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Friedberg

06.04.2021

Gläubige schickten Wachsstücke für Osterkerze der Friedberger Pallottiner

Pater Michael Pfenning entzündet die aus eingesandten Wachsresten gefertigte Osterkerze der Pallottiner in Friedberg am Osterfeuer.
Foto: Alexander Schweda

Die Osterkerze der Friedberger Pallottiner ist ein Gemeinschaftsprojekt. Gläubige haben Wachsreste und Wünsche eingeschickt - eine besondere Aktion.

„Diese Kerze hat mich besonders berührt“, sagte Pater Michael Pfenning. Die Kerze, die der Vizeprovinzial der Pallottiner in der Osternacht entzündet hat, ist auch eine ganz besondere. Die Auferstehungskerze ist aus Wachsresten gefertigt worden. In ihr seien die Wunden und Bruchstellen der Menschen sichtbar, die die Wachsstücke als Symbol für Dunkles und Trauer in ihrem Leben an die Pallottiner geschickt haben, meinte Pfenning.

Waschkörbeweise stapelten sich vor Ostern die Kerzenreste bei den Pallottinern. Per Post kamen Pakete mit den Wachstückchen an oder Menschen legten sie in die Schale im Vorraum der Pallotti-Kirche in Friedberg. Mit ihnen verbunden war die Hoffnung auf Erlösung von Dunklem und Unerlöstem. Als Symbol dafür formte Pater Markus Hau daraus die neue Osterkerze der Pallottiner. Sechs Körbe waren am Ende voller Wachsstücke im Keller des Pallotti-Hauses eingesammelt. Die Novizen schnitten sie noch in kleine Stücke, da zum Teil auch ganz abgebrannte Kerzen abgegeben wurden. Mit ihnen seien auch alle Anliegen, die damit verbunden wurden, bei den Pallottinern angekommen, versicherte Hau, der die Aktion in der Fastenzeit initiiert hat.

Pallottiner-Pater Markus Hau aus Friedberg hat die Aktion initiiert

Pater Markus Hau hat alle mitgeschickten Briefe gelesen, zum Teil schriftlich beantwortet und manche Menschen auch zurückgerufen. „Wir haben alle Anliegen mit ins Gebet genommen“, sagte er und erzählte von Themen wie Trauer, Schuld, Lebensnöten, Lebensschicksalen, Fluchtgeschichten und Dunkelheiten, die in den Briefen aufschienen. Manche Personen haben auch bewusst Traukerzen oder Taufkerzen mit einem Gebet verknüpft und an die Pallottiner geschickt. I

n mehreren Schritten ist aus den Wachsstücken neues Kerzenleben erweckt worden. Bei der Friedberger Künstlerin Isolde Heumann wurden die Reste Schicht für Schicht in ein Rohr gefüllt und mit Flüssigwachs übergossen. Auch dies ein symbolischer Akt. Denn auch die Bruchstücke des Lebens lassen sich nicht so einfach wieder zusammenkleben. Das geeignete Gefäß, das richtige Wachs, Geduld und eine ruhige Hand sowie die Werkzeuge, die fertige Kerze aus der Form zu befreien, sind nötig. Am Osterfeuer entzündete Vizeprovinzial Pater Michael Pfenning in der Osternacht die ein Meter hohe Kerze, bevor er drei Mal das „Lumen Christi“ - „Christus, das Licht“ in die dunkle Kirche rief. (AZ)

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