignetem Personal erfahren haben, beginnt schon jetzt die Suche nach einem Nachfolger. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung dafür die Weichen gestellt. Haupts Nachfolger soll seine Arbeit bei der Stadt Friedberg zur Einarbeitung möglichst schon im Jahr 2019 aufnehmen. Zunächst soll er die Leitung der Abteilung für Stadtplanung und Hochbau übernehmen. Allerdings ist offen, in welcher Form er später an die Spitze der Bauverwaltung rückt: Die Stelle wird alternativ als Baureferent und Stadtbaumeister ausgeschrieben.

Der damalige Bürgermeister Albert Kling (CSU) hatte 1990 das Referentensystem in Friedberg eingeführt. Es erlaubte ihm, die Spitzenbeamten der Stadtverwaltung besser zu bezahlen. Gab es zunächst nur die beiden Stellen des Finanz- und des Kommunalreferenten, so kam später der Baureferent hinzu. Friedberg leistet sich mit Kommunalreferent Wolfgang Basch, Baureferent Carlo Haupt und Finanzreferent Wolfgang Schuß drei Posten in der Besoldungsgruppe A15. Sie haben im Stadtrat ein eigenes Rede- und Antragsrecht, können aber nicht mit abstimmen und sind an Weisungen des Bürgermeisters gebunden.

Seit Einführung sorgt diese Verwaltungsstruktur immer wieder für Kontroversen. Referenten gibt es als berufsmäßige Stadträte meist in größeren Kommunen, wo dann in der Regel externe Fachleute oder Parteipolitiker für diese Ämter kandidieren. In Friedberg sind die Referenten hingegen ursprünglich Laufbahnbeamten. Das ersparte ihnen freilich nicht, in die Mühlen der Kommunalpolitik zu geraten. Je nach Mehrheiten im Stadtrat wurden sie mal von der einen, mal von der anderen Seite abgestraft, wenn sie sich in sechsjährigem Turnus zur Wiederwahl stellten.

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Als Wolfgang Basch erstmals 1999 zum Kommunalreferenten bestellt wurde, beschuldigte die SPD den stets loyalen Verwaltungsbeamten, nur der verlängerte Arm von CSU-Bürgermeister Albert Kling zu sein. Sechs Jahre später – im Rathaus regierte inzwischen der parteifreie Bürgermeister Peter Bergmair – wurde er von der CSU abgestraft, die ihn ursprünglich auf den Schild gehoben hatte. Mit 15 Stimmen erreichte er das schlechteste Wahlergebnis aller Stadtratszeiten, an das nicht einmal Finanzreferent Wolfgang Schuß heranreichte: Dieser sackte im Herbst 2007 von 26 auf 18 Stimmen ab, weil er mit der vorzeitigen Verlängerung seiner Amtszeit als Bürgermeisterkandidat der CSU abgesichert werden sollte.

Auch Baureferent Haupt erhielt zuletzt mit 18 von 30 Stimmen einen Denkzettel, weil Kritik am Bauamt eines der beherrschenden Themen im Kommunalwahlkampf 2014 war. Doch der Mut zu einem kompletten Schnitt fehlte stets – und hätte auch wenig gebracht: Weil Basch und Schuß aus der Stadtverwaltung kommen, hätten sie dort auch bei einer Abwahl als Referenten Anspruch auf angemessene Weiterbeschäftigung gehabt.

Wie Haupts Amtszeit läuft auch die von Schuß noch bis Mai 2020. Dem Stadtrat bleiben damit knapp zwei Jahre Zeit für die Entscheidung, ob er am Referentensystem festhalten will. Aber selbst wenn es eine Mehrheit für die Abschaffung gibt, ist die Ära der städtischen Referenten damit nicht zu Ende: Basch ist bis 2023 bestellt. (

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