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Verkehrsprojekt

19.03.2015

Für die Grünen ist es eine Irrsinnsstraße

Gar nicht zum Lachen zumute ist Gemeinderatsmitgliedern der Grünen angesichts der Pläne für eine Augsburger Osttangente (von links): Florian Hendlmeier, Claudia Eser-Schuberth, Marion Brülls, Johanna Hölzl, Bernd Bartelsen, Katrin Müllegger-Steiger, Petra von Thienen und Barbara Häberle.
Bild: Andreas Schmidt

Gegen die Augsburger Osttangente regt sich Widerstand. Warum Gemeinderatsmitglieder aus Friedberg, Mering und Kissing Aktionen ankündigen

Von Andreas Schmidt

Zunächst ringen die Grünen um ein zitierfähiges Wort für eine große Augsburger Osttangente. Dann fällt ihnen „Irrsinnsstraße“ ein. Das umschreibt es am besten für Gemeinderatsmitglieder der Grünen aus Friedberg, Mering und Kissing, wo die Straße dort zur B 17 bei Königsbrunn führen soll. Ihrer Ansicht nach würde dies nur Durchfahrenden nützen im Gegensatz zu den Anliegern, die die Lasten zu tragen hätten.

Auf der Befürworterseite des 180-Millionen-Euro-Projekts stehen Landrat, die Bürgermeister aus Kissing, Mering und Friedberg sowie Abgeordnete aus der Region (wir berichteten). Kritik kam von Gemeinderatsmitgliedern der Grünen aus folgender Richtung:

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Friedberg „Fassungslos“ ist Stadträtin Marion Brülls über Bürgermeister Roland Eichmann. Er würde mit dem Projekt einen autobahnähnlichen Durchgangsverkehr nach Friedberg holen – mit massiver zusätzlicher Lärm- und Abgasbelastung. „Was würde da noch von der Friedberger Au bleiben?“, fragt Claudia Eser-Schuberth. Ihre Stadtratskollegin Johanna Hölzl befürchtet erhebliche Nachteile für das Naherholungsgebiet am See und Friedberg-West.

Kissing Gerade in Kissing erhoffen sich einige eine Entlastung durch die Osttangente. Doch Gemeinderatsmitglied Bernd Bartelsen geht davon aus, dass man sich da zu viel verspricht. Der Verkehr beispielsweise zu den Kissinger Supermärkten und von Mering St. Afra aus bliebe auf der bisherigen Ortsumgehung. Im Gegenzug würde Kissing mit Ausnahme einer Brücke von den Naherholungsgebieten an Seen und Lech abgeschnitten. Gemeinderätin Katrin Müllegger-Steiger sieht die bisher vom Durchgangsverkehr betroffenen Kissinger vertröstet. Mehr Sinn würden ihrer Ansicht nach ein richtiger Lärmschutz, Flüsterasphalt oder eine Tieferlegung der B 2 machen.

Mering Dort erwartet Gemeinderätin Petra von Thienen keine Entlastung durch die Osttangente – im Gegenteil eher eine Zunahme des Durchgangsverkehrs nach Mering hinein auf dem Weg hin zur Autobahnanschlussstelle Odelzhausen. Eine zusätzliche Belastung durch Lärm und Abgase käme laut von Thienen auf Mering-St. Afra zu. Wie für die Kissinger würde auch für die Meringer der Zugang zu Naherholungsgebieten erheblich erschwert. Große Sorgen macht sich Gemeinderätin Barbara Häberle um die Naturschutzgebiete zwischen Mering und Kissing. Über eine Osttangente würde man zwar schneller ins Allgäu kommen. Doch um sich wirklich noch in der Natur erholen zu können, müsse dann auch ins Allgäu fahren, sagt Barbara Häberle.

In der Runde ist man überzeugt davon, dass die Betroffenen noch gar nicht ahnten, was auf sie zukommen würde. Öffentlichkeitswirksam wollen die Grünen gegen das Projekt mit Aktionen und Infos gegen das Projekt mobil machen und dafür auch Mitstreiter suchen. Stadträtin Marion Brülls kündigt an: „Wir werden den Widerstand anschieben.“

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