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Podium in Mering

21.07.2013

Grüne gegen eine Augsburger Osttangente

Bild: Peter Stöbich

Christine Kamm in Mering: Kein Bedarf für eine vierspurige Verbindung von B2 und B17. Kommune würde zur "großen Verkehrsdrehscheibe" 

Mit dem Bau einer vierspurigen „Osttangente Augsburg“ sehen die Grünen erhebliche Probleme auf die Menschen in Mering zukommen. Die Gemeinde könnte zu einer großen Drehscheibe für den Verkehr werden, befürchten Landtagsabgeordnete Christine Kamm und Klaus Becker, Kreis- und Bezirkssprecher der Grünen. Bei einem Informationsabend in der Schlossmühle erläuterten sie vor zwei Dutzend Zuhörern ihre Bedenken gegen den Straßenbau.

Wer neue Argumente oder Erkenntnisse erwartet hatte, musste allerdings enttäuscht nach Hause gehen. Außerdem ging es einen Großteil des Abends um detaillierte Probleme der Bahn wie Kupplungssysteme oder die komplizierte Tarifpolitik. Kamm forderte, die überfüllten Pendlerzüge zwischen Augsburg und München zu verstärken.

Wer nicht den Zug benutzen will, soll Augsburg künftig im Osten umfahren können, auf einer knapp 30 Kilometer langen Tangente von der A 8 über Kissing und Mering bis zur B17 bei Oberottmarshausen. „Das ist eine verkehrte Verkehrspolitik“, kritisierte Becker, denn die Landschaft werde immer weiter zubetoniert und statt der Schiene die Straße gefördert. Nicht nur Mering müsse in Zukunft mit höherem Verkehrsaufkommen rechnen. Dabei gebe es eine Reihe von Alternativen: das sogenannte Carsharing, den Fahrradverleih an Knotenpunkten sowie die Vernetzung verschiedener Verkehrssysteme.

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Dass viele Fahrer von der Autobahn bei Odelzhausen über Mering zur B 17 unterwegs sind, macht die Gemeinde nach Ansicht der Grünen ebenfalls zu einer Verkehrsdrehscheibe. Becker erläuterte ausführlich die Pläne für eine Kissinger Ortsumfahrung (siehe Kasten), die Kamm für „überflüssig und schädlich“ hält. Beide befürchten Lärm und „wahnsinnigen Flächenverbrauch“ sowie Nachteile für Landwirtschaft und Trinkwasser. „Das ökologisch wertvollste Gebiet des Landkreises Aichach-Friedberg – die Kissinger Heide und die Bahngruben – würde zum Grünstreifen einer autobahnähnlichen Straße“, so die Abgeordnete. Ihrer Meinung nach gibt es östlich von Augsburg keinerlei Bedarf für eine Verbindung zwischen B 2 und B 17.

Die Grünen bezweifeln, dass die Kissinger Umgehung eine spürbare Lärmminderung bringen werde; die großen Einkaufsmärkte westlich der B 2 verursachten auch weiterhin hohes Verkehrsaufkommen. Statt des überdimensionierten Ausbaus von Ortsumfahrungen seien Lärmschutzmaßnahmen und die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs notwendig, so Kamm. Sie wies zudem darauf hin, dass Autoverkehr in der älter werdenden Gesellschaft langfristig kein Entwicklungspotenzial habe. Außerdem müssten mehr Gütertransporte auf die Bahn verlagert werden.

In der Diskussion schilderten mehrere Pendler ihr tägliches Leid mit der Bahn: Die Züge seien unpünktlich und meist so überfüllt, dass es ab Mering nur noch Stehplätze gebe. „Der Betrieb läuft überhaupt nicht rund“, stellte Kamm fest.

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