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Friedberg-Derching

22.11.2018

Gewerbegebiet Derching wird erweitert

Das Gewerbegebiet Derching wird erweitert.
Bild: Wolfgang Widemann

Der Friedberg-Park an der A8 wächst von 20 auf über 30 Hektar. Das Projekt ist von Anfang an umstritten.

Seit Langem ringt der Friedberger Stadtrat um die Erweiterung des Derchinger Gewerbegebietes. Die Planungen begannen bereits im Jahr 2015; damals leitete die Stadt eine Änderung des Flächennutzungsplanes in die Wege. Nun hat der Stadtrat seine Zustimmung für den Bebauungsplan gegeben – allerdings bei fünf Gegenstimmen. Umstritten war die Vergrößerung des bislang rund 20 Hektar großen Friedberg-Parks an der A 8 von Anfang an. Weitere elf Hektar sollen nun im Norden des Areals hinzukommen.

Befürworter der Erweiterung hatten argumentiert, Friedberg gingen die Gewerbeflächen aus. Diese benötige die Stadt jedoch, um heimischen und anderen Firmen Ansiedlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten zu können. Vor allem für Unternehmen, die kleinere Grundstücke brauchen, mangele es an Flächen. Auch Einnahmen aus Gewerbesteuer werde die Kommune angesichts ihrer zahlreichen Pläne künftig verstärkt benötigen.

Gegner argumentierten vor allem mit der zunehmenden Versiegelung von Flächen in der Region und mit Naturschutzgründen. Übereinstimmend hatten anfangs auch Landratsamt Aichach-Friedberg, Regierung von Schwaben, Regionaler Planungsverband und Stadt Augsburg Bedenken dagegen erhoben. Sie fürchteten eine Beeinträchtigung des regionalen Grünzugs zwischen Augsburg und Friedberg. Das Gewerbeareal liegt in der Frischluftschneise für die benachbarte Großstadt. Diese plant allerdings selber im Osten eine Erweiterung.

Kiebitze wurden in Derching zum Zankapfel

Außerdem gab es artenschutzrechtliche Bedenken, denn auf der Fläche wurde ein Brutgebiet der bedrohten Kiebitze festgestellt. Am Anfang stand sogar im Raum, dass Friedberg wegen der Probleme ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren durchführen muss, das sehr aufwendig ist. Davon sah die Regierung von Schwaben wieder ab.

Nach mehreren Änderungen des Bebauungsplanes hatte es zuletzt keine Einwände bei der Auslegung mehr gegeben. Im Stadtrat sprach sich allerdings Marion Brülls von den Grünen noch einmal entschieden gegen die Erweiterung aus. Die Fläche entspreche 18 Fußballfeldern – von denen würden maximal drei unversiegelt bleiben. Brülls sagte: „Ich bin fassungslos, wenn ich sehe, welche Arten betroffen sind.“ Sie halte die Erweiterung für ein Vergehen an Natur und Umwelt.

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