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Buchprojekt in Merching

02.03.2016

Genusssüchtiger Kater erzählt aus seinem Leben

Jeremias von Hlöhnsdorf ist die Hauptfigur im Werk von Kattis Rydberg.
Bild: Gönül Frey

Merchinger Autorin hat ihr erstes Buch um den Vierbeiner Jeremias von Höhnsdorf herausgebracht.

 Jeremias von Höhnsdorf schätzt seine gepflegten Auszeiten, hasst den Staubsauger und genießt auch noch das dritte Frühstück des Tages ausgiebig. Das Treiben der Menschen betrachtet er herablassend, aber durchaus liebevoll. Der eigenwillige Kater ist die Hauptfigur im ersten Buch der Merchinger Autorin Kattis Rydberg.

Bei dem skandinavisch anmutenden Namen handelt es sich um ein Pseudonym, weil die wahre Schöpferin des Jeremias von Höhnsdorf lieber verborgen bleiben möchte. So kennen nur drei Merchinger aus dem engen Familienkreis ihre wahre Identität.

Fast 20 Jahre lag das Buch um ihren Helden mit den Schnurrhaaren in der Schublade. Und seit beinahe zehn Jahren sind dazu auch die bezaubernden Illustrationen fertig, die ein Schulfreund der Autorin und ebenfalls Katzenliebhaber aufs Papier brachte. Auch er scheut das Rampenlicht und verbirgt sich hinter dem Künstlernamen Gunvald Vaatia. Ende November erschienen die „Memoiren des Jeremias von Höhnsdorf. Aufzeichnungen eines Katers und Gentleman in den besten Jahren“ im Verlag „Shaker media“, einem Print-on-demand-Unternehmen.

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Aus seiner eigenen unnachahmlichen Sicht schildert der Kater darin seine Erlebnisse, wie die erzwungene Fahrt zum Tierarzt, den Großputz in seinem Haus, oder wie er seine Hauptfuttermenschin mit dem Präsent einer selbst gefangenen Maus beglückte.

Natürlich gibt es für den tierischen Protagonisten ein reales Vorbild. „Er war die Katze meiner Schwester, und wir mochten uns am Anfang nicht besonders“, erzählt Kattis Rydberg. Nachts, wenn sie spät noch auf ihre Prüfungen lernte, sprang er auf ihren Schreibtisch und erschreckte sie so manches Mal halb zu Tode.

Aber mit seinem Talent, hingebungsvoll zu genießen, wickelte er sie dann doch um den Finger. Mittlerweile ist er längst als hochbetagter Kater verstorben. Und Kattis Rydberg lebt derzeit ein katzenloses Leben. „Aber ich hoffe, dass wieder eine kommt“, sagt sie. Bis dahin freut sie sich, wenn sie auf leisen Pfoten Besuch aus den Nachbargärten erhält.

Die Geschichten um den Kater Jeremias Höhnsdorf sind ihr erstes eigenes Buch. Bis dahin kannte Kattis Rydberg die Veröffentlichung nur von der Seite der Lektoratsarbeit. „Ein Werk, das mir als Lektorin gut gefallen hat, motivierte mich, meines endlich fertigzustellen“, erzählt sie.

Erste Reaktionen hat die Autorin trotz der Anonymität bereits erhalten. So gab es auf Amazon schon positive Rückmeldungen, und eine Katzenzeitschrift interessiert sich ebenfalls für das Werk. Der Verlag möchte das Buch außerdem bei der Leipziger Buchmesse vorstellen, die am 17. März beginnt. Im Frühjahr ist auch im Augsburger Großraum eine Lesung geplant, bei der ein Augsburger Theaterpädagoge den Text präsentieren soll.

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