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Mering

10.01.2020

Gloria Lipert will sich von der AfD aufstellen lassen

Gloria Lipert lässt sich von der Afd als Bürgermeisterkandidatin für Mering aufstellen.
Bild: Abou Merhi

Plus Als Bürgermeisterkandidatin für die AfD in Mering umgeht Gloria Lipert die Anforderung der 180 Unterstützer-Unterschriften.

Das Bürgermeisteramt in Mering ist begehrt. Neben den Kandidaten von CSU, SPD und Grünen tritt mit Matthias Stößlein auch ein parteiunabhängiger Kandidat an. Er hat bereits weit mehr als die nötigen Unterstützer-Unterschriften zusammen. Und was ist mit Gloria Lipert? Die Friseurmeisterin, die in Mering den Salon „Artistic Barber“ betreibt und in Neusäß lebt, hatte bereits im Frühjahr angekündigt, sich als parteiunabhängige Kandidatin für das Bürgermeisteramt in der Marktgemeinde bewerben zu wollen. Doch bisher hat sie noch keine Liste für die Unterstützerunterschriften im Meringer Rathaus ausliegen.

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Denn wie berichtet, gilt es für die Bewerber einige Hürden zu nehmen. Um einen Wahlvorschlag einzureichen, muss der jeweilige Kandidat eine Gruppierung gründen, die eine vereinsähnliche Struktur nachweisen kann. Dafür braucht er in jedem Fall zehn Unterstützer-Unterschriften, die er bei der Gemeinde vorlegen muss.

Kandidaten ohne etablierte Partei brauchen in Mering 180 Unterschriften

Und dann kommt es darauf an, ob es sich um eine bereits etablierte Partei handelt: Kandidaten, die keiner Partei angehören, die im Gemeinderat oder Kreistag bereits vertreten ist, oder bei der letzten Wahl auf Landtags-, Bundestags- oder Europaebene die Fünf-Prozent-Hürde geknackt hat, müssen nämlich zusätzlich eine bestimmte Anzahl von Unterstützer-Unterschriften vorweisen. Diese richtet sich nach der Größe der Ortschaft – im Falle Merings sind es 180. Die Unterschriften müssen im Rathaus bis spätestens 23. Januar geleistet werden.

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Diese Unterschriften zu sammeln, stellt für unabhängige Kandidaten eine zusätzliche Hürde dar. Insofern sorgt die Tatsache, dass Gloria Lipert noch nicht einmal angefangen hat, diese Unterschriften zu sammeln, für Spekulationen. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärt die 32-jährige Geschäftsfrau, dass sie keineswegs vorhat, ihre Bewerbung um das Bürgermeisteramt zurückzuziehen. „Das wird sich bei mir nur ein bisschen verzögern“, sagt sie. Lipert geht davon aus, dass sie ihren Wahlvorschlag bis zum 20. Januar einreichen werde.

Gloria Lipert hatte früher Verbindungen zur AfD immer bestritten

Und sie erklärt auch, warum sie sich um die Unterstützerunterschriften keine Sorge macht. Denn Gloria Lipert will sich als Bürgermeisterkandidatin von der AfD aufstellen lassen. Weil diese unter anderem im bayerischen Landtag zuletzt die fünf-Prozent-Hürde geschafft hat, muss Gloria Lipert – anders als Mathias Stößlein – die 180 Unterschriften nicht sammeln. Ihr reichen dann zehn Unterstützer bei der Aufstellungsversammlung.

Gloria Lipert, die in der Vergangenheit eine Verbindung zur AfD immer bestritten hatte, betont, dass sie selbst jedoch parteifrei bleiben werde. Bereits in der Vergangenheit hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, dass die 32-Jährige rechtsgerichteten Gruppierungen nahe steht. Im Interview mit unserer Zeitung hatte sie dazu gesagt, dass sie solche Vorwürfe sehr schmerzten und sie diese weit von sich weise. Wie passt das Zusammen mit einer Kandidatur für die AfD? Die Partei wird von Politologen und auch der Bundeszentrale für politische Bildung als rechtspopulistisch eingeordnet.

Gloria Lipert: Nur positive Erfahrungen mit der AfD

„Ich habe mir die Partei ein Jahr lang angeschaut. Vor allem was die engagierten Mitglieder hier im Landkreis betrifft, kann ich nur von positiven Erfahrungen berichten“, sagt dazu Gloria Lipert. Ihrer Ansicht nach werde die AfD zu Unrecht als rechtspopulistisch bezeichnet, da dies negative Bezüge unterstellt. Sie sieht diese als konservative Partei, welche für die traditionellen Werte einstehe. „Ich komme aus einem katholischen, konservativen Elternhaus. Daher ist es mir ein Anliegen, wie es das lateinische Wort ,conservare' vorgibt, die Gesellschaft in ihrem solidarischen Kern zu ,bewahren'“, erklärt sie.

Laut der 32-Jährigen wird die AfD in Mering nur mit ihr als Bürgermeisterkandidatin antreten. Die Partei habe ihres Wissens nach kein Interesse, eine eigene Gemeinderatsliste aufzustellen.

Lesen Sie dazu auch das Interview: Gloria Lipert: Ich bin religiös, aber nicht rechts. Einen Überblick über die Bürgermeisterkandidatin im Verbreitungsgebiet der Friedberger Allgemeinen bietet die interaktive Karte:

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