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09.03.2018

Friedberger Kinderheimverein plant Neubau

Anstelle des Prälat-Alberstötter-Hauses an der Ecke Aichacher/Herrgottsruhstraße plant der Friedberger Kinderheimverein einen modernen Neubau.
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Anstelle des Prälat-Alberstötter-Hauses an der Ecke Aichacher/Herrgottsruhstraße plant der Friedberger Kinderheimverein einen modernen Neubau.
Bild: Benz + Ziegler

Anstelle des Prälat-Alberstötter-Hauses soll ein modernes Geschäfts- und Wohnhaus entstehen. Im Ausschuss gibt es nur von einer Seite Kritik an dem Projekt

120 Jahre hat das Haus an der Herrgottsruhstraße 1 in Friedberg auf dem Buckel – jetzt soll es einem modernen Neubauweichen. Der Kinderheimverein will als Eigentümer der Immobilie ein Wohn- und Geschäftshaus errichten, dessen Erträge langfristig die karitative Arbeit unterstützen. Der Planungs- und Umweltausschuss des Stadtrats erteilte dem Projekt mit großer Mehrheit seine Zustimmung. „Wir begrüßen dieses Vorhaben ausdrücklich“, sagte Roland Fuchs (SPD). Und auch Thomas Kleist (CSU) kündigte das Ja seiner Fraktion an: „Das Bauwerk wird Friedberg prägen und moderner gestalten.“

Das bestehende Haus wurde in den Jahren 1897/98 vom Friedberger Stadtprediger Prälat Albert Alberstötter errichtet, dessen Namen es noch heute trägt. Alberstötter sammelte jahrelang Spenden und Erbschaften. Gemeinsam mit dem restvermögen des St.-Johannis-Vereins – dem Vorläufer des heutigen Kinderheimvereins – und erheblichen eigenen Mitteln baute er eine für die damalige Zeit hochmoderne Kinderbetreuungseinrichtung in Form eines Waisenhauses mit Kinderbewahrschule und Suppenanstalt. Bei seiner Versetzung nach Schrobenhausen im Jahr 1900 übertrug er die Immobilie dem Verein. 1912 folgte im Osten des Grundstücks ein Erweiterungsbau für einen neuen Kindergarten.

1967 bezog der Kinderheimverein sein neues Haus an der Hermann-Löns-Straße. Nach der Sanierung im Jahr 1978, bei der der gesamte historische Charakter des Hauses verloren ging, wurde das Haus vermietet; unter anderem waren dort die Berufsschule, der Alpenverein, die Caritas, die evangelische Kirchengemeinde, die CSU und der Wasserzweckverband ansässig. CSU und Alpenverein sind inzwischen die letzten Mieter, außerdem hat der Kinderheimverein minderjährige unbegleitete Flüchtlinge dort untergebracht.

Friedberger Kinderheimverein plant Neubau

Die Bausubstanz ist nach Angeben des Vorsitzenden des Kinderheimvereins, Günther Riebel, so schlecht, dass eine Sanierung nicht mehr sinnvoll ist. Doch die Planungen für einen Ersatz erwiesen sich wegen der prägnanten Lage und der dichten Bebauung in der Nachbarschaft als schwierig. In seinem Hauptberuf als Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Königsbrunn bekam Riebel schließlich Kontakt zum Münchner Architekturbüro Benz und Ziegler, das jetzt im Ausschuss das resultat seiner dreijährigen Vorarbeiten präsentierte.

In Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk als Eigentümerin des Karl-Sommer-Stifts und der evangelischen Kirchengemeinde soll eine Anlage mit einer Gewerbeeinheit im Erdgeschoss und etwa 20 seniorengerechten, barrierefreien Wohnungen entstehen. Ausreichend Parkplätze gibt es durch eine Erweiterung der bestehenden Tiefgarage des Altenheims. Im Osten des Grundstücks bleibt die Freifläche erhalten, die dem evangelischen Kindergarten als Spielplatz dient.

„Eine win-win-win-Situation“, findet Kinderheimvereins-Chef Riebel diese Lösung, von der alle Seiten profitieren – bis hin zu einer Aufwartung des Stadtbildes. In den nächsten 15 bis 20 Jahren rechnet er angesichts der voraussichtlichen Investitionen von fünf Millionen Euro mit einer schwarzen Null, anschließend sollen die Mieteinnahmen der Arbeit des Kinderheimvereins zugutekommen.

Das Grundstück befand sich noch am Rande der Stadt, als das Prälat-Alber-Stötter-Haus entstand – im Osten schlossen sich Wiesen und Felder an. Heute könnte mit dem Plankonzept ein städtebaulicher und architektonischer Akzent am Zentrumsrand entstehen, befürwortete auch Baureferent Carlo Haupt das Projekt. Der gegliederte Baukörper sieht im Erdgeschoss durchgehend Büroräume mit rund 1400 Quadratmetern vor, die das Notariat Deutrich und Ihrig langfristig anmieten will. Zur Aichacher Straße hin soll es darüber vier Stockwerke mit Wohnungen geben, im rückwärtigen Bereich drei Stockwerke. Verglaste Loggien und Terrassen sollen die Wohnqualität erhöhen. Der Kinderheimverein will mit der Verwirklichung nun so schnell wie möglich starten. „Wir blicken sorgenvoll auf die Zinsen und die Baupreise“, sagte Riebel und verwies auf die Bemühungen um einen sorgsamen Umgang mit dem Vereinsvermögen.

Kritik an dem Vorhaben gab es lediglich von Claudia Eser-Schuberth, der zwar die architektonische Gestaltung gefällt. Aus Sicht der Grünen ist die Bebauung aber zu hoch und zu massiv. Sie wies außerdem auf die Luftqualität an dieser stark befahrenen Kreuzung hin. Richard Scharold (CSU) erinnerte daran, im Anschluss an die Bauarbeiten auch die Herrgottsruhstraße neu zu gestalten.

Bei dieser Gelegenheit soll auch der barrierefreie Umbau des Kreuzungsbereichs nachgebessert werden, der wiederholt Kritik von Gehbehinderten hervorgerufen hatte. Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) kündigte an, dass die Ampel vor der Bäckerei Scharold nach Osten verlegt werde, um mehr Platz für Rollstühle und Rollatoren zu schaffen. " Diese Woche

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