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Häusliche Gewalt in Aichach-Friedberg: Mut ist gefragt

Kommentar Von Mareike König
18.01.2019

Wer vermutet, dass im eigenen Bekanntenkreis jemand von häuslicher Gewalt betroffen ist, sollte das ansprechen. Auch wenn es Überwindung kostet.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Auf der Straße treffen Sie Ihre Nachbarin. Sie hat einen Bluterguss rund um ihr Auge – mal wieder. Ihre Ausrede: Sie sei gegen den Türrahmen gelaufen – mal wieder. Und Sie beschleicht das ungute Gefühl, dass bei ihrer Bekannten zu Hause etwas nicht stimmt. Aber würden Sie die Frau rundheraus fragen: „Hat dich dein Mann geschlagen?“

Beratungsstellen können das soziale Umfeld nicht ersetzen

Für so eine Konfrontation braucht es Mut. Denn das Tabu rund um häusliche Gewalt betrifft nicht nur Opfer, sondern die Gesellschaft. Im Zweifel verzichten wir vielleicht lieber darauf, die Nachbarin anzusprechen – denn wie unangenehm wäre es, wenn sich am Ende herausstellt, dass sie wirklich nur ungeschickt ist? Auf Betroffene zuzugehen, das verpflichtet auch. Vielleicht sieht das Opfer einen fortan als Vertraute, vielleicht braucht es weitere Hilfe: Eine Autofahrt zur Beratungsstelle, einen sicheren Ort, wenn die Situation zu Hause unerträglich wird. Davor sollten wir keine Angst haben. In Aichach-Friedberg und in Augsburg gibt es für Betroffene zum Glück zahlreiche Anlaufstellen. Die ersetzen aber nicht ein soziales Umfeld, das signalisiert: Ich glaube dir und ich bin für dich da.

Lesen Sie hierzu die Artikel: Häusliche Gewalt: Polizei Friedberg meldet 56 Fälle sowie  Opfer auf dem Land haben es oft schwer

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