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Friedbergs langer Weg zum Paradies für Radfahrer

Tom Trilges
Kommentar Von Tom Trilges
20.12.2019

Plus Die Stadt Friedberg und der Landkreis strengen sich an, um Radfahren attraktiver zu machen. Spannend wird sein, ob Mut und Durchhaltevermögen ausreichen.

Radfahren ist voll im Trend – es ist umweltfreundlich, gesund und im städtischen Verkehr mitunter sogar praktischer als die Fahrt mit dem Auto.

Leihräder in Friedberg sind ein guter Anfang

Sowohl Friedberg als auch der Landkreis gehen aktuell in die Offensive: Das neue Programm der Stadt mit Leihrädern ist sicher ein guter Anfang, Friedberg attraktiver für Radler zu machen. Schade nur, dass sich vermutlich gerade ältere Leute, die von einem E-Bike stark profitieren könnten, durch ein Modell mit Handy-App weniger angesprochen fühlen – eine andere Lösung ist jedoch schwer vorstellbar. Auch das vorgeschriebene Abstellen an einem der sieben Standorte nach Benutzung der Räder dürfte manche Leute abschrecken.

Der Landkreis arbeitet gleichzeitig an einem Konzept, um den Radverkehr nachhaltig voranzubringen. Das Netz soll deutlich ausgebaut, die Strecken sollen komfortabler werden. Bisher gelten mehr als die Hälfte der Wege als ungesichert oder unbefahrbar.

Friedbergs langer Weg zum Paradies für Radfahrer

Friedberg ist noch lange nicht fahrradfreundlich

Noch mehr im Trend als das Radeln selbst ist es derzeit offenbar, sich als „fahrradfreundliche Kommune“ zu präsentieren. Die Stadt Friedberg ist bereits Teil einer 77 Mitglieder zählenden Arbeitsgemeinschaft. Es hat sich in diesem Zuge aber herausgestellt: Bis zu diesem Titel muss Friedberg noch eine Menge Maßnahmen umsetzen, die über das Verkehrskonzept des Landkreises und ein Leihräderangebot hinausgehen – darunter eine Abstellplatzsatzung bei Neubauten und die systematische Überprüfung der Beschilderung. Eine Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) im Jahr 2014 ergab zudem: Vor allem ein abgegrenzter Fahrradweg in der Friedberger Innenstadt fehlt. Zwei Drittel der Radler fühlten sich dort unsicher. Auch eine Bewertungskommission der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern schlug heuer nach einer Tour durch die Stadt etliche Verbesserungen vor.

Es reift die Erkenntnis, dass es noch einen Berg an Arbeit gibt, bis Friedberg und Umgebung zum Radlerparadies werden. Da bleibt zu hoffen, dass der Hype anhält – nicht nur bei begeisterten Radfahrern, sondern vor allem in der Politik. Es braucht zweifellos einen langen Atem. Darüber hinaus wird es nicht ohne Einschnitte gehen, zum Beispiel für Autofahrer in der Innenstadt. Mal sehen, ob die Verantwortlichen genug Durchhaltevermögen und Mut aufbringen.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Mit dem Leihrad zum Friedberger Baggersee

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