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Friedberg

26.01.2021

Friedberg verschiebt Laurentiusmarkt, aber nicht wegen Corona

Der Laurentiusmarkt wird in Friedberg vom Sommer auf die Pfingstzeit verlegt.
Foto: Thomas Goßner (Archivfoto)

Plus Zurzeit werden so viele Veranstaltungen wegen Corona abgesagt, dass man sich wundert, dass es andere Gründe gibt. So beim Laurentiusmarkt in Friedberg.

Der Laurentiusmarkt in Friedberg wird vom August auf den Sonntag vor Pfingsten verschoben. Das soll ab 2022 gelten. Eine Ursache dafür ist der Klimawandel. Warum?

Die Änderung, die der Stadtrat Friedberg mit drei Gegenstimmen beschloss, geht auf einen Antrag des Aktiv-Rings zurück. In Friedberg finden künftig jedes Jahr vier Jahrmärkte statt:

  • Judikamarkt, Sonntag vor dem Palmsonntag
  • Pfingstmarkt, Sonntag vor Pfingstsonntag
  • Matthäusmarkt, Sonntag nach Matthäus (September)
  • Martinimarkt, am Sonntag vor dem Martinstag (November)

Warum der Marktsonntag in Friedberg verschoben wird

Der Aktiv-Ring, der die Märkte in letzter Zeit sehr erfolgreich aufgepeppt hat, hatte die Verschiebung aus wirtschaftlichen Gründen beantragt. Die Sommerferien seien keine Shopping- sondern Urlaubszeit, so die Argumentation. Außerdem verkaufen Händler weniger, wenn es heiß ist. Ihr Sortiment müssen sie dann teilweise einschränken. Da es durch den Klimawandel immer mehr heiße Sommertage gebe, ziehe es die Menschen im August mehr an die Seen als in die überhitzte Altstadt. Einen Synergieeffekt mit dem Volksfest gebe es nicht und schlussendlich sei der Abstand zwischen Judikamarkt im Frühling und Laurentiusmarkt im August zu lang, der zum darauffolgenden Matthäusmarkt im September dagegen zu kurz.

Beim Matthäusmarkt im September sorgten Oldtimer für regen Betrieb auf dem Marienplatz.
Foto: Ute Krogull (Archivfoto)

In seinem Schreiben weist der Aktiv-Ring darauf hin, dass man damit zu einer alten Tradition zurückkehre. 1329 wurde Friedberg das Recht auf drei Jahrmärkte verliehen, darunter der Pfingstmarkt. Wolfgang Rockelmann (Parteifreie Bürger) merkte in diesem Zusammenhang an, dass sich viele Friedberger noch an die Zeiten des Johannimarktes (im Juni) erinnern. Diesen habe man dann aber verschoben, weil der Termin als ungünstig galt...

Die Stadträte stimmten im Zug der Terminänderung auch einer neuen Jahrmarktsatzung zu. Die alte von 1979 sei recht angestaubt, legte Kommunalreferent Wolfgang Basch dar. Einige Punkte darin seien gar nicht mehr gültig. Abgesehen wurde aber davon, die Standgebühren zu senken. Diesen Antrag hatte die SPD 2019 gestellt, als die Märkte vor sich hindümpelten. Die günstigeren Preise sollten mehr Händler anlocken. Ein Vergleich mit anderen Städten ergab jedoch, dass die Standgebühren nicht als überhöht zu sehen sind. Fraktionschefin Ulrike Sasse-Feile sagte daher, die SPD könne der Satzung daher nun so zustimmen.

Im Frühling findet in Friedberg das Blumenfest zum Judikamarkt statt.
Foto: Renate Mayer (Archivfoto)

Anderer Ansicht waren einige Mitglieder der Grünen. Drei von ihnen stimmten aus grundsätzlichen Erwägungen dagegen. Claudia Eser-Schuberth argumentierte: "Die historische Funktion der Märkte geht verloren." Konsum sei mittlerweile Selbstzweck, das wollen sie und ihre Mitstreiter nicht fördern, sondern lieber Verkäufern einen freien Tag ermöglichen.

Ab 2022 gilt die neue Regel für Marktsonntage in Friedberg

Die neuen Regeln gelten ab 2022, weil die Beschickung der Märkte einen langen Vorlauf hat. Das Konzept von Aktiv-Ring und Citymanagement, das den Veranstaltungen wieder zum Erfolg verholfen hatte, wird fortgeführt. Das heißt unter anderem, dass es im Frühling ein Blumenfest und im Herbst ein Kürbisfest mit den entsprechenden Dekorationen und Aktionen gibt. Mit diesem Ansatz hatte der Aktiv-Ring sogar den bayerischen Stadtmarketingpreis gewonnen.

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