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Justiz Aichach-Friedberg

24.08.2018

Haft-Urteil nach Unfall: Revision eingelegt

Der tödliche Unfall bei Pöttmes im Januar 2016.

Beim Zusammenstoß zweier Autos  bei Pöttmes starb 2016 ein 31-Jähriger. Das beschäftigt weiterhin die Gerichte.

 Schon zwei Gerichtsinstanzen haben sich mit dem tödlichen Unfall nahe dem Pöttmeser Ortsteil Gundelsdorf beschäftigt, bei dem 2016 ein 31-Jähriger starb. Beide Male wurde der Unfallverursacher zu einer Haftstrafe wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilt. Das Schöffengericht Aichach verhängte zwei Jahre, zwei Monate und eine Woche Haft. Weil der heute 64-Jährige in Berufung ging, die er allerdings auf die Höhe des Strafmaßes beschränkte, musste das Landgericht Augsburg im Juli erneut verhandeln. Sein Urteil lautete auf ein Jahr, acht Monate und eine Woche Gefängnis; darin floss wie schon in der ersten Instanz ein Kleinunfall ein, den der Mann nur zwölf Tage vor dem tödlichen Zusammenstoß verursacht hatte.

Nun muss sich eine dritte Instanz mit der Sache beschäftigen. Denn der Mann hat Revision eingelegt, wie das Landgericht auf Nachfrage mitteilte. Damit wird das Urteil der 16. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Christian Grimmeisen nicht rechtskräftig. Ob die Revision zugelassen wird, muss erst noch entschieden werden.

Zu schnell gefahren

Der Mann hatte vor dem Frontalzusammenstoß im Bereich einer gefährlichen Kurve laut Unfallgutachten zwei Fahrzeuge überholt, obwohl diese mit dem maximal erlaubten Tempo 80 unterwegs waren, und krachte in das Auto des entgegenkommenden 31-Jährigen. Laut Gutachter war der Unfallverursacher bis zu 108 Stundenkilometer schnell. In der ersten Verhandlung am Schöffengericht hatte sich der Angeklagte mithilfe eines neurologischen Gutachtens auf eine kurzzeitige Ohnmacht berufen. Das Gericht stellte dessen Seriosität massiv infrage. Der Angeklagte wurde bei dem Unfall schwerst verletzt, mehrfach operiert, lag im künstlichen Koma und war stationär in psychotherapeutischer Behandlung.

Trotzdem kam auch die jüngere Vorgeschichte des Angeklagten zur Sprache. Den Kleinunfall, den er zwölf Tage vor dem tödlichen Zusammenstoß verursacht hatte, kreideten ihm Staatsanwalt Franz Wörz und Richter Grimmeisen an.

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