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Mering

12.07.2010

Große Emotionen auf der Bühne im Schloss

Emilia (Simone Schwab) steht im Konflikt zwischen dem Prinzen und der Ehre ihrer Familie. Ihr Vater Eduardo (Andreas Gärtner) steht ihr bei. Foto: Lepper
Bild: Lepper

Große Geschichten brauchen große Bühnen. Emilia Galotti, ein Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing, ist solch eine Geschichte und hat im Hof des Meringer Schlosses eine entsprechende Bühne. Von Sandra Lepper

Mering. Große Geschichten brauchen große Bühnen. Emilia Galotti, ein Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing, ist solch eine Geschichte und hat im Hof des Meringer Schlosses eine entsprechende Bühne mit zugleich passendem Ambiente gefunden. Das Neue Theater Mering (NTM) hat ihr schließlich Leben eingehaucht.

Bürgerliches Mädchen fällt Intrige zum Opfer

Zu ihrem 20-jährigen Geburtstagsfest bespielt die Theatergruppe nun zum zweiten Mal den Schlosshof mit einer modernen Interpretation des klassischen Stücks. Keine großen Roben kleiden das Ensemble, kein üppiges Bühnenbild. Im Mittelpunkt steht die Botschaft der Tragödie.

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Die junge Emilia Galotti, gespielt von Simone Schwab, ist ein ehrenhaftes, bürgerliches Mädchen, das einer schrecklichen Intrige des Prinzen (Norbert Ebner) zum Opfer fällt. Der hat großen Gefallen an ihr gefunden und fällt aus allen Wolken, als er von Emilias unmittelbar bevorstehender Hochzeit mit dem Grafen Appiani (Matthias Roßmanith) erfährt. Zusammen mit seinem Kammerherrn Marinelli (Stefan Grundei) schmiedet er einen bösen Plan, um diese zu verhindern. Bei einem Überfall wird der Graf getötet, Emilia und ihre Mutter Claudia (Ulrike Singer) fliehen auf das Schloss des Prinzen.

Während Claudia Galotti den Plan durchschaut und mit ihrer Tochter das Schloss schnellstmöglich verlassen will, versucht die ehemalige Geliebte des Prinzen, Gräfin Orsina (Irene Berchtenbreiter), sich die Wut des Vaters, Eduardo Galotti (Andreas Gärtner) zunutze zu machen und sich an dem Prinzen zu rächen. Zugleich befürchtet Emilia, dass sie den Avancen des Prinzen nicht standhalten kann und fasst einen folgenschweren Entschluss.

Unter Regie von Markus Schwab schafften es die Schauspieler, die Konflikte des Stücks mit großen Emotionen zu transportieren. Norbert Ebner spielte einen Prinzen, der sich voll und ganz seinen Gefühlen hingibt, seiner Verehrung der Emilia, dem unbändigen Willen, sie zu bekommen und seiner Wut über die Ereignisse. Mit großer Spannung verfolgten die Zuschauer die Dialoge des Prinzen mit seinem Kammerherrn. Während der Prinz sich mehr um seine eigenen Liebeleien kümmerte, war es doch der hämische Marinelli, der eigentlich die Fäden in der Hand hielt und den Mord in Auftrag gab. Die überspitzten Darstellungen des Kammerherrn und auch der überfürsorglichen und verängstigten Mutter Claudia sorgten sogar für den ein oder anderen Lacher.

Letztlich war es doch Emilia, die den eigentlichen Konflikt in sich trug. Ihre innere Unruhe und Sorgen wurden von Simone Schwab eindrucksvoll nach außen getragen. Sie verkörperte überzeugend das junge Mädchen, das im Konflikt mit der Liebe und der Ehre der Familie zu allem bereit ist, um diese zu retten.

Karten Weitere Vorstellungen sind am 16./17. Juli und 23./24./25. Juli, jeweils um 20.30 Uhr. Kartenverkauf in der Buchhandlung Platzbecker in Mering, unter www.neues-theater-mering.de oder telefonisch bei Familie Lehm/ Wildner unter (0 82 33) 2 14 40 49. Von Sandra Lepper

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