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Wahl in Kissing

28.01.2019

Gürtner will Kissing für die Zukunft wappnen

Reinhard Gürtner von der CSU möchte der neue Bürgermeister in Kissing werden.
Bild: Philipp Schröders

Der 51-Jährige tritt als CSU-Kandidat bei der Bürgermeisterwahl im März an. Er setzt auf eine langfristige Strategie, die bezahlbare Bauplätze und den Internetausbau umfasst.

Lebenslanges Lernen hat sich Reinhard Gürtner auf die Fahnen geschrieben. Das habe ihn persönlich und beruflich stets vorangebracht. Aufgrund seiner vielseitigen Qualifikationen zog der gelernte Fernmeldehandwerker häufig um, bevor er in Kissing Wurzeln schlug. Für die Deutsche Post war Gürtner mehrere Jahre als Bauführer und Disponent in den neuen Bundesländern unterwegs. Auch als Berufssoldat arbeitete er in verschiedenen Bereichen. Inzwischen gibt er sein Wissen weiter – als Fachlehrer an der Schule für Informationstechnik der Bundeswehr in Lagerlechfeld.

Gürtner tritt als Kandidat der CSU in Kissing an

Nun hat sich der 51-Jährige ein neues Ziel gesetzt. Er tritt bei der Bürgermeisterwahl in Kissing am Sonntag, 24. März, als Kandidat der CSU an. Seit 16 Jahren lebt der gebürtige Beilngrieser nun mit seiner Familie in der Gemeinde. Seine Frau und er ließen sich dort zunächst nieder, weil sie ein schönes Haus fanden. Gürtner hatte aber immer schon vor, sich politisch zu engagieren. Also trat er dem Kissinger Ortsverband der CSU bei. „Ich habe der Partei schon immer nahegestanden“, sagt er. Bereits drei Jahre später übernahm er den Ortsvorsitz. Zudem sitzt er seit elf Jahren im Gemeinderat und seit fünf Jahren im Kreistag. Nun will er Bürgermeister werden. Sein Wahlprogramm hebe sich deutlich von dem der anderen zwei Kandidaten ab. „Das ist für mich nur reine Verwaltung der Aufgaben“, sagt Gürtner im Hinblick auf die Vorschläge der SPD und Grünen. Mit seinem Konzept habe er das Jahre 2030 und die Zeit danach im Blick. Er deutet damit an, dass er sich bereits eine zweite Amtszeit vorstellen kann.

Den Bürgern verpflichtet fühlt er sich beim Thema Wohnen. „Junge Kissinger, die bisher gezwungen waren, abzuwandern, sollen die Möglichkeit haben, hier in Kissing bauen zu können.“ Das soll durch ein Konzept, möglicherweise über einen Punktekatalog bei der Vergabe von Bauland, ermöglicht werden. Zudem will Gürtner den sozialen Wohnungsbau mehr in den Fokus rücken. Dabei habe er Geringverdiener, aber auch Senioren im Blick. „Es ist mir wichtig, dass niemand hintenüberfällt“, sagt er. Auch zukunftsorientierte Formen wie das Mehrgenerationenwohnen wolle er als Bürgermeister fördern. Gerade für ältere Menschen sei zudem eine „bürgernahe Verwaltung“ wichtig.

Des Weiteren will Gürtner den innerörtlichen Paarausbau vorantreiben. Das schreckliche Pfingsthochwasser von 1999 dürfe sich auf keinen Fall wiederholen. Dem 51-Jährigen schwebt dabei vor, die Ufer des Flusses mit Wegen und Bänken aufzuwerten, also einen weiteren Naherholungsbereich zu schaffen.

Kandidat spricht sich für die Ortsumgehung aus

Ganz klar spricht sich Gürtner für die Ortsumgehung, also die Osttangente, aus, um die Anwohner der B2 zu entlasten. Die Zahl der Autos, die jeden Tag auf der Straße unterwegs sind, sei nicht mehr tragbar. „Die Bedenken der Naturschützer kann ich nachvollziehen“, sagt er. Die vorläufige Planung sieht vor, dass die Osttangente an den geschützten Gebieten Kissinger Heide und Bahngruben vorbeiläuft. Aber Gürtner plädiert dafür, sich erst einmal die endgültige Planung anzuschauen, und dann weitere Maßnahmen zu beraten. Zudem will der CSU-Kandidat die Digitalisierung vorantreiben. „In vielen Gebieten unserer Gemeinde sind nur Anschlüsse mit maximal 25 Megabit pro Sekunde oder weniger möglich“, sagt er. Dabei werde ein leistungsfähiges Netz gebraucht, auch um bei Zukunftsthemen wie dem autonomen Fahren oder der Telemedizin mitzuhalten. Konkret schlägt Gürtner vor, bei der Sanierung von Straßen stets Leerrohre für neue Leitungen verlegen zu lassen.

Als Anker in seinem Leben bezeichnet Gürtner seine Frau und seine zwei Töchter – eine ist bereits erwachsen, die andere im Teenageralter. Die drei seien darauf eingestellt, dass er weniger Zeit für die Familie habe, falls er im März gewählt werden sollte. Seine Kinder seien sowie daran gewöhnt, dass er beruflich viel unterwegs ist. „Dass meine beiden Töchter so gut geraten sind, ist das Verdienst meiner Frau “, sagt er und schmunzelt. „Für mich ist das aber auch eine Vorbildfunktion, dass man sich in der Gesellschaft engagieren muss.“

Lesen Sie auch die Porträts der anderen beiden Kandidaten: Katrin Müllegger-Steiger setzt auf Bürgerbeteiligung und Kraus will Kissing mit den Bürgern voranbringen

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