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06.02.2015

Für jeden Gast legt die Stadt sieben Euro drauf

So ruhig wird es am nächsten Samstag im Stadtbad wohl nicht zugehen – beim Tag der offenen Tür ist der Eintritt frei.
Bild: Foto: Thomas Goßner

Vier Millionen wurden in Sanierung und Modernisierung gesteckt. Das Defizit ist nach wie vor hoch

Es ist fast ein Jahrhundertwerk, zumindest aber ein Thema, das den Stadtrat nahezu zwei Jahrzehnte lang beschäftigt hat: die Sanierung und Modernisierung des Stadtbads. Mit einem Tag der offenen Tür wird das Projekt am Samstag offiziell abgeschlossen.

Bis in die späten 90er-Jahre geht die Debatte um das Bad zurück. Angesichts des schlechten technischen Zustands und des spärlichen Komforts stellte sich die Frage nach der Zukunft des 1978 in Betrieb genommenen Hauses. Komplett schließen und auf der grünen Wiese neu bauen? Einem Privatinvestor einen Millionenzuschuss bezahlen? Oder ein Billigbad auf dem TSV-Gelände, ohne Sauna, ohne Kinderbereich, nur für Sportler und Schwimmer? Oder doch lieber am alten Standort mitten in der Stadt bleiben? Darüber stritten die Kommunalpolitiker anhaltend, bis 2005 unter dem Druck eines Bürgerbegehrens endlich die Entscheidung fiel: Das bestehende Bad wurde auf Vordermann gebracht

2007 ging es dann mit der Sanierung los, wobei mit einer neuen Wasseraufbereitung und einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung viel Geld in der Technik verschwand. Aber auch die Gäste bekamen mehr Komfort durch neue Duschen, ein modernes kleines Kinderbecken, eine Dampfkammer auf der Ostseite der Halle und einen neuen Außenbereich der Sauna. Von 2009 an wurde dann ein neues Brandschutzkonzept für den gesamten Gebäudekomplex in vier Abschnitten umgesetzt. Neue Decken, neue Türen, neue Rauchmelder sorgen für mehr Sicherheit im Haus. Als letzten Schritt ließen die Stadtwerke im vergangenen Sommer LED-Leuchten installieren sowie Duschen und Sauna neu fließen.

Rund vier Millionen Euro sind damit über die Jahre ins Bad geflossen, rechnet Stadtwerke-Chef Holger Grünaug vor, einschließlich 400000 Euro an Zuschuss, die von Bund und Freistaat kamen. Die ursprünglichen Hoffnungen, mit einer solchen Investition auch für bessere Einnahmen zu sorgen, erfüllten sich nur zum Teil. Zwar stiegen die Besucherzahlen von circa 65000 zahlenden Gästen auf rund 130000. Das Defizit kletterte jedoch von 750000 auf 900000 Euro ohne Berücksichtigung von Abschreibungen und Zinsen. Bei einer kaufmännischen Betrachtungsweise, die auch die kalkulatorischen Kosten berücksichtigt, sind es sogar 1,1 Millionen Euro.

Stadtwerke-Chef Grünaug bricht diese Summen jedoch gerne auf die Zahl der Besucher herunter: Musste die Stadt vor der Sanierung noch für jeden Schwimmer elf Euro drauflegen, so sind es jetzt „nur“ noch sieben. Das ist allerdings immer noch das Mehrfach des Eintrittspreises: Eineinhalb Stunden Badespaß kosten für Erwachsene 3,50 Euro, für Kinder 1,80.

Ein großes Einweihungsprogramm soll es am Samstag beim Tag der offenen Tür nicht geben. Zwar schaut auch Bürgermeister Roland Eichmann vorbei, doch bei den verschiedenen Angeboten steht die Unterhaltung für die Gäste im Vordergrund. Es gibt Spiele für die Kinder, besondere Aufgüsse in der Sauna und ein Salzpeeling in der Dampfkammer – alles bei freiem Eintritt. Um 11 und um 13 Uhr gibt es außerdem eine Führung durch die Technik des Stadtbads.

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