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24.06.2009

Gartenmauer gegen das Hochwasser

Mering Freilich kann eine Mauer nicht die endgültige Lösung sein, das meint auch Alfred Rutka. Sein Haus am Kornblumenring im Meringer Unterfeld war vor einem knappen Monat am 26. Mai mit am stärksten von den Eis- und Wassermassen des Unwetters betroffen. Jetzt überlegen sich er und seine Nachbarn, ob sie sich durch eine Mauer vor der nächsten Schlammlawine schützen sollten. Das sagte Rutka auf der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Marktgemeinde, in der es eigentlich zunächst gar nicht um das Hochwasser gehen sollte.

Die meisten waren dabei

Doch ein kurzfristiger Antrag und die Anwesenheit fast aller Nachbarn aus dem Unterfeld ließen das damalige Unwetter und seine Folgen zum Thema der Sitzung werden. Bürgermeister Hans-Dieter Kandler machte eingangs klar, wie sein Plan zur schnellen Umsetzung einer sinnvollen Entlastung bei Hochwasser aussieht. Möglichst innerhalb von drei Wochen, spätestens bis zum 20. Juli, will sich der Bürgermeister mit den Betroffenen treffen. Dabei sein soll auch ein Vertreter des Landratsamtes und ein Ingenieur, den Kandler mit der Planung des bestmöglichen Modells zum Schutz vor Hochwasser in diesem Gebiet beauftragen will. Ihm schwebt eine Entwässerung in Richtung Hörlgraben vor. "Wir werden dann allerdings um ein Hochwasser-Rückhaltebecken nicht herumkommen", ist er sich sicher, wenn die Situation am Unterlauf des Hörlgrabens nicht verschärft werden soll.

Am besten noch dieses Jahr

Gartenmauer gegen das Hochwasser

Die gesamte Planung soll noch in diesem Jahr in die Genehmigungsphase gehen, doch selbst so lange wollen einige Unterfeld-Anwohner nicht warten. "Es liegen schon zwei Anträge zum Bau von Hochwasser-Schutzmauern vor", so Kandler. Deshalb soll bei dem Besprechungstermin auch ein Vertreter des Landratsamtes dabei sein, denn Bauten müssen dort genehmigt werden. "Wir vom Gemeinderat legen ihnen da sicher keine Steine in den Weg", so der Bürgermeister. Hans-Dieter Kandler kann die Stimmung bei den Unterfeld-Anwohnern nachfühlen: Er war selbst vom Pfingsthochwasser 1999 betroffen. Seiner Meinung nach jedoch kann es nicht die endgültige Lösung sein, sich einzumauern, auch wenn die geplanten Bauwerke nur 20 bis 30 Zentimeter hoch geplant sind. "Denn dann fließt das Wasser zu ihren Nachbarn", erinnert er.

Da ist er einer Meinung mit Alfred Rutka, der im Bauausschuss für die Betroffenen sprach. Dennoch sei die Angst um das eigene Hab und Gut, ja sogar ums eigene Leben, nun groß.

Rutka hat überschlagen, dass allein am Kornblumenring rund 400 Meter Mauer notwendig wären, um "die kleine Retentionsfläche von 300 Kubikmetern in unseren Kellern" beim nächsten Wolkenbruch zu verhindern.

Containerkosten übernommen

Die Ausschussmitglieder haben zugestimmt, dass die Gemeinde die Kosten in Höhe von 4300 Euro für privat organisierte Sperrmüllcontainer am Tag nach dem Hochwasser übernimmt. Zusätzlich hatte die Gemeinde einen Container über das Landratsamt organisiert.

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