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13.08.2007

Glanzlose Minimalisten

Zwei Spiele, zwei Siege, kein Gegentor - der nüchterne Blick auf die Statistik lässt keinen anderen Schluss zu, als den, dass man beim TSV Friedberg zufrieden ist mit dem Saisonstart in der Bezirksliga Süd. "Natürlich bin ich zufrieden, wir haben aus zwei Spielen sechs Punkte geholt und dass wir spielerisch sicher noch Luft nach oben haben, das ist mir klar", erklärte TSV-Spielertrainer Werner Heiß.

Von Peter Kleist

Zwei Spiele, zwei Siege, kein Gegentor - der nüchterne Blick auf die Statistik lässt keinen anderen Schluss zu, als den, dass man beim TSV Friedberg zufrieden ist mit dem Saisonstart in der Bezirksliga Süd. "Natürlich bin ich zufrieden, wir haben aus zwei Spielen sechs Punkte geholt und dass wir spielerisch sicher noch Luft nach oben haben, das ist mir klar", erklärte TSV-Spielertrainer Werner Heiß nach dem mühsamen 1:0 gegen den Aufsteiger SV Pforzen.

"Ich bin überzeugt, dass wir uns auch spielerisch steigern - zumal einige Kreativkräfte wie Michael Makowski und Tobias Schulz gefehlt haben und ein Metin Bas noch nicht hundertprozentig fit ist", so Heiß weiter. Was den Coach besonders erfreut ist die Tatsache, dass der TSV noch kein Gegentor kassiert hat. "Wir haben gegen zwei Teams gespielt, die fast nur auf Defensive aus waren. Dass man sich da schwer tut und auch mal eine Konterchance zulassen muss, ist für mich klar. Mir ist es lieber wir gewinnen 1:0, als dass wir toll spielen und 4:5 verlieren", meinte Heiß. Das einzige Manko war seiner Ansicht nach das zu langsame Umschalten von Abwehr auf Angriff. "Das muss besser werden", fordert der Friedberger Trainer.

Während beim TSV mancher die noch mangelnde Attraktivität bemängelt, hat der SV Mering ganz andere Sorgen. In Neugablonz war die Truppe in der zweiten Halbzeit gänzlich chancenlos, nach einer 1:0-Pausenführung verloren die Rot-Weißen letztlich deutlich mit 1:5. "Wir haben geführt, hatten die Chance zum 2:0, brechen dann nach dem 1:2 völlig ein und kassieren in einer Viertelstunde drei Gegentore - das darf nicht passieren, da fehlt einigen das Rückgrat", meinte Trainer Wolfgang Missenhardt. "Ich glaube, wir brauchen einen Mentaltrainer. So darf man nicht aufgeben", erklärte Missenhardt weiter. In Lengenwang steht nun das erste "Schlüsselspiel" an: "Da müssen wir gewinnen, wenn wir schnell da unten raus wollen", fordert der MSV-Coach.

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"Unten drin" steckt in der Bezirksliga Nord auch der BC Rinnenthal, der diesmal beim 0:5 in Altenmünster rein gar nichts zu bestellen hatte. "Diese bittere Niederlage geht völlig in Ordnung, da war früh klar, dass wir dieses Spiel nicht gewinnen würden", erläuterte BCR-Spielertrainer Frank Mazur. Vor allem auf der linken Abwehrseite haperte es, auch Auswechslungen brachten keine Besserung. Was schwerer wiegt als die Niederlage ist sicher der Platzverweis für Martin Seidl. "Das verschärft unsere Personalsorgen noch und zudem ist auch Libero Christian Steinhard am Wochenende gegen Krumbach nicht da - doch da müssen wir durch und dieses erste Sechs-Punkte-Spiel der Saison unbedingt gewinnen", fordert der Rinnenthaler Trainer.

Auch die Sportfreunde Friedberg hatten sich den Saisonstart in der Kreisliga Augsburg anders vorgestellt - ein Punkt aus zwei Spielen ist sicher zu wenig. Beim 1:4 in Anhausen bekam man vor allem den SSV-Stürmer Zäh nicht in den Griff, der Anhauser traf viermal ins Schwarze. Und noch eine Parallele tut sich zum BCR auf: Auch die Friedberger litten unter Personalsorgen, die aber am kommenden Sonntag der Vergangenheit angehören sollten. Zwar fehlt André Kindermann wegen der Roten Karte, doch kehren die Urlauber Antony, Nitsch und Eymüller zurück. "Das war eine ganz schwache erste Halbzeit. Wir müssen kapieren, dass wir den Kampf annehmen müssen", schimpfte Trainer Reinhard Kindermann, der auch auf die Unparteiische Alessa Plass (Göggingen) nicht gut zu sprechen war. "Die war ein bisschen überfordert, aber das darf keine Ausrede für unser schwache Leistung sein", so der Friedberger Trainer.

