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Friedberg verdient mehr Leidenschaft

Friedberg verdient mehr Leidenschaft
Kommentar Von Thomas Goßner
27.12.2019

Plus Der Wahlkampf ist die richtige Zeit für einen Ideenwettstreit. Doch es braucht auch Menschen mit Tatkraft.

Die Friedberger Stadtpolitik steht 2020 vor einem Umbruch. Mindestens ein Drittel der amtierenden Stadtratsmitglieder wird dem neuen Gremium nicht mehr angehören, weil sie auf eine weitere Kandidatur verzichten. Vordergründig spielt bei den meisten das Alter eine Rolle für die Entscheidung zum Rückzug, oft haben sie über Jahrzehnte Friedberg Entwicklung mitgestaltet.

Doch gerade dieser Erfahrungsschatz verleidet es inzwischen manchem, sich noch weiter im Stadtrat zu engagieren. Quer durch die Fraktionen sind die Klagen über die Atmosphäre zu hören, die sich seit Beginn der Wahlperiode im Mai 2014 zunehmend verschlechtert hat.

Bürgermeister Eichmann pflegt sein Image

  • Da ist ein Bürgermeister, der mehr an seiner Imagepflege interessiert ist als an der Lösung von Friedbergs Zukunftsfragen, der endlos Papiere wie Integrierte Stadtentwicklungskonzepte und Energienutzungsplan produzieren lässt, der vom Kulturpark West bis zu einem Umbau des Salzkarrnerturms vieles auf den Weg, aber wenig zu Ende bringt.
  • Da ist eine Verwaltung, die bei Bebauungsplanverfahren wie in Wulfertshausen schlampt, bei neuen Aufgaben als erstes nach zusätzlichem Personal ruft und deren leitende Mitarbeiter Stadträte anderntags beglückwünschen, wenn sie dem Chef in der Sitzung die Meinung gegeigt haben.

Friedbergs Stadtrat akzeptiert Fehlleistungen schulterzuckend

  • Da ist ein Stadtrat, der zeitliche Verzögerungen wegen fehlerhafter Bebauungsplanverfahren - siehe oben - schulterzuckend akzeptiert, der es großenteils widerspruchslos hinnimmt, wenn Anträge verschleppt werden, der rechtswidriges Verhalten mit Verweis auf einen angeblich drohenden Schaden für die Stadt nachträglich absegnet, obwohl die Aufsichtsbehörde dazu nie eine belastbare Aussage gemacht hat.

Offenkundig ist im Rathaus die Leidenschaft für Friedberg verloren gegangen. Selbst die früher so streitbare CSU wirkt inzwischen völlig anämisch. Dabei lohnt sich der Einsatz für diese Stadt, wie die vielen ehrenamtlichen Initiativen zeigen. Was wäre Friedberg ohne seinen Advent, den Töpfermarkt und das Volksfest, ohne die Aktivitäten der Vereine, der Pfarreien und weiterer Gruppen, die so vieles auf die Beine stellen?

Der Wahlkampf wäre die richtige Zeit für einen Wettstreit der Ideen für Friedberg. Allerdings braucht es die richtigen Menschen, damit aus Worten Taten werden.

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