Newsticker

Putin: Weltweit erster Corona-Impfstoff in Russland zugelassen
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Harmonic Brass: Erstes Konzert nach Monaten macht 340 Friedberger glücklich

Friedberg

31.07.2020

Harmonic Brass: Erstes Konzert nach Monaten macht 340 Friedberger glücklich

Harmonic Brass gastierte im Hof der Gerhardinger-Schule. 340 Besucher kamen zu dem Konzert. Die „Bürger für Friedberg“ platzierten sie mit Abstand.
Bild: Sabine Roth

Plus Harmonic Brass gibt das erste Konzert nach dem Corona-Lockdown in Friedberg. Die Musiker spielen sich in alle Herzen. Die Organisation kostete viel Engagement.

Nachdem die Bürger für Friedberg den Musiksommer schweren Herzens wegen Corona absagen hatten müssen, brachten sie nun mit Harmonic Brass musikalischen Schwung in den Hof der Theresia-Gerhardinger-Grundschule. Über 340 Besucher saßen auf Abstand auf dem Platz verteilt und lauschten dem Bläserensemble, das sich in dieser außergewöhnlichen Zeit wieder auf den Weg macht.

Endlich wieder Kultur in Friedberg: Harmonic Brass spielte am Donnerstagabend im Hof der Theresia-Gerhardinger-Grundschule.
Bild: Sabine Roth

Es sollte endlich wieder Schwung ins Kulturleben kommen, finden die "Bürger für Friedberg". Auch den Künstlern müsse geholfen werden. „Und wir möchten damit ganz bewusst ein Signal setzen: Kultur und Musik im Speziellen ist ein elementarer Bestandteil unserer Gesellschaft. Jedes abgesagte Konzert ist ein Schritt in die falsche Richtung“, sagt Martha Reißner, die mit ihrem Mann Franz sowie mit Anita und Gerd Horseling seit Jahren den Friedberger Musiksommer organisiert. „Wo ist die Kultur geblieben?“, fragte Gerd Horseling denn auch das Publikum zu Beginn des Konzerts.

Auf seiner Reise durch den Sommer macht das Ensemble überall da halt, wo es von wohlmeinenden Veranstaltern eingeladen wird. Aus ihren vielen Konzertprogrammen präsentierten die Künstler über eine Stunde lang Hits ihrer „Sommerreise“ und vieler weiterer Programme.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Musikstücke mit dem großen eleganten Blechbläserklang unter dem Motto „klassisch, modern, konzertant“ hätten nicht vielfältiger sein können: Michael Jackson lernte die „Sendung mit der Maus“ kennen, Tangos und italienische Weisen beschworen den Sommer, Eigenkompositionen der Musiker begeisterten ebenso wie eine musikalische Hommage an den Architekten Palladio.

Harmonic Brass in Friedberg: "Ein Genuss"

Flott moderierte wie immer Hornist Andreas Binder – dieses Mal mit einer Flüstertüte. Zum Abschluss stand ein Abendlied auf dem Programm, genau in diesem Moment ging der Mond über dem Schuldach auf. Berührender hätte es nicht sein können. Die Musiker freuten sich: „Endlich hatten wir mal wieder Leute vor uns. Vielen Dank an Friedberg!“

„Es war ein Genuss“, ertönte es einstimmig von den Besuchern. Barbara Hintermair aus Ried ist ein großer Fan von Harmonic Brass. „Es war ein hochmusikalischer Genuss. Dieser Innenhof hier in der Grundschule ist für mich die schönste Freilichtbühne. Was will man mehr?“, sagt sie.

Harmonic Brass spielte am Donnerstagabend im Hof der Theresia-Gerhardinger-Grundschule vor über 340 Besuchern.
Video: Sabine Roth

Auch Bernhardine Oswald aus Friedberg schwärmt: „Wir waren richtig ausgehungert nach Kultur. Es ist einfach toll, dass die ,Bürger für Friedberg' das in die Hand genommen haben. Danke für diesen Abend.“

Christian Paus aus Mering ist Tubist bei Men in Black und Fan von Harmonic Brass. „Es war wunderbar, dass man endlich wieder Musik genießen darf. Der junge Tubist Karl Wilhelm Hultsch hat mich fasziniert. Er hat heute bei seinem Solo gezeigt, was man aus so einem Instrument alles rausholen kann.“ An Abstands- und sonstige Regelungen sei man gewöhnt, das störe nicht weiter.

"Bürger für Friedberg" wollten Harmonic Brass helfen

Warum organisiert man eine solche Veranstaltung, die so viele Stunden Arbeit nach sich zieht? Für die Bürger für Friedberg war klar, den Musikern zu helfen. „Wir kennen uns seit zwölf Jahren und sind Freunde geworden. Das macht man dann gerne“, so Anita Horseling. „Die Organisation eines solchen Konzerts nach den Hygienemaßnahmen bringt einen aber schon an seine Grenzen.“

Bei 340 Besuchern war es ein großer Kraftakt für die Organisatoren, die "Bürger für Friedberg".
Bild: Sabine Roth

Nachdem bekannt geworden war, dass doch 400 Besucher zugelassen sind, mussten die Organisatoren den Bestuhlungsplan mit 200 Zuhörern neu konzipieren. Zudem mussten sie von jedem Gast den Namen und die Telefonnummer anfordern. Jeder Platz musste zudem nummeriert werden, und die Abstände von eineinhalb Meter zum nächsten Stuhl mussten eingehalten werden.“ Dafür musste man den Platz komplett vermessen.

Die Karten waren schnell vergriffen. Der Eintritt war frei. Mit großzügigen Spenden unterstützte das Publikum die Musiker. Gerd Horseling kündigte hoffnungsvoll an, dass sich vielleicht etwas in Sachen Kultur im Spätsommer tun werde. Versprechen könne er zwar nichts, er bat aber, immer wieder mal auf www.friedberger-musiksommer.de zu schauen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren