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05.06.2009

Für Trevira: Viel Geld und ein indisches Rätsel

Bobingen Eine gute Nachricht für Trevira in Bobingen. Der indische Mutterkonzern Reliance schickt 55 Millionen Euro. Damit begleicht er ausstehende Verbindlichkeiten. Dieses Geld ist in den vergangenen Wochen von Gewerkschaftern wiederholt eingefordert worden - auch um die Löhne und Gehälter zahlen zu können. Wie ein Pressesprecher von Reliance gestern auf Nachfrage unserer Zeitung sagte, wolle Reliance die Höhe des Betrags und den Grund der Zahlung nicht kommentieren. Er bestätigte jedoch, dass Reliance diese Summe im Zug des Insolvenzverfahrens wohl früher oder später auf alle Fälle hätte begleichen müssen.

Und noch eine gute Nachricht: Trevira wird damit gegenüber Banken schuldenfrei. "Das ist der größere Batzen der Verbindlichkeiten von Trevira. Das erleichtert die Situation." So kommentierte gestern die Sanierunsgkanzlei Schultze und Braun - für die Elke Bäuerle die Leitung des Unternehmens in Bobingen übernommen hat - die Ankündigung von Reliance.

Brief an Mitarbeiter missverständlich?

Weiter verworren ist jedoch das Bild über die Rolle, die Reliance künftig bei Trevira spielen möchte. Hierzu gab es zuletzt widersprüchliche Aussagen vom Reliance-Sprecher und Trevira. In einem Brief an alle Mitarbeiter hat Trevira-Chefin Elke Bäuerle noch am Mittwoch verkündet: "Reliance will sich darüber hinaus allerdings nicht weiter bei Trevira engagieren. Unser Ziel ist es also, Trevira zu sanieren und anschließend an einen geeigneten Investor zu verkaufen, der Trevira eine langfristige Perspektive bietet."

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Dem hat gestern der deutsche Reliance-Sprecher jedoch widersprochen. Der Konzern hat eine Kommunikationsagentur in Köln mit der Pressearbeit beauftragt, um der aus Gewerkschaftskreisen verbreiteten Kritik am Unternehmensstil entgegen zu treten. Auch nach erneuter Rücksprache mit dem Reliance-Bevollmächtigten Mohan Murti sagte der Sprecher zu den angeblichen Rückzugsabsichten: "Ich bin anders gebrieft worden. Es ist weiterhin so, dass Reliance eine Sanierung von Tervira im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens anstrebt um dann weiter Gesellschafter zu sein."

Eine Pressesprecherin der Sanierungskanzlei Schultze und Braun relativiert den Gegensatz und bezeichnet die Mitarbeiterinformation vom Mittwoch als "missverständlich". Richtig sei der Stand der Dinge, wie ihn unsere Zeitung am Donnerstag berichtete, sagte sie gestern.

Es bleibt spannend

Damit sei für Geschäftsführerin Elle Bäuerle momentan alles offen: "Natürlich ist es das Recht von Reliance als Eigentümer, seine Position klar zu machen. Wie das am Ende aber ausgeht, kann niemand sagen." Es bleibt spannend.

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