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Friedberg

11.11.2019

Gesundes Essen ist der Stadt Friedberg etwas wert

Wie Kinder sich gesund ernähren können, das vermittelt das Projekt "Na(h)Gut!" vom Verein Wittelsbacher Land.
Foto: Marco2811 - Fotolia.de

Weil immer mehr Kinder am Programm „Na(h)gut!“ teilnehmen, sind die Kosten stark gestiegen. Doch das ist es der Politik in Friedberg wert.

Himbeeren aus Südamerika mitten im Winter? Wenn Mutter beim Einkauf zu den leuchtend roten Früchten greift, muss sie womöglich mit dem Protest des Nachwuchses rechnen. Jedenfalls dann, wenn ihre Kinder bereits beim Projekt „Na(h)Gut!“ mitgemacht haben. Damit will der Verein Wittelsbacher Land nämlich bereits im Grundschulalter vermitteln, wie man sich gesund, regional und auch saisonal richtig ernährt.

Hintergrund der Aktion ist, dass zum einen viele Kinder zu dick sind, weil sie aufgrund der Berufstätigkeit ihrer Eltern keine gesunde Mahlzeiten mehr erhalten. Zum anderen haben Untersuchungen ergeben, dass Kinder durch die Aufnahme künstler Aromastoffe den ursprünglichen Geschmack von Lebensmitteln nicht mehr kennen. Oft können sie geschmacklich sogar einen Apfel nicht mehr von einer Gelben Rübe unterschieden. Spielerisch sollen die Mädchen und Buben darum an das Thema gesunde Ernährung herangeführt werden. Ein weiterer Baustein des Konzepts sind entsprechende Infoveranstaltungen für die Eltern.

Wie erfolgreich sich die Aktion entwickelt, stellte David Hein, Geschäftsführer des Wittelsbacher-Land-Vereins, im Sozialausschuss des Friedberger Stadtrats vor. Denn was als Leaderprojekt begann, wird seit Auslaufen der EU-Förderung direkt von der Stadt finanziert. Musste Friedberg im Jahr 2017 noch 4000 Euro aufbringen, so sind es 2020 voraussichtlich schon über 12000 Euro. Denn immer mehr Einrichtungen beteiligen sich – innerhalb von vier Jahren hat sich die Zahl der Kita-Gruppen und Schulklassen auf 200 verdoppelt.

Zum Konzept gehören Geschmacksschulungen für Kindergartenkinder und Zweitklässler, Besuche bei Direktvermarktern im Wittelsbacher Land für die Drittklässler und schließlich eine Kinderkochschule für die Viertklässler, die gemeinsam mit den Spezialitätenwirten angeboten werden. Letzteres findet aktuell nur an der Theresia-Gerhardinger-Schule statt, weil das angebot abhängig ist von der Existenz einer Schulküche und weil auch die Kapazitäten der Wirte begrenzt sind.

Angesichts der verdreifachten Ausgaben legte die Stadtverwaltung das Thema nun noch einmal den Fraktionen im Sozialausschuss vor. Viel Überzeugungsarbeit musste Vereinschef David Hein freilich nicht leisten. „Toll, dass die Kosten so gestiegen sind“, sagte Cornelia Böhm (FDP). Man habe mit dem Projekt den richtigen Riecher gehabt und wolle es in Anbetracht des überschaubaren Betrags auch weiter betreiben. „Das ist gut investiertes Geld“, stellte Elisabeth Micheler-Jones (Parteifreie Bürger) fest.

„Wir stehen zu 100 Prozent dahinter“, sagte Ingrid Becke (SPD), die aber auch die Mütter und Väter in der Pflicht sieht. Diese Auffassung teilte auch Johannes Hatzold (Freie Wähler). „Die, die es verbocken, sind die Eltern“, kritisierte er. Andreas Beutlrock (CSU) wünscht sich einen umgekehrten Erziehungseffekt: „Wenn die Kinder das in die Familien tragen, ist da auch wieder gut.“ Dann müssen nämlich im Winter keine Himbeeren aus Südamerika mehr eingeflogen werden.

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