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Konzert

06.10.2015

Friedenslieder reißen trennende Mauern ein

Als Aufruf für Humanität und Frieden wurde „Imagine“ zur Hymne der internationalen Friedensbewegung: Interpretiert vom Ensemble Vocalissimo.
Bild: Manuela Rieger

Das Ensemble Vocalissimo vermittelt in der Friedberger Wallfahrtskirche einfühlsam eine besondere Botschaft

Einen Traum hatte Martin Luther King. Dass er in Erfüllung ging, hat der amerikanische Menschenrechtsaktivist nicht erlebt. Über den Traum nach Frieden sprach Reiner Philipp Kais beim Konzert des Ensembles Vocalissmo in der Friedberger Wallfahrtskirche Herrgottsruh. Frieden sei ein großes Wort und bedeute für jeden etwas anderes. Und Wallfahrtsdirektor Sascha-Philipp Geißler sagte zu Beginn des Friedenskonzerts: „Nur wer in Frieden mit sich lebt, kann Friedensbringer sein.“

Es sollte ein Konzert werden, für das das Publikum voll des Lobes war, und die Mitwirkenden stolz sein konnten. Vocalissimo – das waren diesmal Roland Plomer, verlässlich und leitend an Orgel und Piano; Josias Goll am Drumset und Stefan Wiedemann, der die Trompete durch alle Höhen und Tiefen lachen und weinen ließ. Dazu kam Alexandrina Simeon als Sängerin mit wandelbarer Stimme. Reiner Philipp Kais regte mit Texten zum Nachdenken an. Sehr viel mehr als nur ein bisschen Frieden war in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh zu spüren. In dem abwechslungsreichen Programm war viel vom Wunsch nach Frieden die Rede. Es ging um den Rassenkonflikt in den USA und die Zeiten der Sklaverei, die hebräische Kultur mit dem fröhlichen Shalom Chaverim und Hevenu Shalom Aleichem: Diese Lieder zeugen vom Friedenswillen der israelischen Bevölkerung. Viele Lieder waren von Künstlern zu hören, die aus der Friedensbewegung nicht wegzudenken sind. Aufs Feinste interpretiert wurden etwa John Lennon und die Beatles. Samuel Barbers „Adagio for strings“ wurde bearbeitet zu einem „Agnus Dei“. Diesen sehnsuchtsvollen Ruf „Dona nobis pacem – Gib uns deinen Frieden“ sang Alexandrina Simeon von der Kanzel herab. Ein Medley aus der West Side Story von Leonard Bernstein war am Anfang zu hören und die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel. Auszüge aus einer Rede Mandelas oder der Bergpredigt bekräftigten die Friedensbotschaft, die entgegen aller Gewohnheit von Szenenapplaus unterbrochen wurde. Was in Herrgottsruh gespielt wurde über religiöse Grenzen hinweg, besaß Authentizität und Einfühlungsvermögen. Dies kann wieder als Beispiel dafür dienen, wie Musik in der Lage ist, alle trennenden Mauern einzureißen.

Das musikalische Können des Quartetts steht außer Frage genauso wie dessen ungezügelte Lust am Musizieren. Die Kraft dieser Musik ist nicht zu erklären, dass diese jedoch wirkt, bleibt unbestritten. Dies bestätigte das restlos begeisterte Publikum mit tosendem Beifall: Klasse Musiker an einem ganz besonderen Ort, dazu ein tolles Publikum – eine Friedensbotschaft wie sie gelungener nicht sein könnte.

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