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Friedberg-Rinnenthal

07.07.2019

Große Wasserschlacht beim Feuerwehrfest in Rinnenthal

Ein Löschkette mit 978 Teilnehmern stellten die Rinnenthaler auf die Beine.
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Ein Löschkette mit 978 Teilnehmern stellten die Rinnenthaler auf die Beine.
Foto: Oiver Wolff

Eine Löschkette mit 978 Teilnehmern sorgt dafür, dass Bürgermeister und Feuerwehrkommandant baden gehen.

Regnete es zuvor noch wie aus Kübeln, flogen am Sonntagnachmittag, als sich die Sonne wieder zeigte, richtige Wasserkübel. Und zwar mit Wasser des Eisbachs befüllt. Das Ziel: Bürgermeister Roland Eichmann und Alexander Lindemeyer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Rinnenthal. Die beiden saßen auf einer Konstruktion auf einem Brett in zirka zwei Metern Höhe. Sie sollten in ein Wasserbecken rutschen, welches mit einer Löschkette von Hand befüllt wurde. Doch die Teilnehmer der Löschkette – an vorderster Front Friedbergs zweiter Bürgermeister Richard Scharold und stellvertretender Landrat Manfred Losinger – haben es nicht abwarten können, Eichmann und Lindemeyer triefend zu sehen.

Lang dauerte es nicht, da war schon die Retourkutsche der beiden geplant. Während die insgesamt 978 Teilnehmer der Löschkette weiter eifrig Wasser vom Eisbach förderten, schnappten sich Eichmann und Lindemeyer zwei Kübel. Nun waren die vorherigen Übeltäter auch nass und die Gaudi perfekt. Doch die Genugtuung dürfte nicht lange von Dauer gewesen sein, denn der eigentliche Akt stand ja noch bevor: Der Bürgermeister und der Feuerwehrkommandant saßen immer noch auf der Konstruktion.

„Wir brauchen mehr Wasser“, schallt es. Eimer für Eimer wurde in den provisorischen Pool geschüttet, einen Teil davon förderte eine Pumpe in einen Wanne, die als Gegengewicht zur Konstruktion, auf der Eichmann und Lindemeyer saßen, diente. Je höher der Pegel im Bottich stieg, desto schräger wurde die Sitz-Ebene. Nach rund 20 Minuten und hunderten Eimern Wasser war es dann so weit: Die zwei konnten sich nicht mehr halten und stürzten in den Pool – Platsch!

Diese Aktion war das Highlight zur Feier des 140-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Rinnenthal am Sonntag. Zuvor wurde ausgiebig im Festzelt auf dem BCR-Gelände gefeiert. In der Früh gab es ein Weißwurstfrühstück, danach ein Festgottesdienst im Bierzelt. Für die spätere Löschkette folgte eine mittägliche Stärkung mit Schnitzel oder Ochsenbraten.

Die Kameradschaft macht nicht vor den Grenzen Rinnenthals Halt

Auch die lokalpolitische Prominenz war anwesend, darunter Landrat Klaus Metzger und Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko. Metzger sprach in seinem Grußwort über die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren für Stadt, Landkreis und die Gesellschaft. „Die Kameraden opfern ihre Freizeit, um anderen zu helfen.“ Konrad Bradl ist Vorstand der Feuerwehr Rinnenthal und sagt: „Wir pflegen unter unseren 44 Aktiven eine sehr gute Kameradschaft.“ Die sei auch deshalb notwendig, da Einsätze komplexer geworden sind. Der letzte große Einsatz war ein Waldbrand, als im April ein Häcksler Feuer fing. „Wir waren als erste vor Ort und konnten das Schlimmste verhindern.“ Dieser Fall zeigt auch, dass die Kameradschaft nicht vor Rinnenthals Grenzen Halt macht. Freiwillige Feuerwehren aus der Region eilten zu Hilfe, selbst Landwirte halfen bei der Brandbekämpfung.

140 Jahre Feuerwehr Rinnenthal - Gefeiert wird zwei Tage lang

Für Friedbergs Bürgermeister Eichmann haben die in den Stadtteilen ansässigen Feuerwehren zwei Vorteile: Sie sind nicht nur schnell am Einsatzort, sie haben auch die notwendige Ortskenntnis. „Im Ernstfall geht es um jede Sekunde.“ Einmal sei die Feuerwehr Rinnenthal nach zwei Minuten bei einem Herzanfall-Patienten gewesen. Aber auch für die Ortsgemeinschaft mit etwa 800 Einwohnern sei die Feuerwehr ein wichtiger Faktor. Damit die Rinnenthaler Feuerwehr sich weiter entwickeln kann, werde gerade ein neues Nutzungskonzept des verlassenen, am Feuerwehrhaus angrenzenden Kindergartens erarbeitet.

140 Jahre Feuerwehr Rinnenthal – die Jubiläumsfeier begann schon am Samstagabend. Bieranstich war um 19 Uhr, danach heizte die bekannte Partyband S.O.S bis nach Mitternacht die Stimmung unter den kapp 800 Gästen ein. Es wurde geschunkelt und auf den Tischen getanzt. Dabei spielte auch das Wetter mit. Das schwere nächtliche Gewitter zog erst nach dem Zapfenstreich auf, da waren die meisten Besucher schon nach Hause gegangen. „Es verlief alles friedlich“, sagt Organisator Christian Pfundmair.

Für jeden Teilnehmer der 780 Meter langen Löschkette haben rund 80 Sponsoren Geld für die Kartei der Not, dem Leserhilfswerk unserer Zeitung, und einem Kinderheim in Brasilien gespendet. 8000 Euro sind zusammengekommen.

Noch mehr Bilder vom Feuerwehrjubiläum finden Sie auf unserer Bildergalerie

Mit vielen Attraktionen und einer langen Löschkette feierte die Freiwllige Feuerwehr Rinnenthal ihr 140-jähriges Bestehen.
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Rinnenthal feiert zwei Tage lang 140 Jahre Freiwillige Feuerwehr
Foto: Oliver Wolff, Fotodesign Sandra Vitting
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