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Stadtplanung in Friedberg

28.05.2015

Gefragt ist ein Hingucker

Eine Mischung aus Wohnen und Dienstleistung stellt sich die Stadt Friedberg für das Bauhofgelände am Bierweg vor.
Bild: Foto: Rolf Kotthaus

Stadtplanung Politik erhofft sich neue Ideen dafür, wie das bisherige Bauhofgelände genutzt werden könnte. Doch nicht jeder ist davon begeistert.

Friedberg Voraussichtlich wird man künftig dort wohnen können, wo bisher die Friedberger Bauhofmitarbeiter ihre Fahrzeuge, Gerätschaften, Material usw. in Friedberg-Süd parken und einlagern. Der für 2017 geplante Umzug des Friedberger Baubetriebshofs an seinen neuen Standort macht den Weg frei für neue Lösungen. Wie das Gelände bebaut werden soll, davon verspricht sich der Bauausschuss vorab Ideen von Städteplanern und Architekten. Gefragt sind allerdings keine Utopien, sondern Vorschläge, die sich an dem südlichen Eingangstor zur Innenstadt tatsächlich umsetzen lassen.

Die Diskussion im Bauausschuss zeigte, wohin die Reise gehen soll: Auf dem 10500 Quadratmeter großen Grundstück werden voraussichtlich vor allem Wohnanlagen entstehen – ergänzt durch Büros und Praxen. Läden dürften an dieser Stelle nach Ansicht einer Ausschussmehrheit eher eine untergeordnete Rolle spielen. Der nahen Geschäftswelt in der Innenstadt will man keine große Konkurrenz vor die Nase setzen.

Was man nach einer langen Denkpause dort nun wirklich will, soll die Stadtpolitik konkret vorgeben. „Diese Arbeit müssen wir selber leisten“, betonte Bürgermeister Roland Eichmann ( SPD). Er erhofft sich hohe architektonische Qualität an einer für das Stadtbild zentralen Stelle. Als Gegenbeispiel nannte Eichmann eine dichte neue Wohnbebauung in der Augsburger Innenstadt, die er als „Karnickelstallansammlung“ bezeichnete. „Das sind die Problemviertel der Zukunft“, befürchtete der Bürgermeister.

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Nicht jeder im Ausschuss zeigte sich begeistert von dem Ideenwettbewerb. „Sehr skeptisch“ war Manfred Losinger ( CSU), weil er eine Verzögerung und Zusatzkosten befürchtete. Offen für neue Ideen zeigte sich CSU-Fraktionschef Thomas Kleist. Wobei es auch ihm wichtig war, dass der Zeitplan nicht wieder durcheinander gewirbelt wird.

Einen „Hingucker und ein Highlight“ für Friedberg verspricht sich Roland Fuchs (SPD). Die bisherige Bauweise in der südlichen Nachbarschaft mit den städtischen Wohnblöcken dürfe sich nicht fortsetzen. Johannes Hatzold (Freie Wähler) war es wichtig, dass auch günstiger Wohnraum entsteht, der Platz bietet beispielsweise für Senioren und behinderte Menschen. Bürgermeister Eichmann stellt sich vor, dass in einem Teilbereich eine noch zu gründende städtische Wohnungsbaugesellschaft selber aktiv wird.

Für eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe sprach sich Grünen-Fraktionssprecherin Claudia Eser-Schuberth aus. Der bisherige Bauhof wäre für sie der ideale Platz für Einzelhandel für Friedberg-Süd. Hubert Nießner (ÖDP) sähe außerdem gerne neue Energiekonzepte verwirklicht wenn möglich unter Einbeziehung der Nachbarschaft. Als logischen Zwischenschritt sieht Wolfgang Rockelmann (Parteifreie Bürger) den städtebaulichen Ideenwettbewerb.

Einstimmig beauftragte der Planungsausschuss schließlich das Baureferat damit, dafür die Rahmenbedingungen (Kosten, Ablauf, Inhalt) zu ermitteln. Dann sind noch einmal Entscheidungen gefragt, ehe der Ideenwettstreit möglicherweise im Herbst starten kann. 

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