Als "insgesamt gerecht, auch wenn wir hätten gewinnen können", bezeichnete Kissings Trainer Andreas Spöttl das 1:1 gegen Großaitingen. Erst nach der Pause kam der KSC nach schwacher erster Halbzeit ins Spiel. "Die erste Halbzeit war eine Katastrophe, dann ging's besser", so Spöttl.

Die Gegentore stören Jürgen Haller

Aber es gab auch rundum zufriedene Trainer - und zu diesen zählte auch Jürgen Haller vom FC Stätzling. Nach dem 6:3 in Stotzard sind die Stätzlinger Tabellenführer der Kreisliga Ost. Wobei - hundertprozentig zufrieden war der Ex-Profi nicht. "Mit dem Sieg bin ich natürlich zufrieden, was mir weniger gefallen hat, waren die drei Gegentore gegen einen Gegner, der zudem ziemlich ersatzgeschwächt antreten musste", meinte Haller. Die beiden Siege müsse man seiner Ansicht nach relativieren, die dicken Brocken kommen ja alle erst noch. Dennoch: "Die sechs Punkte muss man erst einmal holen", so Haller.

Riesengroß war die Freude auch bei Max Wolf, dem Coach des TSV Friedberg II nach dem 3:2-Sieg über Titelaspiranten Stadtwerke. "Unser Konzept mit drei Stürmern ging auf, wir haben denen keinen Raum zur Entfaltung gelassen", so der Trainer, der sich schon wieder auf das nächste Spiel konzentriert.

Ganz in der Spitzengruppe der Kreisklasse Augsburg-Mitte stehen die Sport-Freunde Bachern - verständlich, dass Trainer Markus Stief nach dem 2:1 bei Neusäß II mehr als zufrieden war. "Es hat alles gepasst, wir haben unsere Taktik umgesetzt - auch wenn wir wieder in Rückstand geraten sind." Mann des Tages war wieder Thomas Magg, der zum zweiten Mal nach einem Freistoß per Kopf den Siegtreffer machte.

In die Phalanx der zufriedenen Trainer reihte sich auch Siggi Hilz vom SV Wulfertshausen ein, dessen Team beim Derby in Ottmaring mit 3:1 die Oberhand behielt. "Natürlich muss man zufrieden sein, wenn man beim SV Ottmaring gewinnt. Unser Konzept, erst mit einer und dann mit zwei Spitzen zu spielen, ist aufgegangen und ich muss meinen zwei Stürmern Christian Gail und Adrian Würsching ein großes Lob aussprechen", so Hilz. Dass Christian Gail gegen seinen Ex-Verein zwei Tore machte, war das Tüpfelchen auf dem i.

Damit, dass der SV Ottmaring nach zwei Spieltagen das Tabellenende zieren würde, damit durfte nicht unbedingt gerechnet werden. "In einem solchen Spiel muss man halt auch seine Chancen nutzen, zumal man nicht allzu viele bekommt", meinte Ottmarings ehemaliger Libero Wolfgang Neumeir.

Hinten drin steht auch der TSV Merching, der noch gar keinen Punkt auf dem Konto hat. Gegen Aufsteiger Hammerschmiede II verlor man auf eigenem Platz mit 0:1. "Ich weiß nicht, woran es liegt. Wir hatten eine sehr gute Vorbereitung und finden jetzt irgendwie nicht zueinander", meinte Merchings Trainer Peter Baum. Zudem hat man Personalsorgen, einige sind verletzt, einer - Dominik Fuchs - musste aus beruflichen Gründen aufhören. "Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken", so Baum. Auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist Aufsteiger FC Stätzling II. Überlegen gespielt, keine Punkte - auf diesen Nenner lässt sich das 1:2 beim Türk JKV bringen. Viele Chancen, kein Sieg - das ist die Kurzform des 2:2 des SV Mering II bei Göggingen II.

Und noch ein Trainer war mit der Darbietung seiner Elf unzufrieden: Alex Dürr vom TSV Dasing. Gegen Aresing kam man in der Kreisklasse Aichach nur zu einem 1:1 und zur Erkenntnis, dass "auch in dieser Klasse ohne Engagement nichts geht", wie es Dürr formulierte. Ein Lob hatte er für "Ersatz-Torwart" Marcel Tiburcio parat. Der gelernte Feldspieler gab sechs Monate nach seinem Kreuzbandriss sein Debüt im Tor - und "machte seine Sache ausgezeichnet", so Dürr.

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