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Aichach-Friedberg

09.09.2019

Giftige Blaualgen: Mandichosee bleibt Sperrzone

Noch immer ist der Mandichosee gesperrt.
Bild: Philipp Schröders

Nach dem Fund der Blaualgen in Merching bewerten die Behörden weiter die Ergebnisse der Proben. Baden bleibt am Mandichosee daher verboten.

Noch vor ein paar Wochen herrschte an der Lechstaufstufe 23 in Merching reges Treiben. Nicht nur bei Badegästen war der Mandichosee beliebt, auch Surfer, Segler und Angler nutzten ihn ausgiebig.

Nun herrscht dort Tristesse. Am Ufer wehen rot-weiße Absperrbänder im Wind. Schilder warnen davor, zu baden oder sich auch nur in die Nähe des Anschwemmbereichs zu begeben. Beides hat das Landratsamt Aichach-Friedberg Mitte August untersagt, zudem sind auch Angeln, Wassersport und Segeln verboten.

Cyanobakterien wurden im Magensaft eines toten Hundes nachgewiesen

Die Behörden sahen sich dazu gezwungen, nachdem innerhalb weniger Wochen drei Hunde an der Lechstaustufe 23 gestorben waren. Ursache ist das Gift der Blaualge Tychonema, die die Behörden vor Herausforderungen stellt. Noch wird überlegt, wie weiter vorgegangen werden soll.

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Im Magensaft eines der Hunde sind die giftigen Blaualgen beziehungsweise Cyanobakterien laut dem Landratsamt eindeutig nachgewiesen worden. Zuvor hatten die Behörden bereits Tychonema an Wasserpflanzen, an angeschwemmtem Treibholz und in Form von sogenannten Patches – rötlichen Bakterienansammlungen – im Flachwasser und am Ufer entdeckt. Zuletzt entnahmen Taucher auf einer Tiefe von zwei bis drei Metern Proben. In München hatten Experten festgestellt, dass auch sie die giftige Blaualgenart enthalten. Dann wurde die Probe von einem Speziallabor in Berlin ausgewertet.

Laborergebnisse liegen vor - Behörden müssen sich nun absprechen

Inzwischen liegen auch diese Ergebnisse im Landkreis Aichach-Friedberg vor. Teresa Wörle, Sprecherin am Landratsamt, erklärte, dass sich nun Vertreter aller zuständigen Stellen zusammengesetzt haben. Dabei seien alle Probenergebnisse und Erkenntnisse besprochen worden. „Die müssen aber noch weiter bewertet werden.“ Wörle schätzt, dass in dieser Woche über das weitere Vorgehen informiert werden könne. Das Bade-, Angel- und Wassersportverbot bleibt weiterhin bestehen.

Neben verschiedenen Stellen im Landratsamt arbeiten unter anderem das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth und das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit an einer Lösung. Weil alle Behörden sich untereinander abstimmen müssen, laufen die Entscheidungen aus Sicht der Betroffenen quälend langsam.

Blaualgen lassen sich nicht so leicht loswerden

Das Wassersportcenter an der Lechstaustufe musste beispielsweise seinen Surfkurs für 120 Ferienkinder abbrechen. Auch der Verleih liegt brach. „Für uns ist das katastrophal“, sagt Betreiber Manfred Leupold. Thomas Marzano, der den Kiosk bei der Badebucht führt, spricht von einem „herben Verlust“ für sein Geschäft. „Wir hatten im August immer wieder schöne Tage, und dann kommen natürlich sonst viele Gäste.“ Die Mitglieder der Segelvereinigung Merching wollen eigentlich Ende September eine Regatta ausrichten. Nun ist fraglich, ob diese stattfinden darf.

Die Blaualgen wieder loszuwerden, wird für die Behörden wohl schwierig. Biologin Jutta Fastner hat bereits 2017 das Aufkommen von Tychonema am Tegeler See in Berlin untersucht. „Wenn sie, wie in Berlin, an und zwischen Wasserpflanzen vorkommt oder wie in Merching am Gewässergrund lebt, kann man vermutlich nicht viel machen. Natürlich kann man sie mechanisch entfernen, aber sie kann auch wiederkommen. Wichtig ist hier, genau die Ursachen zu erforschen und gezielte Überwachungsstrategien zu entwickeln“, sagte sie unserer Redaktion. (mit gön)

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09.09.2019

Wo kann man dann nun mit dem SUP ins Wasser?
An zwei Seen nur beschränkt. An manchen gar nicht. Hier muss Augsburg und Land etwas tun.

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