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Aichach-Friedberg

10.10.2019

Geht den Sportvereinen der Nachwuchs aus?

Tabea Kleber trainiert Kinder beim TSV Friedberg.
Bild: Tabea Kleber

Vereine im Kreis Aichach-Friedberg suchen verzweifelt engagierte Jugendliche. Was sind die Gründe? Wir haben Vereine und Jugendliche befragt.

Immer weniger Jugendliche verpflichten sich zu ehrenamtlicher Arbeit in Vereinen – auch in Friedberg ist das ein zunehmendes Problem. Es gibt aber Ausnahmen: Uns haben junge Menschen von ihrem Engagement berichtet.

Karsten Weigl ist Vorsitzender beim TSV Friedberg. „Wir haben viele Sportler, jedoch setzen sich nur wenige für andere ein“, sagt er. Für ihn ist der wachsende Schulstress ein Grund: „Die jungen Leute sind stark eingebunden. Da bleibt kaum Zeit.“ Auch der zunehmende Hype um Fitnessstudios und digitale Medien ist aus seiner Sicht Auslöser für das Nachwuchsproblem. „Wir suchen händeringend Jugendliche“, sagt Weigl.

Tabea aus Derching: Seit der Kindheit im Verein

Gemeint sind Leute wie Tabea Kleber. Die Derchingerin ist 18 Jahre alt. „Seit meiner Kindheit bin ich Mitglied in mindestens einem Verein“, erzählt Tabea. Seit vielen Jahren ist sie Rettungsschwimmerin bei der Derchinger Wasserwacht. Im Winter geht sie regelmäßig ins Schwimmtraining. Wenn die Badesaison beginnt, hat Tabea an den Wochenenden Wachdienst. Die 18-Jährige erklärt: „Ich achte darauf, dass den Badegästen nichts passiert, und greife im Notfall ein.“

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Auch beim TSV Friedberg ist Tabea seit ihrem zehnten Lebensjahr Mitglied. Durch ihre Nachbarin ist sie zum Rope-Skipping gekommen. Mit der Gruppe Jumpinos hatte Tabea schon viel Erfolg. „Im Verein lernt man vor allem Teamgeist und findet echte Freunde, wenn man zusammen auf Wettkämpfen ist“, erzählt sie.

Tabea trainiert zudem einmal in der Woche den Nachwuchs. Sie sagt: „Das Training mit den Kids macht echt Spaß. Außer sie hören nicht, dann kann es auch mal anstrengend werden.“ Tabea kann sich gut vorstellen, warum immer weniger Jugendliche sich freiwillig engagieren: „Viele sitzen lieber zu Hause am Handy. Aber auch der Schulstress ist sicher ein Grund.“

Leon aus Friedberg: Schule statt Training

Letzterer hinderte auch den 17-jährigen Leon Huang aus Friedberg, sein Training regelmäßig wahrzunehmen. „Ich spiele beim TSV Friedberg Badminton. Beim TC Friedberg gehe ich seit vielen Jahren ins Tennistraining“, berichtet Leon. Der Friedberger hat dieses Jahr sein Abitur gemacht und zeitweise das Training stark vernachlässigt. Er erklärt: „Das intensive Lernen hat es einfach nicht zugelassen.“ Seitdem das Abitur geschafft ist, geht Leon wieder öfter hin.

„Ich bin gerne Mitglied in Vereinen. Man hat die Möglichkeit Leute kennenzulernen, die die gleiche Leidenschaft teilen“, sagt der 17-Jährige. Leon hat sich ein Ziel gesetzt: „Ich möchte mich beim Tennis verbessern, um Kinder zu trainieren.“

Manuel aus Friedberg: Man ist auf sich gestellt

Der 22-jährige Manuel Danner aus Friedberg hat das Vereinsleben aus den Augen verloren. „Als Jugendlicher habe ich bei mehreren Vereinen Fußball gespielt. Auch Handball war eine Leidenschaft“, erzählt Manuel.

Eine Zeit lang hat er sogar selbst das Fußballtraining übernommen: ,,Mein jüngerer Bruder hat in Königsbrunn gespielt. Dort habe ich dann den Nachwuchs gecoacht.“ Es sei wichtig etwas weiterzugeben: „Man ist auf sich gestellt und kann das eigene Können vermitteln. Als ich meine Ausbildung begonnen habe, hat mir die Zeit gefehlt. Trotzdem war es eine wichtige Erfahrung.“

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