1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Gebt den Turm einem Privatmann

Kommentar

15.04.2019

Gebt den Turm einem Privatmann

So präsentiert sich der Salzkarrnerturm an der westlichen Stadtmauer seit dem Kauf durch die Stadt im Jahr 2017 (links). Die Computergrafik (rechts) zeigt, wie sich Architekt Wolfgang Rockelmann das Bauwerk vorstellt: Nach Osten hin schirmt eine Lamellenwand die Blicke ab, nach Westen hin besteht freie Aussicht auf Augsburg und die Lechebene.
Bild: Thomas Goßner/Grafik: Wolfgang Rockelmann Architekt & Kollegen

Mit der Idee, einen Aussichtspunkt einzurichten, hat die Stadt Friedberg den Salzkarrnerturm erworben. Doch das ist schwieriger als gedacht.

Am Beispiel des Salzkarrnerturms zeigt sich wieder einmal die Konzeptlosigkeit der Friedberger Stadtpolitik: Da wird eine hinfällige Immobilie gekauft, ohne genau zu wissen, ob und wie sie einmal genutzt werden kann. Geschäftsgrundlage war im Jahr 2017 nur eine vage Idee. Jetzt stellt sich heraus, dass sie nicht so leicht zu verwirklichen ist wie erhofft. Dennoch hält Bürgermeister Roland Eichmann krampfhaft an diesem Projekt fest, und ein unentschlossener Stadtrat lässt ihn gewähren. Gut möglich, dass in einigen Wochen dieselbe Diskussion dann zum dritten und noch immer nicht zum letzten Mal geführt wird.

Die Stadt sollte sich von diesem Gebäude besser wieder trennen. Erstens bietet sich nur wenige Meter neben dem Turm vom Erdboden aus nahezu die gleiche Aussicht wie oben vom Dach. Zweitens gibt es – wie jeder Rundgang zeigt – für fast eine Million Euro in Friedberg dringendere Aufgaben zu erledigen. Drittens könnte ein privater Bauherr anders als die Stadt die Denkmalschutzabschreibung auch dann in Anspruch nehmen, wenn er Turm und Anbau für Wohnzwecke nutzt. Friedberg braucht eine lebendige Innenstadt, kein Museum.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Beim Salzkarrnerturm in Friedberg lässt Eichmann nicht locker

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren