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Wirtschaft

11.04.2017

Geschäftsleute wollen die Friedberger Marktsonntage retten

Ein lichtes Marktbild im Innenstadtquartier: Trotz schönen Wetters kamen nur 50 Aussteller zum Judikamarkt nach Friedberg. Große Lücken klaffen zwischen den einzelnen Ständen.
Bild: Elisa Glöckner

 Die Zahl der Beschicker sinkt stark. Der Aktivring wünscht sich deshalb Frühbucherrabatte. Die Stadt erklärt, warum manche Lücken sogar gewollt sind.

Dass die Zahl der Fieranten beim Judikamarkt extrem zurück gegangen war, schreckt die Friedberger Geschäftswelt auf. Statt 73 Ausstellern wie im Jahr zuvor waren nur 50 gekommen. Die Einzelhändler haben Ideen, wie sich der Markt retten lässt. So sagt Manuel Weindl, Innenstadtkoordinator des Aktivrings: „Die Ausweitung von Freizeit- und Marktangeboten forcieret einen Wettbewerb unter den Standorten. Alle Beteiligten in Friedberg sind gefordert, sich diesen Veränderungen zu stellen.“

So solle die Stadt die Gebührensatzung so anpassen, dass Friedbergs Märkte zur ersten Adresse für Marktkaufleute werden. Marianne Ammon, Vorsitzende des Landesverbandes der Marktkaufleute, hatte die Gebühren als zu hoch bezeichnet. Sieben Euro für den Meter müssen Händler zahlen, Imbissstände zehn Euro. Das sei nicht profitabel. Ammon hält fünf Euro für angemessen.

Einzelhändler waren zufrieden

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Weindl fordert nicht nur niedrigere Standgebühren, sondern auch Anreizsysteme, sich für die vier Marktsonntage anzumelden. Dies könnten ihm zufolge Frühbucherrabatte oder gestaffelte Standgebühren in Abhängigkeit vom Standort sein. Abgesehen von der Stadt sieht der Aktivring aber auch die Einzelhändler gefordert, die Attraktivität des Einkaufsstandorts zu präsentieren.

95 Prozent von ihnen waren einer Umfrage zufolge zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Judikamarkt, zu dem trotz der wenigen Händler viele Besucher kamen. Weindl weiß: „Viele Auswärtige zeigen sich begeistert, wie schön es ist, in Friedberg zu bummeln und das gastronomische Angebot zu genießen.“ Doch müssen sich seiner Meinung nach die Beteiligten Gedanken machen, wie die Besucher des Fachmarktzentrums unterm Berg besser und verkehrsverträglich in die Innenstadt gelotst werden können.

Wichtiges Instrument zur Belebung der Innenstadt

„Noch ist die Lage nicht dramatisch, aber einen Standortvorteil wie die Marktsonntage sollte man nicht kampflos preisgeben“, meint er. Eine Studie im Auftrag des Einzelhandelsverbandes habe ergeben, dass verkaufsoffene Sonntage als wichtigste Aktion gesehen werden, um notwendige Belebung in den Innenstädten zu schaffen.

CSU-Fraktionschef Thomas Kleist, regelmäßiger Besucher der Markttage, sind die Lücken zuletzt ebenfalls ins Auge gestochen. Er sagt: „Die Märkte holen viele Leute nach Friedberg. Es ist schön, wenn dann nicht nur die Läden offen haben.“ Kleist findet es gut, dass der Aktivring sich Gedanken zu dem Thema macht, fragt sich allerdings, ob nur die Gebühren Grund für das Ausbleiben der Händler ist. Ähnlich sieht es Roland Fuchs (SPD). Von Besuchern hat er gehört, es lohne sich kam noch, auf den Marktsonntag zu gehen, was Zahl und Angebot der Stände anbelangt. „So kann es nicht weitergehen.“

Kampf um die Fieranten

Aus seiner Erfahrung als Organisator des Neusässer Weihnachtsmarktes weiß er aber: „Fieranten anzulocken, ist ein ständiger Kampf. Man muss auf die Leute zugehen und Angebote machen.“ Für eine Analyse der Situation sehen er und Kleist die Stadtverwaltung am Zug, die wisse, wer wegbleibt und warum.

Philipp Köhler von der Pressestelle der Stadt kündigt an, die Verwaltung werde die Vorschläge rechtzeitig vor dem nächsten Markt, der am 30. Juli stattfindet, mit dem Aktivring besprechen. Und er erklärt, wie es zu den vielen Lücken zwischen den Ständen kam. Einige sind ihm zufolge sogar gewollt, damit Eingänge zu Geschäften in der Ludwigstraße frei bleiben und Platz für Rettungsfahrzeuge bleibt.

Eine ganz andere Ansicht zu dem Thema haben die Grünen. Sie wollen sich laut Claudia Eser-Schubert einer Neuausrichtung der Markttage nicht verschließen, halten aber nichts von einer Rettung um jeden Preis. „Wenn sie funktionieren, funktionieren sie eben nicht.“ Der Partei geht es in diesem Zusammenhang auch um die Sonntagsarbeit. „Man muss nicht alles zum Kommerz machen.“

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