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Friedbergs Bürgermeister Eichmann muss noch länger bangen

Friedbergs Bürgermeister Eichmann muss noch länger bangen
Kommentar Von Ute Krogull
22.11.2019

Plus Der Umbau der Bahnhofstraße in Friedberg wird ein längeres Nachspiel haben.

Der Rathaussturm des ORCC war das einzig Lustige an der jüngsten Stadtratssitzung. Für Bürgermeister Roland Eichmann wird es in den nächsten Wochen und Monaten ernst.

Er muss nicht nur bangen, ob ihn die Stadträte am 12. Dezember auflaufen lassen und die nachträgliche Genehmigung der Baumaßnahmen an der Bahnhofstraße und das Leasing der Kaltfräse verweigern. Zwar hat Kommunalreferent Wolfgang Basch ihnen mit auf den Weg gegeben, sie sollten „so entscheiden, wie sie es gemacht hätten, wenn der Bürgermeister ordnungsgemäß zu ihnen gekommen wäre“. Doch da sich viele von Eichmann bevormundet fühlen – und weil Wahlkampf ist –, könnte der Bürgermeister eine Niederlage einfahren – mit finanziellen Folgen.

Bürgermeister Eichmann hat sich die Probleme auch selber zuzuschreiben

Er hätte sie sich auch selber zuzuschreiben. Kaum einer wird ihm unterstellen, dass er bei der Bahnhofstraße, in deren Umbau das damals bevorstehende Altstadtfest, aber ebenso die Landesausstellung 2020 hineinspielten, nicht das Beste für Friedberg wollte.

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Dabei allerdings den Rat erfahrener Mitarbeiter in den Wind zu schlagen, war unklug. Hier rächt sich, was in der Verwaltung oft für Frust sorgt: Der Bürgermeister interessiere sich nicht für Meinungen von Mitarbeitern und sei beratungsresistent.

Wird es Auswirkungen auf die Friedberger Stadtratswahl geben?

Selbst wenn die Stadträte zustimmen, lässt sich das Räderwerk der Bürokratie nicht stoppen. Der Bürgermeister kommt um eine Prüfung der Dienstaufsicht nicht herum, ein Disziplinarverfahren mit Folgen droht. (Hier der Bericht über mögliche finanzielle und disziplinarrechtliche Konsequenzen.)Das könnte sich hinziehen – ausgerechnet vor der Wahl.

Er hat seinen Fehler eingeräumt, viele Bürger unterstützen in der Debatte in den sozialen Medien seine Vorgehensweise bei der Bahnhofstraße als pragmatisch. Rechtens war sie trotzdem nicht. Und auch kein Kavaliersdelikt, selbst wenn manche es jetzt so darstellen. Wie werden die Wähler das bewerten?

Lesen Sie auch den Artikel: Stadtrat in Friedberg lässt Eichmann nicht vom Haken

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