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Friedberg

17.05.2020

Friedbergs Fête de la Musique wird auf den Balkon verlegt

Die Fête de la Musique war in den vergangenen Jahren ein beliebter Besuchermagnet in Friedberg.
Bild: Mareike König

Kulturamtsleiter Frank Büschel ruft die Friedberger auf: Musiziert am 21. Juni und stellt die Stücke online! Die Stadt will das Programm veröffentlichen.

Punkt 20 Uhr am 21. Juni sollte auf allen Bühnen der Fête de la Musique in Deutschland und seinen Nachbarländern die Europahymne erklingen. Daraus wird angesichts der coronabedingten Beschränkungen nichts, doch das Musikfestival, an dem sich weltweit 540 Städte beteiligen, lässt sich nicht unterkriegen – und damit auch Friedberg nicht. Kulturamtsleiter Frank Büschel ruft Musiker, sei es Profis oder Laien, auf, trotzdem mitzumachen. Wie kann das funktionieren?

Normalerweise wird am längsten Tag des Jahres auf Plätzen, in Höfen und vor Kneipen musiziert, unter freiem Himmel und gegen Spenden. Tausende Menschen zieht es dann seit 2015, als Bürgermeister Roland die Idee nach Friedberg brachte, in die Innenstadt.

Die Fête de la Musique in Friedberg findet heuer auf dem Balkon und online statt

Gemeinsames Musizieren kann nun laut Büschel ab 17 Uhr Uhr im Wohnzimmer, im Garten, auf dem Balkon oder der Dachterrasse stattfinden. Wer mag, kann dazu – unter Einhaltung aller Schutzbestimmungen – andere einladen, oder aber in einem Haus singen alle Bewohner auf ihren Balkonen.

Wer technisch fit genug ist, den bittet Büschel, die Stücke aufzunehmen und online zu stellen, sei es via Zoom, Facebook oder Instagram. So können auch andere daran teilhaben. Die Stadt Friedberg sammelt die Teilnehmerdaten und veröffentlicht das Programm im Internet.

Friedberg schließt sich mit seinem Konzept dem diesjährigen Motto der Fête de la Musique an: „Lasst die Musik so laut wie immer spielen!“ Der Kulturamtsleiter erläutert: „Ansatz für uns ist, dass erste Lockerungen für das Kulturleben in Sicht sind, zum Beispiel durch die Öffnung der Museen.“

Fête de la Musique in Friedberg: Andere werden Veranstaltungen verschoben

Das wolle man ausnutzen. Einige Veranstaltungen mussten zwar ersatzlos gestrichen werden, weil der dichte Friedberger Kulturkalender zum Jahresende keine offenen Termine aufweist. Auch der publikumsträchtige Friedberger Musiksommer der Bürger für Friedberg fällt dieses Jahr aus.

So feiert Friedberg den längsten Tag des Jahres.
74 Bilder
Fête de la Musique
Bild: Sabine Roth

Manches versucht die Stadt zu verschieben, zum Beispiel Ausstellungen regionaler Akteure, die als Begleitprogramm der Bayerischen Landesausstellung geplant waren. Mit anderen Terminen versuchte man kreativ umzugehen, so wurde laut Büschel die Friedberger Kunstausstellung ins Internet „verlegt“.

Für die Fête de la Musique werde das Kulturamt Kontakt aufnehmen mit Musikern, die vor der Pandemie Interesse an einer Teilnahme signalisiert hatten. Dass Friedberger hier kreativ sind, haben diverse Aktionen bewiesen, darunter der Song „Stay at home to Party“ der Band Brasseroni.

„Stay at Home to Party“: Brasseroni bietet Stimmung aus dem und fürs Wohnzimmer

Das Stück, das die Musiker jeweils allein daheim aufgenommen und zusammengeschnitten hatten, wurde in sechs Wochen über 2100 mal auf Facebook abgerufen. Auch beim Titel „Wir sind Friedberg“ der gleichnamigen Initiative machten viele mit, und er verbreitete sich schnell über soziale Netzwerke.

In die digitale Offensive begibt sich auch die europäische Fête de la Musique. Zum ersten Mal in der Geschichte werden mehr als zehn europäische Hauptstädte zu einem Musikmarathon zusammenkommen, der online live übertragen wird.

Die Friedberger beginnen bereits mit der Planung für die Zeit nach Corona

Trotz aller Ideen planen die Friedberger Kulturmacher bereits für die Zeit nach Corona, wenn auch „mit angezogener Handbremse“, wie Frank Büschel es formuliert. So arbeitet die Schlossmanagerin Sonja Weinfurtner am Programm für 2021. Die Landesausstellung „Stadt befreit“ endet im November.

Im Januar soll dann das reguläre Veranstaltungsprogramm im Schloss starten. Laut Büschel liefen Gespräche mit Künstlern beziehungsweise Agenturen, und auch zahlreiche Anfragen von Privatleuten für Feiern lägen vor. Das Schlossteam hat derweil den Abschied von Petra Volles zu verkraften.

Die erfahrene und gut vernetzte Mitarbeiterin des Kulturamtes wechselte ins Vorzimmer des Neusässer Bürgermeisters. Laut Büschel sei geplant, die Stelle Ende des Jahres neu zu besetzen.

Wer einen Beitrag zur Fête de la Musique am 21. Juni leisten möchte, wird gebeten, sich mit Name, Uhrzeit und Angaben zur Musik unter kultur@friedberg.de zu melden.

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