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Mering

16.09.2020

Geplante Hundewiese ist in Mering umstritten

Das Meringer Tierparlament hätte gerne eine Hundewiese. Mit dieser Idee hat sich nun der Finanzausschuss befasst.
Bild: Christian Charisius, dpa (Symbolbild)

Plus Den Vorschlag des Tierparlaments, eine Hundewiese in Mering zu schaffen, lehnen die Marktgemeinderäte ab. Bürgermeister Florian Mayer hat aber eine andere Idee.

Von einer Wiese für Hunde, auf der die Tiere sich frei bewegen können, davon träumt das Meringer Tierparlament. Mike Cannaday, Vorsitzender des Tierschutzvereins, hatte diesen Vorschlag bereits bei Bürgermeister Florian Mayer zusammen mit einer Unterschriftenliste vorgebracht. Nun diskutierten die Mitglieder des Meringer Finanzausschusses darüber, ob sich diese Idee verwirklichen lässt.

Cannaday erläuterte bei seinem Gespräch mit Mayer, dass ein eingezäunter Bereich Hunden ein entspanntes Spielen mit Artgenossen ermögliche. Die Pfoten der Tiere würden weniger mit Agrargiften in Kontakt kommen. Zudem können sich auch die Hundehalter untereinander austauschen. Weil diese verpflichtet wären, die Wiese sauber zu halten und zu kontrollieren, verringere sich die Gefahr, dass die Tiere Giftköder aufnehmen. Außerdem wären die Parks und Grünstreifen in Mering sauberer, weil dort weniger Hundekot zu finden wäre.

CSU-Fraktionschef Georg Resch: "Dafür hat Mering kein Geld."

Diese Argumente brachte Mayer den Mitgliedern des Finanzausschusses näher. Doch stieß die Idee nicht auf ungeteilte Zustimmung. „Anfangs dachte ich mir noch, das müssen wir ablehnen“, schilderte Dritte Bürgermeisterin Silvia Braatz ( CSU). Aber nach längerer Überlegung sei sie zu dem Schluss gekommen, dass man zunächst weitere Informationen benötige. „Wie viele Mitglieder hat der Verein?“, fragte sie. Und setzte nach: „Inwieweit wäre denn der Verein zur Mitarbeit bereit?“ Ihr fehle hier ein Signal der Eigeninitiative.

Für ihren Parteikollegen Georg Resch war die Sachlage eindeutig: „Wir wissen alle, wie schwierig es ist, in Mering geeignete Flächen zu finden.“ Das Grundstück müsse zentral liegen und solle zudem auf Kosten der Kommune finanziert werden. „Dafür haben wir wirklich kein Geld.“ Außerdem liege Mering im Grünen. „Wer seinen Hund frei laufen lassen will, der muss nicht weit gehen, um diese Möglichkeit zu haben“, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende.

Für die Hundewiese, schätzte Merings Bürgermeister Mayer, wären etwa 30.000 Euro fällig, um einen Zaun zu errichten. In diesen Kostenrahmen fallen noch Sitzgelegenheiten sowie eine Hundetoilette, die ebenfalls regelmäßig geleert werden muss. Infrage käme die Wiese am Paarbogen. Der Vorsitzende des Tierparlaments Mike Cannaday schlug vor, dass die Wiese durch die Hundesteuer finanziert werden könne.

Die Meringer Räte wollen mehr Eigenleistung des Vereins

Im Finanzausschuss bezweifelte man, dass die Hundesteuer diese Kosten abdecken kann. Auf Nachfrage unserer Redaktion bei Kämmerer Martin Lehner erklärte dieser: „In Mering gibt es derzeit 600 Hunde, die Hundesteuer beträgt beim ersten Hund 40, ab dem zweiten 60 und ab dem dritten 80 Euro pro Jahr.“ Dies sei im Vergleich mit anderen Kommunen relativ günstig (siehe Infokasten). Vonseiten der Verwaltung wird darauf verwiesen, dass auch hier über eine Anpassung der Steuer beraten werden müsse.

Tobias Listl (Grüne) bemerkte zur beantragten Hundewiese: „Bei diesen Berechnungen haben wir aber noch nicht den Wert des Grundstücks miteingerechnet.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Widmann stimmte diesem Argument zu und sagte: „Das ist eine Fläche, die wir möglicherweise für die Ortsentwicklung benötigen.“ Sein Fraktionskollege Wolfgang Bachmeir wies auf die prekäre Finanzsituation der Marktgemeinde hin. „Wir müssen so vielen Vereinen sagen, dass wir kein Geld haben, und das sind Vereine, die jahrelang mit viel Eigenleistung für den Ort tätig sind.“ Bachmeir verwies auf den Heimatverein sowie die Tischkegler, die keine Bleiben haben und in nächster Zeit wohl nicht durch Zuschüsse unterstützt werden können.

Nach längerer Beratung schlug Mayer vor, dass man dem Verein doch finanzielle Unterstützung in Aussicht stellen könne. Für Grundstück, Umzäunung sowie die Säuberung des Areals müsse das Tierparlament jedoch selbst aufkommen. Den Antrag auf Herstellung einer Hundewiese vonseiten der Kommune lehnten die Räte mit neu zu vier Stimmen ab.

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