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Integration in Friedberg

05.06.2016

Gegensätze, die verbinden

Ibrahim Mestanlaroglu vom türkischen Kulturverein (rechts) und Pfarrer Markus Hau verteilen in traditioneller Tracht den Süßholztee Meyan Serbeti.
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Ibrahim Mestanlaroglu vom türkischen Kulturverein (rechts) und Pfarrer Markus Hau verteilen in traditioneller Tracht den Süßholztee Meyan Serbeti.
Bild: Claudia Schuri

Beim Internationalen Freundschaftsfest begegnen sich Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und stellen dabei fest, was sie alles von einander lernen können.

Bayerische Blasmusik und orientalische Musik, Landler und afrikanische Tänze, Rhabarberkuchen und türkischer Süßholztee: Beim vierten internationalen Freundschaftstag in Friedberg sind kulturelle Gegensätze aufeinandergetroffen. Gegensätze, die, wie sich zeigte, nicht immer trennen müssen, sondern auch verbinden und neue Freundschaften schaffen können.

Ein buntes Tuch, ein bisschen Dekoration und afrikanische Musik: Mehr braucht es nicht, damit Theresa (7) aus Augsburg und Carmen, (8) aus Friedberg nach Afrika reisen können. Gemeinsam mit Natascha, die ursprünglich aus Kamerun stammt, deren Tochter Johanna, sowie deren dreijährigen Sohn Kephren und ein paar anderen Mädchen studieren sie einen kamerunischen Tanz ein. „Tanzen ist Harmonie. Körper und Seele rücken zusammen“, erklärt Natascha. Das passt zum Freundschaftstag: Dort rücken nicht nur Körper und Seele, sondern auch Religionen und Kulturen zusammen.

Die katholische, die evangelische Gemeinde und die islamische Gemeinde hatten das Fest zusammen organisiert. „Der Dialog der Religionen beginnt vor Ort. Er beginnt hier in Friedberg“, erklärte Pfarrer Markus Hau. So sieht das auch Thasin Coskun von der DITIB-türkisch-islamischen Gemeinde Friedberg: „Wir haben nicht viel Gelegenheiten, zusammen zu kommen“, sagt er. „Aber der Dialog ist wichtig, dass Freundschaften entstehen, egal welche Nationen und Religionen.“

Gegensätze, die verbinden

Der Einladung zum Kulturfest sind Menschen aus der ganzen Welt gefolgt, die jetzt in Friedberg oder der Umgebung eine neue Heimat gefunden haben. Auch einige Asylbewerber sind gekommen. Ahmad Almakad, 23, zum Beispiel stammt aus Syrien und lebt seit zehn Monaten in Friedberg. „Es ist schön in der Stadt und auf dem Fest“, sagt er. „Ich hab bis jetzt nur Süßes gegessen.“ Der Rhabarberkuchen hat ihm am besten geschmeckt. „Ich bekomme das Rezept von der Frau, dann mach ich ihn selber“, erzählt Ahmad.

Auch für die Deutschen gibt es fremdländische Speisen zu probieren. Für ein Buffet am Abend haben viele Gäste Gerichte aus ihrer Heimat mitgebracht. Ibrahim Mestanlaroglu vom türkischen Kulturverein geht gemeinsam mit Pater Markus Hau, beide in türkischer Tracht gekleidet, durch die Menge und verteilt Meyan Serbeti. „Das ist ein Tee aus den Wurzeln der Süßholzpflanzen“, erklärt Mestanlaroglu. In der Türkei trinkt man das Getränk während des Fastenmonats Ramadan.

Neben gutem Essen gibt es auch gute Unterhaltung. Die Stadtkapelle Friedberg spielt, später dann einige türkische Musiker. Kinder vom Tanzstudio Fancy führen internationale Tänze auf. Dazu gibt es Workshops, wie zum Beispiel einen Volkstanzkurs für die Erwachsenen und einen Spielzeugbastelkurs für die Kinder. Dahin gehen auch Theresa und Carmen nach dem Tanzen. Jetzt lernen sie, Spielsachen aus unterschiedlichen Materialien herzustellen. „Aus den Sachen, die hier weggeworfen werden, kann man noch was machen“, erklärt ihnen die Tansanierin Annegret Huber. Theresa und Carmen basteln zum Beispiel einen Zeitungshut, eine Trommel und einen Klapperfrosch. Ihre Reise in fremde Länder ist noch nicht zu Ende.

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