Newsticker
EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Gedichte und Erzählungen zum Wald

Paarkunst

21.11.2019

Gedichte und Erzählungen zum Wald

Martina Großhauser (rechts) las verschiedene Texte und Gedichte zum Thema Wald in der Bücherei Kissing vor, wofür ihr die Leiterin Petra Scola dankte.
Foto: Heike Scherer

Martina Großhauser liest aus Werken verschiedener Autoren

Ein Wald ist jede mit Forstpflanzen bestückte Grundfläche, informierte die belesene Referentin zu Beginn der jüngsten Paarkunst-Veranstaltung in der Kissinger Bücherei. Martina Großhauser las dabei Texte vor, in denen der Wald zu jeder Jahreszeit beschrieben wurde.

Den Anfang machte der Herbst mit den sich von gelb nach orange-rot verwandelnden Blättern und den vielen Früchten und Düften, die man bei einem Spaziergang erleben kann. Dann ging die Referentin über zum Winter und da konnten die Besucher vernehmen, wie es sich im Wald anhört, wenn Regen einsetzt.

Viel Interessantes erfuhren sie im Laufe des Abends, beispielsweise, dass bei Neumond geschlagenes Holz unempfindlicher gegen Schädlinge sei und dass der Zeitpunkt des Fällens vor allem beim Instrumentenbau eine wichtige Rolle spiele.

Dass auch das abgeschlagene Holz noch lebendig ist, hatte ein Autor bei seinem Bett erfahren, das ihn im Traum die Bienen hören ließ. Der Schriftsteller Stefan Zweig befasste sich mit dem Frühlingswald. Dass es in Japan sogar Selbstmörderwälder gibt oder dass in Italien Baumgeister dabei sind, wenn Bäume gefällt werden, wusste bisher noch keiner der Besucher.

Schon eine babylonische Keilschrift besagt, dass Wälder das Leben eines Landes sind, las Martina Großhauser vor. „Bäume dienen zum Heizen, Kochen, als Hütegrund für Tiere, wurden für den Bau von Schiffen, Kirchen und Schlössern verwendet und ermöglichten dadurch die Entdeckung Amerikas“, verriet sie. Auch in Kriegen spielten Wälder eine große Rolle. Im 19. Jahrhundert sei der Schwarzwald fast kahl gewesen.

Aber der Wald sei vor allem ein Gesundmacher. Nur eine Stunde im grünen Wald sei erforderlich, um seine balsamischen, reinen Düfte einzuatmen und Erholung zu bekommen, so Großhauser. Auch Maler, Künstler und Musiker hat der Wald seit jeher inspiriert. 1946 wurde der Schutz des Waldes in die bayerische Verfassung aufgenommen: Wälder müssen geschützt und entstandene Schäden baldmöglichst behoben werden. Im Jahr 1917 entstand in München der erste Waldfriedhof. Schon Heinrich Heine hatte es gewusst, dass die letzte Ruhestätte unter Linden eine gute Wahl ist.

Die Spenden während der PaarKunst-Veranstaltungen in Kissing werden diesmal in Obstbäume investiert, informierte Büchereileiterin Petra Scola. Als Abschlussaktion in der Bücherei können die Besucher am Mittwoch, 27. November, ab 19.30 Uhr, mit Harald Häusl Waldlieder singen. (hese)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren